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Kettcar stellen ihr Album "Zwischen den Runden" im Leipziger Haus Auensee vor

Kettcar stellen ihr Album "Zwischen den Runden" im Leipziger Haus Auensee vor

Am Ende hatte man fast Mitleid mit den Roadies, die nach jedem dritten Lied Marcus Wiebusch und Erik Langer neue Gitarren bringen mussten. Erst Akustik, dann E-Gitarre, dann wieder Akustik und so weiter im steten Wechsel bis hin zu Akkordeon für Langer und Trompete für den Bassisten Reimer Burstorff.

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Kettcar haben ein Konzert im Haus Auensee in Leipzig gespielt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Willkommen beim Konzert von Kettcar, die am Freitagabend vor 1500 Gästen im Haus Auensee spielten.

Ihr erklärtes Ziel für den Abend ist die neue Platte "Zwischen den Runden" vorzustellen. Eine knappe Hälfte des eine Stunde und 40 Minuten langen Konzerts war neuen Stücken gewidmet, die eben größtenteils nicht mit elektrischer, sondern akustischer Gitarre funktionieren. Auch Drummer Christian Hake legt da hin und wieder seine Stöcke weg, um seine Trommeln mit Besen oder Schlegel zu bearbeiten. Es ist eine ruhigere CD geworden. Die ganz großen Kracher des Konzerts wie "Deiche" oder "Landungsbrücken" stammen denn auch von den Vorgängeralben, während die sentimentalen Höhepunkte - außer "Balu", dem ersten emotionalen Highlight des Konzerts - eher auf dem neuen Werk zu finden sind. Viel Arbeit für die Bühnenarbeiter und viel gute Laune auf und vor der Bühne.

Das Publikum, von Ausnahmen abgesehen, jenseits der 30. Auch die Band ist nicht jünger geworden. Das macht einige Justierungen der Texte notwendig. So wird aus dem traumatischen 30. Geburtstag bei "Balkon gegenüber" ein 40. Andere Zeilen funktionieren umso besser: "Man ist immer so alt, wie man sich liebt." Die hohe Dichte im Takt schwebender Ü-30-Pärchen zeigt, wie sehr die Band da einen Nerv getroffen hat.

Musikalisch machen die fünf Hamburger um das Brüderduo Marcus (Gesang) und Lars Wiebusch (Klavier) live auch nicht mehr als auf den Platten. Keine Schnörkel, kein Live-Show-Quatsch, sondern geradliniger, mal druckvoller, mal ruhiger Gitarrenpop mit zeitgenössischen Texten um Liebe, Leben, Politik. Dabei gilt Sänger Marcus seit seiner 90er-Punkband But Alive und seinem Intermezzo bei der Ska-Combo Rantanplan als einer der begnadetsten Texter seiner Generation, der das einfache mit einfachen Worten philosophisch aufladen kann und doch nie in den Kitsch oder kryptische Unverständlichkeit abdriftet.

Die Folgen waren am Freitag zu beobachten: Große Teile des Publikums sangen alles mit, rhythmisches Kopfnicken inklusive. Wildes Tanzen, Gedrängel oder ekstatische Schreie fielen aus. Man war unter sich und sich selbst genug - feiern statt Party, Lagerfeuer statt Hexentanz. Die Band und ihre Fans in einträchtiger Harmonie gegenüber all dem Unbill des Lebens, das die Musik speist und positiv umdeutet. Selbst der etwas peinliche Moment, als Marcus Wiebusch ausgerechnet beim Abschlusssong "Landungsbrücken" einen Texthänger hat, wird gekonnt überspielt. Das Publikum machte sich gut als Souffleur. Exzessiv war lediglich die Frequenz, mit der einige Gäste Fotos vom Konzert direkt vom Handy in alle Welt verschickten.

Vorband war übrigens, der Vollständigkeit halber, die junge Hamburger Band Torpus, die das Publikum eine halbe Stunde lang mit Folk-Rock mit Country-Einschlägen und lustigen Frisuren, die an die 1960er erinnerten, unterhielt. Dem Publikum gefiel es. Torpus bekam sehr wohlwollenden Applaus.

Torben Ibs

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