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Kultur Regional Ausstellung im Café Kune: Weibliche Hingabe in feinen Linien
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21:59 06.02.2019
Prantner-Weber war schon immer fasziniert von Aktmodellen. Mit ihrer Kunst will sie diverse Körper sichtbar machen. Quelle: Julika Prantner-Weber
Leipzig

Abstrahierte, nackte Frauenkörper, feine Linien, ein Körperteil farbig mit Aquarell akzentuiert – die Zeichnungen der Leipziger Künstlerin Julika Prantner-Weber sind zart, sinnlich und kraftvoll gleichzeitig. Jetzt stellt die 27-Jährige zum ersten Mal alleine aus, zu sehen sind ihre Werke unter dem Titel „parts of female dedication“ ab dem 7. Februar im Café Kune im Leipziger Osten. Vernissage ist Donnerstagabend, 19.30 Uhr.

Weibliche Selbstbefriedigung zu enttabuisieren

Prantner-Weber zeichnet, seit sie denken kann, ihre Eltern sind beide Künstler. Ein Kunststudium zog sie trotzdem nie in Erwägung, heute arbeitet sie als Sozialarbeiterin, außerdem freiberuflich als Illustratorin. Nebenbei engagiert sie sich beim Leipziger Verein Rosalinde ehrenamtlich in queer-feministischen Schulprojekten. Sich selbst auch als Künstlerin zu bezeichnen, damit fühlt sie sich erst seit kurzem wohl, erzählt sie.

Nackte Körper lagen zwar schon immer im Fokus ihrer Arbeit. Dezidiert politisch ist Prantner-Webers Kunst seit ein paar Jahren. Die Leipzigerin möchte weibliche Körper sichtbar machen, die divers sind, die nicht der Norm entsprechen. All ihre gezeichneten Frauen fassen sich selbst an, manche masturbieren explizit. Die 27-Jährige will mit ihrer Kunst auch dazu beitragen, weibliche Selbstbefriedigung zu enttabuisieren.

Doch es geht ihr nicht nur um eine autoerotische Komponente, sagt sie. Wichtig sei ihr vor allem etwas anderes, ganz Grundsätzliches: Die „Dankbarkeit, diesen Körper zu haben, einen Körper, der in sich stimmig ist, der sich in diesem sinnlichen Moment ausnahmeweise einmal keinen gesellschaftlichen Erwartungen aussetzt und in dem man sich zuhause fühlt“, sagt sie.

Vernissage am Donnerstag, 7. Februar 2019

Dabei arbeitet Prantner-Weber nicht plakativ. Ihre Zeichnungen – alle bestehen aus einer einzigen, nicht abgesetzten, feinen Linie – bieten den Betrachtenden Spielraum, lassen den Körper erahnen, ohne alles zu zeigen. „Eine Linie kann etwas rahmen und ist gleichzeitig offen. Das finde ich sehr spannend“, sagt sie.

Prantner-Weber findet auch: Frauen sollten einander unterstützen. Bei ihrer Vernissage gibt es auch eine Lesung von Johanna Lumière und Judith Schreier, später Musik der DJane Kira.

Info: Ausstellung „parts of female dedication“ von Julika Prantner-Weber, Café Kuhne, Eisenbahnstraße 107, Leipzig, Vernissage Donnerstag, 7. Februar, 19.30 Uhr.

Von Sophie Aschenbrenner

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