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Krumbiegel: Gute Quote geht auch mit Kunst

Neues Prinzen-Album Krumbiegel: Gute Quote geht auch mit Kunst

Am kommenden Freitag erscheint das neue Werk der Prinzen: „Familienalbum“. Im Interview sprechen Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel (49) und Bandkollege Tobias Künzel (51) über ihre Musik.

Tobias Künzel (links) und Sebastian Krumbiegel.

Quelle: dpa

Sie beschreiben auf „Familienalbum“ mehr Alltagssituationen als früher. Ist das Absicht oder Zufall?

Künzel: Wir hatten genügend Zeit und eine sehr große Auswahl an Songs. Ich freue mich, dass viele Lieder auf dem Album so nah am Leben sind und offensichtlich den Leuten aus dem Herzen sprechen.

Krumbiegel: Das ist wirklich Zufall. Man kann solche Sachen nicht planen. Wir sind nicht die Reißbrettentwerfer, die sagen, dass wir über dieses oder jenes mal ein Lied machen müssten. Du machst Lieder darüber, was dich bewegt und was dir irgendwie unterkommt. Aber es sind ja auch andere Geschichten drauf, wie „In Zukunft schreib ich nur noch Hits“ oder „Zu viele Gitarristen“, die eher Selbstbetrachtungen sind.

Sie bekommen im Oktober den Europäischen Kulturpreis. Was bedeutet Ihnen dieser Preis?

Künzel: In erster Linie sind wir Musiker. Wenn wir hören, dass unsere Musik mehr erreicht als ein mitwippendes Bein, ist das schon ein tolles Gefühl.

Ist der Kampf gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit angesichts brennender Asylbewerberheime nicht gescheitert oder ist es Ansporn, sich noch lauter und deutlicher zu artikulieren?

Krumbiegel: Ich glaube, dass es nicht vergeblich ist, seine Meinung zu sagen und heute sogar noch wichtiger als vor 20 Jahren. Der Rassismus und Antisemitismus hat sein Schmuddelimage ein wenig verloren. Heute kommen die Nazis nicht mehr vordergründig als Skinheads mit Bomberjacke und Baseballschläger, die kommen heute gescheitelt, mit Nickelbrille im schwarzen Anzug daher und erzählen das selbe mit lächelndem Gesicht. Das ist gefährlicher.

Künzel: Ich glaube, es gab und gibt immer Leute, die rechtem Gedankengut mehr oder weniger nachdenkend nachrennen. Es wird nur unterschiedlich stark darüber berichtet. Man sollte sich also auch immer für einen vernünftigen Umgang mit allen Menschen stark machen. Aber das ist ja eigentlich selbstverständlich oder sollte es zumindest sein.

Sie haben bei „Sing meinen Song“ mitgemacht. Welche Erfahrungen haben Sie da gemacht?

Krumbiegel: Es ist schon der Hammer, dass es so ein Format gibt, wo es nur um Musik geht. Es geht vor allem nicht darum, jemanden in die Pfanne zu hauen oder vorzuführen. Wir haben am Anfang oft gedacht „Wo ist denn hier der Haken?“. Den gibt es aber nicht. Du musst den Leuten nicht immer voyeuristisches Zeug vorsetzen, um eine Quote zu erreichen, sondern du kannst das mit Musik, mit Kunst machen. Künzel: Es war großartig. Wie eine Familie. Und es ging nur um Musik! Xavier Naidoo ist ein super Gastgeber. Wir haben neue Freunde gefunden, wie Daniel Wirtz oder Christina Stürmer und alte wieder entdeckt, wie Hartmut Engler oder die bezaubernde Yvonne Catterfeld. Und mit Andreas Bourani hat’s ganz besonders gefunkt.

Im kommenden Jahr feiert Sie 25. Bandjubiläum. Die Scorpions hatten in diesem Jahr ihr 50stes. Machen Sie auch so lange weiter?

Künzel: Wir denken über solche Sachen gar nicht nach. Das machen komischerweise immer die Leute von außen. Wir gehen einfach raus und singen. Wahrscheinlich, bis der erste umfällt.

Interview: Jörg Aberger

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