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11:07 31.08.2018
Das Brett bedeutet Torsten Schubert auch heute noch viel: Goofy 2017 beim Skaten im Bowl des Conne Island. Quelle: Goofy
Leipzig

„Ist schon ein gutes Gefühl – verbunden mit, klar, ein wenig Stolz! Aber auch ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den Leuten, die dieses Event und seinen Spirit in den letzten 15 Jahren nach meinem Weggang mit Leben gefüllt haben!“

Diese Worte stammen von Torsten Schubert, besser bekannt als „Goofy“. Er ist der Begründer des ältesten Skate-Contests der Welt! Vor 25 Jahren stieg in Leipzig der erste „Little Sista“-Skatecup. Will man dem Glauben schenken, was auf der Homepage des Conne Island steht, dann ist der älteste Contest der USA dagegen nur 24 Mal ausgetragen worden. Goofy ist sich sicher: Das Erfolgsrezept des inzwischen altehrwürdigen Wettbewerbs ist und war der Anspruch, das Ganze klein zu halten und die Prioritäten woanders zu setzen. „Das offene, tolerante Umfeld, das das Conne Island dem Skatepark, seinen Nutzern und Besuchern und damit auch dem Contest und seinen Macherinnen und Machern bietet, ist einzigartig. Es gibt nicht viele Plätze in Europa, in denen Skateboarding so authentisch, ehrlich und voller Herzblut ausgelebt werden kann und wird.“

Seit seinem Umzug nach Berlin im Jahr 2004 führt der Verein Urban Souls Schuberts Konzept fort. Goofy hat sich danach nur noch unregelmäßig in die Organisation des Events eingebracht. Doch dieses Jahr möchte der 49-Jährige wieder vollen Einsatz zeigen: „Zum Jubiläum werde ich das Orga-Team als Kampfrichter und Co-Moderator unterstützen und es mir nicht nehmen lassen, selber mitzufahren.“

„Es ist egal, wie du aussiehst und was du anhast“

Alles begann 1993. Goofy hatte ein Jahr zuvor im Eiskeller den ersten Skate­shop Leipzigs eröffnet. Der „Little Sista Skateshop“ war auch der Namensgeber für den Contest. Seit dieser Zeit war der Wettstreit Jahr für Jahr eine feste Instanz in der rapide größer werdenden Skater-Gemeinschaft in und um Leipzig. Doch die Veranstaltung war gleichzeitig auch Zeugnis einer Entwicklung in der Szene. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Teilnehmer, auch aus dem Ausland. Die Tricks wurden komplexer, aber auch der kulturelle Background wandelte sich laut Goofy: „Als ich anfing, Skateboard zu fahren, im Sommer 1981, war Skateboarding sowohl musikalisch als auch kleidungstechnisch ganz klar im Punk verortet und hatte stellenweise schon dogmatische Züge an sich. Anfang der 90er schlug das Pendel dann in ein anderes Extrem um. Baggy-Pants mussten es sein, Shirts, die bis zu den Knien gingen, und Schuhe, die heute noch jeden Raver glücklich machen würden. Allgemein hat die Szene aber eine sehr befreienden Heterogenität entwickelt. Es ist egal, wie du aussiehst und was du anhast. Hauptsache ist, du fährst mit Begeisterung Skateboard!“

Fragt sich nur noch, woher der Name „Little Sista“, also „kleine Schwester“ stammt. War er ein früher Unterstützer des Feminismus? Nein, damit habe es nichts zu tun, erklärt Goofy: „Oh, ich würde mir gern den Button eines frühen Feministen anheften, aber so vermessen möchte ich nicht sein. Sowohl für den Laden als auch für den Contest sollte der Name ein Statement zum Underdogtum sein, ein kleiner Beitrag zur Bescheidenheit“.

Das Programm 2018

Doch zurück zum Jahr 2018. Kommendes Wochenende findet das Event wieder einmal statt. Jedes Jahr überzeugte die gut besuchte Veranstaltung mit einem vielseitigen Programm, aber zum 25. Geburtstag warten laut Goofy viele besondere Höhepunkte auf Teilnehmer und Besucher: Im Bowl werden am Samstag die Jüngsten bis 13 Jahre in der Gruppe C, die Amateure in der Gruppe B, und die Profis, die von Firmen unterstützt werden, in der Gruppe A starten. Die Frauen und Mädchen werden in einer eigenen Girls-Division teilnehmen. Und auf der kleinen Street-Fläche am Saal wird es Sonntag eine Best-Trick-Session geben.

Anders als im Bowl werden dabei ausschließlich Tricks auf ebenem Untergrund vorgeführt. Der Contest wird beide Tage von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Samstagabend wird zum gemeinsamen Clubbing geladen, Sonntag gibt es einen Skate-Workshop und einen Skate-Flohmarkt. Direkt im Bowl wird es außerdem am Nachmittag ein Konzert geben.

„Little Sista“-Skatecup, Samstag und Sonntag, jeweils ab 10 Uhr, Conne Island, Koburger Straße 3

Von Pauline Szyltowski

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