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Kultur Regional Bukahara bringen Lebensfreude und Leichtigkeit nach Leipzig
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14:14 30.11.2018
Posaune, Tuba, Gitarre, Kontrabass, Mandoline und Geige sind nur ein Bruchteil der Instrumente, die bei Bukahara zum Einsatz kommen. Quelle: André Kempner
Leipzig

 Das Werk 2 ist gut gefüllt, eine lange Schlange steht an der Garderobe, während die Support-Band Doctor Krápula den Rest der Halle A zum Tanzen bringt. Kurz nach neun sind die Lichter gedimmt. Erwartungsvoll blicken die Gesichter nach oben.

Die charismatischen Bandmitglieder von Bukahara kommen auf die Bühne während das Publikum laut in die Hände klatscht. Sie starten mit ihrem ersten Song, der sich irgendwo zwischen Reggae und Folk befindet. In den Bewegungen der Musiker steckt viel Energie und eine ansteckende Leichtigkeit. Schon beim ersten Lied zeigt sich große Begeisterung im Publikum, bei dem fast jedes Alter vertreten ist. Die Leute tanzen wild herum und singen mit.

So vielfältig wie die Band sind auch die musikalischen Einflüsse. Quelle: André Kempner

Max von Einem, ein großer Typ mit blondem, lockigem Haar, bittet das Publikum, sich umzudrehen: „Vielleicht steht jemand hinter euch, der viel kleiner ist“, sagt er. Er kenne das von eigenen Konzertbesuchen: „Ich bin so groß und habe so großes Haar“, scherzt er. Max spielt Posaune und zeigt beim Konzert viel Körpereinsatz. Für den Song „Grotta Delle Ninfe“ schnappt er sich seine Tuba, ab und an schlägt er akzentuiert die Snare.

Motorische Meisterleistung: Der Halbtunesier Soufian Zoghlami übernimmt die Hauptstimme, während er zeitgleich Bassdrum spielt. Quelle: André Kempner

Alle Bandmitglieder von Bukahara sind Multi-Instrumentalisten, und barfuß auf der Bühne unterwegs. Jeder bringt entsprechend seines Ursprungs andere kulturelle Einflüsse ein.

Unterschiedliche kulturelle Einflüsse

Der Halbtunesier Soufian Zoghlami mit den lockigen braunen Haaren, übernimmt meist die tragende Hauptstimme. Wie er es schafft, zu singen, Gitarre zu spielen und zeitgleich die Bassdrum zu treten, ist wohl das Geheimnis seiner Motorik. Ahmed Eid kommt aus Palästina und singt auf Arabisch. Durch seinen perkussiv gespielten Kontrabass, fällt es kaum auf, dass es kein Schlagzeug gibt. Daniel Avi Schneider bringt romantische Klänge auf die Bühne: Mit seiner Geige bietet er einen deutlichen Kontrast zur Posaune. Der Schweizer hat jüdische Wurzeln.

Während des Konzerts schwappt die Leidenschaft der Musiker auf das Publikum über. Die Stimmung ist unvergleichlich. Mit ihren Bewegungen, der tiefgehenden Stimme des Leadsängers und den kraftvollen Instrumenten bringen sie die Leute zum tanzen. Einige schließen die Augen. Andere umarmen sich. Wieder andere springen wild umher. So unterschiedlich wie die Band selbst ist auch das Publikum. Eins haben alle gemein: Die Freude an Musik und am Tanzen.

Besondere Mischung

Sich bei Bukahara auf ein Genre festzulegen, scheint unmöglich. Zu unterschiedlich sind die Einflüsse, Instrumente und Songs. Und gerade diese Mischung ist es, die Bukahara besonders macht. Dass Folk, Reggae, Swing, Balkan-Sounds und Afro-Beats vereinbar sind, zeigen die vier Künstler mit viel Enthusiasmus und musikalischer Hingabe. Mit großer Experimentierfreudigkeit durchbricht die Band Grenzen und sorgt so für ihre eigenen Stil.

Beim Song „Eyes Wide Shut“ prägt ­vierstimmiger Gesang das Stück. Von den kurzweiligen technischen Problemen lassen sich die Fans nicht beirren, sie singen beschwingt und kraftvoll weiter. „So, jetzt wollen wir uns aber alle ein bisschen näher kommen“, ruft der Tuba-Spieler die Besucher auf. Nach kurzem Zögern schunkelt die ganze Halle von links nach rechts.

Dass Folk, Reggae, Swing, Balkan-Sounds und Afro-Beats vereinbar sind, zeigten die vier Künstler im Werk 2. Quelle: André Kempner

Pure Lebensfreude

Zum Ende kommt die Vorband Doctor Grápula zu den vier Multi-Instrumentalisten auf die Bühne. Die zwei Bands haben sich auf der Tour durch Südamerika kennengelernt. Die Kolumbianer von Doctor Grápula sind mit Latin-Ska-Punk in ihrer Heimat gefeierte Musiker. Freundschaftlich spielen sie gemeinsam den letzten Song und lassen das Publikum am Mittwochabend mit aufgetankter Lebensfreude zurück.

Von Maria Sandig

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