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Che Sudaka: Rebellische Lebensfreude in der Nato

Südamerikanische Band Che Sudaka: Rebellische Lebensfreude in der Nato

Kein Fuß stand still in der Nato bei den lateinamerikanischen Rhythmen und eingängigen Melodien von Che Sudaka. Die Band aus Barcelona brachte das Publikum in der Nato mit ihrem besonderen Mestizostil zum Tanzen.

Die Energie stimmte: Das Publikum in der Nato tanzte vom ersten bis zum letzten Takt beim Konzert von Che Sudaka.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Vom ersten bis zum letzten Ton tanzt das Publikum. Kein Fuß steht still in der Nato bei den lateinamerikanischen Rhythmen und eingängigen Melodien von Che Sudaka. Am Dienstagabend spielte die Band aus Barcelona dort einen besonderen Mestizostil, eine Mischung aus Ska, Punk und Cumbia. Mit ihrer neuen, neunten Platte „Almas Rebeldes“ (rebellische Seelen) touren die zwei Argentinier und zwei Kolumbianer derzeit durch Europa.

Besonders Leo (Gitarre, Gesang) und Kacha (Gesang), Brüder aus Argentinien, heizen die Stimmung im gut gefüllten Saal an. Durchgehend beziehen sie das Publikum, „la familia“, wie sie es nennen, in ihre energiegeladene Show mit ein. Und die Feierlaune springt über. Spanischsprachige Lieder und wild-tanzbare Rhythmen entführen die etwa 140 Gäste für eine Nacht nach Lateinamerika.

Mit Deutsch ins Herz der Zuhörer

Zwischen den Songs beeindruckt Sergio aus Kolumbien mit seinen Deutschkenntnissen. Er wolle mit der Muttersprache direkt ins Herz der Zuhörer treffen, verkündet der zurückhaltende Akkordeonspieler. Das bunt gemischte Publikum in der Nato dankt ihm das, obwohl der Großteil offensichtlich auch des Spanischen mächtig ist. So fordern die Fans etwa die Zugabe auf Spanisch: „Otra“ schallt es in der Südvorstadt.

Die Texte Che Sudakas sind durchgehend sozialkritisch. Handeln von Fremdenfeindlichkeit, Korruption, Konsumkritik und Immigration. Kacha, Leo, Sergio und Jota (Gitarre) kamen um das Jahr 2000 als illegale Einwanderer nach Spanien. Sie lernten sich in Barcelona als Straßenmusiker kennen und gründeten die Band. „Che“ ist ein argentinisches Füllwort und bedeutet so viel wie „Hey“. „Sudaka“ ist ein spanisches Schimpfwort für südamerikanische Immigranten. Inzwischen spielten die Musiker rund 1500 Konzerte auf fünf Kontinenten.

Lebensfreude trotz ernster Themen

Trotz der Ernsthaftigkeit und dem politischen Anliegen in ihren Liedern sprühen diese vor Lebensfreude: Ganz zu Beginn des Abends macht die Band das mit dem Titel „Serás Feliz“ (Du wirst glücklich sein) deutlich.

Und zum Glück gehört eben voller Einsatz: Kurz vor Ende der eineinhalb stündigen Show kämpft Kacha mit der Erschöpfung. Sein Bruder Leo bringt die Stimmung derweil noch einmal richtig zum Kochen. Aber bitte ohne Handy: Leo fordert einen Zuhörer auf, doch bitte mit der Menge zu tanzen – ohne gleichzeitig mit dem Smartphone zu filmen. Applaus vom restlichen Publikum.

Che Sudaka in Manu-Chao-Manier

In bewährter Manu-Chao-Manier ziehen die vier Musiker ihre eingängigen Lieder aneinander, vermischen Melodien, so dass teilweise keine klaren Grenzen zu erkennen sind. Das Konzert bietet damit einen echten Mehrwert zur Platte.

Einzig der Beat aus der Konserve lässt an der Spontanität zweifeln: Mit Schlagzeug hätten die Latino-Punker intensiver improvisieren können. Insgesamt erschaffen sie aber auch mit ihrem Drum-Computer eine südamerikanische Leichtigkeit.

Und so stimmt die Chemie zwischen den tanzenden Zuhörern und den vier von Che Sudaka. „Never forget: The life is a party“, erinnert Leo die Menge kurz vor Schluss noch einmal. Das Leben ist ein Fest, komme, was wolle.

Von Theresa Held

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