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Kultur Regional Bescherung im Bildermuseum: 20 Werke von Neo Rauch nach Leipzig
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09:53 21.12.2017
Museumsdirektor Alfred Weidinger (r.) sieht sich das Gemälde „Fastnacht" von Neo Rauch an. Es gehört zu einer Leihgabe von rund 20 Werken des Leipziger Malers, die jetzt dem Museum der bildenden Künste zur Verfügung gestellt wurde.  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Bescherung für das Museum der bildenden Künste in Leipzig: Ein Sammlerpaar stellt dem Haus rund 20 Hauptwerke des Leipziger Malers Neo Rauch (57) als Leihgaben zur Verfügung. Vier großformatige Arbeiten sind bereits im Museum, darunter das 2010 entstandene Gemälde „Fastnacht“, das Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio einst erworben und später wieder versteigert hatte. Das 250 mal 300 Zentimeter große Werk ist neben einer weiteren Arbeit ab sofort im Museum zu sehen, in einem neu konzipierten Raum im dritten Stock, in dem ausschließlich Werke Rauchs gezeigt werden.

„Das ist für mich ein wunderschönes Erlebnis, dass hier so kurz vor Weihnachten noch so eine frohe Botschaft eintrifft“, sagt Museumsdirektor Alfred Weidinger (56). Er hat den Sammlern versprochen, ihre Identität nicht preiszugeben. „Sie fühlen sich eng mit Leipzig verbunden, sie wollen sich für die Stadt engagieren“, so der Direktor. Ein Leihvertrag sei bereits unterzeichnet. Neo Rauch sprach gegenüber der LVZ von einer „Sensation, fast vergleichbar mit den sagenumwobenen Görlitz-Millionen.“ Es handele sich bei den Werken durchweg um Bilder, die auch ihm wichtig seien, so der weltweit gefeierte Künstler.

Der wundersame Zuwachs kommt für das Museum zum perfekten Zeitpunkt: Im Jahr 2020 soll zum 60. Geburtstag des Malers eine große Ausstellung mit rund 60 Werken gezeigt werden, nicht wenige davon, so Alfred Weidinger, würden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. 2010, zu Rauchs 50., hatte das Museum die mit fast 100 000 Besuchern bislang erfolgreichste Schau seit Eröffnung des Neubaus im Jahr 2004 gezeigt. Die kommende Ausstellung, so Weidinger, solle sich gewissermaßen an den Nullpunkt von Neo Rauchs Werk bewegen – das Jahr 1993.

„Jahr eins“

„Obwohl er bereits vorher Ausstellungen gemacht hat, lassen Rauch und seine Galerie das Werk mit diesem Jahr beginnen“, erklärte Weidinger. Nun wolle man auch das bislang weitgehend unbekannte Frühwerk ausstellen und zeigen, woher der Maler komme und wie er sich entwickelt habe. „Ich glaube, das wird wirklich eine große Überraschung sein für jeden, der sich mit Neo Rauch auseinandersetzt“, sagte Weidinger, der mit einer großen internationalen Resonanz rechnet. 1993 sei bei dem Maler gewissermaßen das „Jahr eins“ – so lautet auch der Arbeitstitel für das Ausstellungsprojekt.

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Gezeigt werden sollen Arbeiten, die zwischen 1987 und 1997 entstanden sind. Korrespondierend dazu sollen in der Galerie Eigen+Art in der Leipziger Spinnerei ganz neue Arbeiten Rauchs gezeigt werden. Auch für ihn sei die Idee einer Ausstellung um das Jahr 1993 herum „aufregend“, sagte Neo Rauch. „Es geht um den Umkreis eines ungewöhnlichen Jahres, des Jahres 1993, von dem an, so wollte es mein Galerist Judy Lybke, mein Werk erst beginnt. Alles, was vorher war, blieb im Dunklen. Ich hielt das für unausgegoren. Der Blick des Altersmilden, der ich inzwischen bin, zeigt, dass die Kinder, die ich vor 1993 zeugte, nicht die Blödesten, die Hässlichsten sind.“ Es sei „eine Wiederbegegnung mit verdrängtem Material, zu dessen Hervorbringung ich rückhaltlos stehe“, sagte Rauch, von dem ab 21. Januar rund 60 Werke im niederländischen Zwolle zu sehen sind.

Von Jürgen Kleindienst

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