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Kultur Regional 17.000 Besucher beim Rockharz-Festival in Ballenstedt
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15:50 08.07.2018
Die Hände zum Himmel. 17.000 Fans feiern bei bestem Wetter den 25. Geburtstag des Rockharz. Impressionen vom Rockharz 2018. Quelle: Susanne Richter
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Ballenstedt

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass es Thorsten „Buddy“ Kohlrausch die Sprache verschlägt. Aber als der Rockharz-Macher an diesem Abend auf der Bühne steht, um sich traditionell bei den Besuchern zu bedanken, versagt ihm für einen Moment die Stimme. „Wir hätten nie für möglich gehalten, dass das Rockharz mal diese Dimension erreicht. Danke für eure Unterstützung“, ruft der Zopfträger, das Mikrofon umklammernd, in die schweißgetränkte Menschenmenge.

54 Bands in Ballenstedt

Das Rockharz-Festival im Schatten von Teufelsmauer und Brocken feiert sein 25-Jähriges - und kann einmal mehr neue Rekorde verbuchen. 54 Bands sind nach Ballenstedt gekommen, um Geburtstagsständchen auszubringen. 17.000 Besucher tanzen und lümmeln auf dem abermals gewachsenen Areal - und trotz der Erweiterung ist das Rockharz erneut schon viele Wochen vor seinem Beginn ausverkauft gewesen. Marcus „Molle“ Bischoff - Frontmann von Heaven Shall Burn aus Thüringen und diesmal als Zuschauer auf dem Gelände unterwegs - freut sich: „Es macht mich stolz, ein solches Festival im Osten zu haben.“

Das Festival Rockharz feierte einen neuen Besucherrekord.

„Who is Who“ der härteren Musikszene

Die Liste der Gratulanten liest sich wie ein „Who is Who“ der härteren Musikszene, die sich auf zwei Bühnen zwischen Folk, Heavy und Death Metal, Hard- und Deutschrock auslebt. Ob es nun Mille Petrozza mit der Thrash-Legende Kreator („Es ist einfach geil, wieder hier zu sein - happy Birthday, Rockharz!“) ist, oder die Charts-Metaler Hammerfall, In Falmes und Powerwolf sind, genauso die nicht ganz so groben Bannkreis, Erdling, Schandmaul oder Letzte Instanz. Und während beispielsweise Cannibal Corpse, Exodus oder Sodom für den entsprechenden Trümmerfaktor sorgen, verzweifeln Paradise Lost an sich und umarmen Eisregen die Untoten, aber da ist es schon weit nach Mitternacht. Den Tanz- und Hüftschwung bedienen Bands wie Eisbrecher, der ein Stammgast auf dem Rockharz ist, genauso Amorphis, Trollfest, Ensiferum, Crematory oder Alestorm auf ihre jeweils eigene Spielart.

Das Festival Rockharz feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag und ist an allen Tag ausverkauft.

Rockharz legt weiter zu

Während andernorts Veranstaltungen, auch wegen der inzwischen zu verzeichnenden Vielzahl, mit Besucherrückgängen zu kämpfen haben, kennt das Rockharz nur eine Richtung: Den Weg nach oben - inzwischen ist das Festival, das einst im Westharz als Punkkonzert mit hundert Besuchern begann, in der ersten Liga angekommen und zählt zu den Top 5 in Deutschland. Das Erfolgsgeheimnis liegt wahrscheinlich in der Ausrichtung und am Genussfaktor: Als ein Familientreffen für Leute zwischen 7 und 77 Jahren. Etliche der Besucher sind ergraut, was bei einem härteren Festival nicht alltäglich ist, reisen paarweise oder auch mit Kindern an, für die es auf dem Gelände eine eigene Betreuung fernab der lauten Bühnen gibt.

Wachstum kaum möglich

Trotz der alljährlich steigenden Nachfrage können die Veranstalter das Festival kaum noch wachsen lassen. Am Freitag und Sonnabend waren selbst die zusätzlichen Tagestickets schon vorab vergriffen. Irgendwann hat das Wachstum ein Ende - zumal die Atmosphäre nicht dem Kommerz geopfert werden soll. Rockharz-Macher Thorsten „Buddy“ Kohlrausch erklärt: Das Festival soll vor allem Spaß machen und nicht in Gigantomanie ausarten. „Die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen. Wir wollen die familiäre Stimmung nicht durch Größe kaputt machen.“ Hinzu komme: Fast alle sind Hobby-Organisatoren.

Für das nächste Rockharz Open Air im Jahr 2019 sind sogar schon einige Top-Acts bestätigt, unter anderem Children of Bodom, Epica, Cradle of Filth, Overkill, Mono Inc., Grand Magus, und Night Flight Orchestra. Frühbucher-Tickets gibt es ab 9. Juli um 15 Uhr.

Von Andreas Debski

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