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Kabarettduo Lachschutz LE nimmt sich die Burnout-Hysterie vor

Kabarettduo Lachschutz LE nimmt sich die Burnout-Hysterie vor

Zwei Männer in blauen OP-Kitteln, aber ein Krankenhaus ist das hier nicht. André Bautzmann und Robert Günschmann stehen vor der Bühne des Central Kabaretts und freuen sich, dass die frisch eingetroffenen Kostüme für ihr neues Duoprogramm so gut passen.

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Lachschutz LE: André Bautzmann (links) und Robert Günschmann.

Quelle: Wolfgang Zeyen

"Warm up fürs Burnout" heißt es, und darin schlüpfen die beiden Mitglieder des Jugend-Kabaretts der Leipziger Pfeffermühle in die Rollen von Organtransplanteuren. Auf die Sauerei mit dem Kunstblut verzichten sie beim Interview. Das soll erst zur Premiere heute Abend fließen.

Ein Kabarettprogramm über ein Thema, das eigentlich nicht zum Lachen ist - wie soll das gehen? "Wir machen uns nicht über Burnout lustig, sondern wir fragen: Inwieweit ist es zu einer Hysterie geworden?", sagt Günschmann. Jeder zweite Berufstätige greife mittlerweile schon zu der Formulierung "Ich krieg gleich einen Burnout", wenn er einmal etwas mehr Stress habe als sonst. Aus einer Ernst zu nehmenden medizinischen Diagnose wird so ein schickes Modewort, das sich all jene einverleiben, die flexibel, dynamisch und jederzeit erreichbar durch den Arbeitsalltag gleiten - und darunter nicht zwangsläufig leiden. Darüber lässt es sich sehr wohl lustig machen.

Es ist die schöne neue Arbeitswelt, die sich das Duo Lachschutz LE in seinem zweiten Duoprogramm vorknöpft. Aufputschpillen, bevor es ins Büro geht. Einen Drink nach Feierabend zur Beruhigung der Nerven. Wer danach trotzdem noch für seinen Chef erreichbar sein will, lässt die Schlaftabletten lieber in der Packung. Bautzmann und Günschmann haben für solche Arbeitnehmer eine treffende Umschreibung gefunden: "eifrige Bruttosozialproduktsteigerer".

Die beiden Jung-Kabarettisten hoffen, dass ihr Programm nicht nur das typische Kabarettpublikum ab 40 Jahren aufwärts anspricht. "Das Thema passt auch zu uns und unserer Generation", finden Bautzmann (gerade mal 22) und Günschmann (fast 30). Berufsanfänger seien noch in der Orientierungsphase und deshalb besonders anfällig, sich im Job allzu sehr aufzureiben. Aus Angst, von den Mitbewerbern um die rar gewordene Festanstellung ausgestochen zu werden.

Diese Sorge muss sich Günschmann nicht machen. Er will Lehrer für Englisch und Geschichte werden; das Kabarett soll vorerst nur Hobby bleiben. Bautzmann, der 2005 zum Nachwuchs der Pfeffermühle stieß, arbeitet seit vier Jahren als frei schaffender Kabarettist. Zwei Soloprogramme hat er inzwischen schon gezeigt: 2008 "Deutschland sinkt" und 2011 "Mein Schein pfeift".

Die Zusammenarbeit mit Günschmann ergab sich durch den Ausstieg seines Partners Alexander Matthias. Per Aushang suchte Bautzmann 2010 einen neuen Mitstreiter für das Duoprogramm "Man(n) hat, was man hat". Ein schlaksiger, dunkelhaariger Endzwanziger, der vorher noch nie auf einer Kabarettbühne gestanden hatte, erschien zum Treffen. Und eignete sich die Kunst der humoristischen Gesellschaftskritik schnell an.

Heute Abend wollen Bautzmann und Günschmann nicht nur kritisieren, sondern sogar auch singen. Die Gefahr eines Burnout bestand bei der Entwicklung ihres Programms aber nicht. Die Melodien stammen nur teilweise von Lachschutz LE; an Piano und Schlagzeug sitzen nicht sie selbst, sondern Keti Warmuth und Hannes Petri. Und bei den Kabarett­texten half die erfahrene Autorin Conny Molle. Verena Lutter i"Warm up fürs Burnout", Premiere heute um 20 Uhr im Central Kabarett (Am Markt 9); weitere Termine am 5. März, 16. April, 24. Mai, 4. Juni und vom 10. bis 13. Juli jeweils 20 Uhr sowie am 24. Mai um 15 Uhr; Eintritt zwischen 10 und 20 Euro, www.centralkabarett.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2013

Verena Lutter

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