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Klangexperimente mit der Krautrockband Embryo in der Nato

Klangexperimente mit der Krautrockband Embryo in der Nato

Neue Klänge, Atmosphären und Kontinente versprach Christian Burchard, Gründungsmitglied der Band Embryo, den 100 Konzertbesuchern am Mittwochabend in der Nato.

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Seit 1969 waren insgesamt 400 Musiker Teil von Embryo: Christian Burchard (links) ist von Anfang an mit dabei.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mit fragilen Improvisationen auf exotischen Instrumenten nahmen er und seine vier Bandkollegen das Publikum mit auf eine akustische Reise um die Welt.

Mehr als 40 Jahre Bandgeschichte hat das internationale Musikerkollektiv Embryo auf dem Buckel. Christian Burchard ist von Anfang an mit dabei. "Bananana" steht fett auf seinem T-Shirt. Auf die Frage, wie sich die Band in den Jahrzehnten verändert hat, entgegnet er: "Wir haben dazugelernt."

Über die Jahre entwickelte sich die jazzige Krautrockband zu einem Weltmusikensemble, das verschiedene Stile miteinander vereint. Viele Alben entstanden während ausgedehnter Konzertreisen durch andere Kontinente. "Dort haben wir uns auch mit Musikern vor Ort ausgetauscht", erzählt der 66-Jährige. Die Band kam von diesen Reisen nicht mit leeren Händen zurück. Bei ihrem Konzert in der Nato bringen die Musiker - durch die Bank Multi­instrumentalisten - Mitbringsel aus aller Welt zu Gehör. Valentin Altenberger greift hochkonzentriert und virtuos in die Saiten der Oud, der bundlosen arabischen Laute. Christian Burchard selbst improvisiert unter anderem auf dem Santur, das aus Persien stammt und mit der Zither verwandt ist. Ab und an entfährt dem Bayern skurriler Scat-Gesang, was sogar seine Bandkollegen schmunzeln lässt. Auch traditionell westliche Instrumente kommen zum Einsatz. Marja Burchard, Tochter des Bandleaders, bringt neben dem Xylofon auch Posaune, Keyboard und Akkordeon zum Klingen. Conrad Reukauf sorgt am Bass für den entsprechenden Schmelz, und Lothar Stahl gibt am Schlagzeug den Takt an.

Während des Spiels wechseln die Musiker regelmäßig die Instrumente und erschaffen auf diese Weise ständig neue Klangfarben. Dezente Rhythmen münden in üppigen Melodien, die sich mantrisch wiederholen und aus denen die Musiker immer wieder Energie für neue Ideen schöpfen. Fast drei Stunden lang improvisiert die Gruppe in sich gekehrt und voller Präzision. Abgesprochen sei bei ihren Konzerten nichts, nicht einmal eine Setlist würde es geben, sagt Christian Burchard.

Das Publikum ist begeistert vom Instrumentenfundus, der punktgenauen Spielweise und den beiden Zugaben. Unter den Konzertbesuchern befinden sich auch viele Fans, die die Kraut­rocker noch aus ihren Anfangsjahren kennen. Rosita Tiltack kann sich noch gut an ein Konzert im September 1980 in der Moritzbastei erinnern. "Da ist die Gruppe mit 18 Leuten aufgetreten", sagt die 57-Jährige. Die Darbietung in der Nato hat sie fasziniert. "Die Band hätte es verdient, in einem größeren Club zu spielen." Bald werden Embryo, die 2008 in Rudolstadt mit dem Deutschen Weltmusik-Preis ausgezeichnet wurden, ein neues Publikum erobern. Eine Konzertreise nach China ist in Planung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.08.2013

Felix Forberg

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