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Kultur „Klar auf Pop gebügelt“: Leipziger Band GrünFeuer stellt im Naumanns Videoclip vor
Nachrichten Kultur „Klar auf Pop gebügelt“: Leipziger Band GrünFeuer stellt im Naumanns Videoclip vor
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05:00 21.10.2017
Konzentration auf die Kern- und Urformation: Sänger, Keyboarder und Schlagzeuger Dario Klimke, Gitarrist Robin Kanzler und Bassist Steve Körner (von links) Quelle: PR
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Leipzig

„Ich will alles oder nichts!“, schallte es im April plötzlich durch die Leipziger Musiklandschaft. GrünFeuer haben sich zurückgemeldet und lassen ab den ersten neuen Tönen keinen Zweifel daran, dass es ihnen eher um alles als um nichts geht.

Nach der neuen Single im Frühling legten sie im Juli das sommerleichte „Ohne Dich“ nach und machen am Samstagabend im Naumanns schließlich mit dem Videorelease von „Mach heut Blau“ die Dreierreihe und damit ihren Plan für dieses Jahr komplett: „Drei neue Songs, drei Videos: 2017 war für uns ein echtes Event: Eine Schippe drauf legen und das machen, was wir wirklich wollen“, erzählt Sänger, Keyboarder und Songwriter Dario Klimke.

Als Reset und Neustart bezeichnen GrünFeuer selbst den neuen Output nach einer Kreativpause, der tatsächlich vielmehr ein guter Schritt nach vorn als ein Comeback ist, wie auch Dario meint: „Nachdem unsere damalige Schlagzeugerin ausgestiegen war, wurde es Zeit, noch mal neu zu denken. Ob wir überhaupt weitermachen, war dabei nie die Frage, sondern eher: Wie? GrünFeuer bleibt nicht stehen, es ist ganz natürlich, dass man sich entwickelt und konkretisiert.“

Was diese Konkretisierung ausmacht, fasst „Alles oder nichts“ in Text, Musik und Video perfekt zusammen: Es geht um das Befreien von Zwängen, das Abwerfen von unnötigem Ballast, die Konzentration auf Kern und Konstante der drei Ur- und Hauptmitglieder Dario Klimke, Robin Kanzler und Steve Körner. Die Texte sind durchdacht und pointiert, der Sound konsequent und „mit Easy­ness und Eingängigkeit klar auf Pop gebügelt“, wie ihn Dario selbst charakterisiert.

„Ist ein Album überhaupt noch zeitgemäß?“

Die sonnenschwangeren Beats, die funkigen Riffs und die zuweilen leicht rauchige Hip-Hop-Stimme erkennt man sofort als typisch GrünFeuer, die neuen Songs aber orientieren sich in Komposition und Produktion popkulturell deutlich nach oben: Da klopft man musikalisch schon mal Deichkind auf die Schulter oder zeigt, dass sommerleichter Hip-Pop auch ohne Pandamaske und Fastfood-Werbevertrag voll durch Kopf und Herz in die Beine gehen kann.

Die neuen, professionell gedrehten Videos zu den drei Songs erzählen jeweils kleine Stimmungs-Geschichten und strotzen nur so vor Spielfreude, wobei Dario gestehen muss: „Eigentlich hasse ich Fasching und so etwas, aber in dem Fall fanden wir plötzlich alle Gefallen daran, in Rollen zu schlüpfen, die unsere Musik optisch stützen.“

Zum Release-Konzert am Samstag im Naumanns gibt es obendrein drei neue Lieder, die noch gar nicht aufgenommen sind, weitere sind in Planung. Bei der Frage, ob das nicht im Laufe des nächsten Jahres auf einen Longplayer hinauslaufen kann, bleibt Dario skeptisch: „Ist ein Album überhaupt noch zeitgemäß? Einerseits hätten wir da schon Bock drauf, auf jeden Fall wird es mehr neue Songs geben. Aber wir wissen noch nicht, was die Release-Form unserer Zukunft ist.“

„Popmusik – der Rahmen ist groß“

Nach einem intensiven arbeitsreichen Jahr ist nach dem Auftritt, analog zur neuen Single, erst einmal ein bisschen „Blau machen“ angesagt. Aber für nächstes Jahr sind Konzerte geplant, eine Tour, vielleicht ein paar Festivals. In der Live-Besetzung werden sie dabei von zwei wechselnden Schlagzeugern unterstützt. Dazu soll es eine kleine Reihe mit Doku-Clips geben, die Einblicke ins Bandleben geben und Fragen abseits einer starren Interview-Situation beantworten.

In die weitere Zukunft der Band blickt Dario optimistisch: „GrünFeuer wird immer wieder etwas Neues sein, der Rahmen ‚Popmusik’ ist groß, das ist ja das Schöne daran. Am schönsten wäre natürlich, davon auch leben zu können, aber das ist natürlich nicht der Grund, warum man sich den ganzen Zirkus antut.“

Bis dahin halten sie es mit einer Songzeile aus „Alles oder nichts“: „Unerreichbarkeit zieht mich an.“

GrünFeuer, Konzert & Video-Release-Party, im Vorprogramm die Leipziger Reggae-Hip-Hop-Pop-Formation 2ersitz, Samstag, 21 Uhr, Naumanns (Felsenkeller, Karl-Heine-Straße 32), Eintritt 10/8 Euro

Von Karsten Kriesel

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