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16:25 10.09.2018
Der tschechische Schriftsteller Petr Borkovec (Mitte) wird im Neuen Rathaus begrüßt von Programmkoordinator Martin Krafl, Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke, Generalkonsulin Marketa Meissnerova und Buchmessedirektor Oliver Zille (v.l.). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die besten Sätze schreibe er direkt nach dem Aufwachen, sagt Petr Borkovec. Darum stehe er so vier bis fünf Mal am Tag auf. Natürlich nur, wenn er „ein Residenzprogramm genießen“ kann. Das kann er nun. Im September ist der 1970 in Lounovice pod Blaníkem geborene Dichter, Übersetzer und Publizist zu Gast in Leipzig. Das tschechisch-deutsche Residenzprogramm gibt insgesamt fünf tschechischen und fünf deutschen Autorinnen und Autoren Gelegenheit, jeweils einen Monat in den Partnerstädten Leipzig beziehungsweise Brünn zu verbringen.

Am Montag hat Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) als ersten Gast Petr Borkovec offiziell im Rathaus willkommen geheißen. Und weil Leipzig ja nicht nur Literatur- sondern auch Musikstadt ist, gab’s als Geschenk ein Musikstadt-Buch. Für ihn sei es schon ein „süßes Geschenk“, wie Borkovec sagt, überhaupt hier zu sein, sich „in unbegrenztem Raum zu bewegen“. Es sei die ideale Gelegenheit, gewohnte Abläufe zu durchbrechen, den „Alltag so einzurichten, dass er aufs Schreiben ausgerichtet“ ist. So will er nicht nur seinen Schlafrhythmus selbst bestimmen, sondern auch weiter an einem Erzählungsband arbeiten.

Dichter, Übersetzer und Publizist: Petr Borkovec lebt für vier Wochen in Leipzig. Quelle: André Kempner

Vielleicht wird der noch vor der Leipziger Buchmesse vom 21. bis 24. März 2019 druckreif. Dann stellen sich rund 60 Autoren mit über 50 Neuübersetzungen vor. Denn darauf zielt dieses Residenzprogramm zunächst ab: den Gastland-Auftritt Tschechiens zu begleiten. Es auch danach am Leben zu halten, ist ein Wunsch vom Martin Krafl, Koordinator des Programms, das neben der Leipziger Buchmesse und den Partnerstädten Leipzig und Brünn die Mährischen Landesbibliothek unterstützt, das Goethe-Institut Prag und die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft, die die Wohnung in der Reichsstraße zur Verfügung stellt, mitten im Zentrum also.

Dass der deutsch-tschechische Literaturaustausch 24 Jahre nach dem letzten Gastauftritt neue Impulse bekommt, sei „hohe Zeit“, sagt Buchmessedirektor Oliver Zille. Aus der Anwesenheit der Autoren aus Tschechien würden „sicherlich zahlreiche spannende Geschichten entstehen, die voneinander mehr erzählen, als eine fiktive Story es jemals leisten kann“. Das schaffe neue Horizonte. Er wünsche dem Gast in „unserer schönen, wilden, sich ständig verändernden Stadt“ einen „produktiven Aufenthalt“.

Sich von der Literatur- und Kulturszene mitreißen zu lassen, legt ihm auch Skadi Jennicke ans Herz und betont die Chancen eines internationalen Kulturaustauschs überhaupt. Das tschechische Kulturjahr beginnt mit dem Leipziger Opernball am 13. Oktober. Er steht unter dem Motto „Ahoj Cesko!“. Was ja wie ein Weckruf klingen kann.

Von Janina Fleischer

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