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Kultur Regional Deutsche Cowboys zum Anfassen: Boss Hoss in der Arena gefeiert
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16:27 17.03.2019
The BossHoss spielten zum Tourauftakt in der Arena Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Leipzig, wir sind wieder da!“ dröhnt Sascha Vollmers Stimme über das Meer erhobener Hände. Und aus dem Off rückt Alec Völkel sich den Barhocker zurecht. Was anfangs silbrig von den Country-Saiten tröpfelt, alsbald von kantigen Beats untersetzt wird, riecht nach purer Freiheit, nach viel Lagerfeuer und einer Menge Lust, die prächtig gefüllte Arena immer weiter aufzuheizen.

Ausverkaufte Arena: The BossHoss rocken die Halle bei ihrem Tourauftakt in Leipzig.

Seastick Steve wärmt auf

Schon raunt Vollmer pathetisch ins Mikro, als schwenkten im Hintergrund die Saloon-Türen nach: „The BossHoss ist in der Stadt.“ Unter den grellen Scheinwerferkaskaden jubelt die Menge Samstagabend die Präsentation des neuen Band-Albums „Black Is beautiful“ herbei. Jubel, Trubel, Party-Atmosphäre schon zu Beginn, nachdem der Kollege Seastick Steve mit einem Arsenal teils selbst konstruierter E-Gitarren einen rauen Blues-Acker bereitet hatte.

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Den bestellen nun Boss Burns und Hoss Power, wie gewohnt in Lederweste und Cowboyhut, mit den scharfkantigen Klängen ihrer aktuellen Platte. Denn so leidenschaftlich die einstige Bürgerrechtsbewegung gleichen Namens die Staaten erfasste, so viel Herzblut legt The BossHoss auch dieses Mal in die Songs, allesamt getragen sind von jener in urkräftigen Farben auftrumpfenden Bläser-Section aus Trompete, Posaune und Saxophon.

Stilsicherer Rock mit Herz und Können

Da schält auch schon Boss Burns den ersten Country-Appetizer aus frühen Tagen aus seinen Saiten, bis er schließlich glückselig vor Riffs rücklings auf dem Bühnenboden endet. Doch das ist nur der Einstieg. Die Spots gehen an für Neues wie eine Hymne für die Ladies: „She“ kommt mit eher geschmeidiger Rhythmik daher. Losgelösten Rock ’n’ Roll gibt’s in „AYO“, und „Cook It Up“ prunkt mit einer ausgedehnten Harmonika-Sequenz. Alle Achtung: Auch dieses Album ist stilsicherer Rock mit Herz und Können, wirksam für Tausende und dennoch knorrig-sympathisch im Ton.

Eine Band zum Anfassen

Wer solch eine Qualität hinter den gefeierten Frontmännern zu bieten hat, darf sich auch einen kleinen Bühnen-Gag erlauben – wir sind ja im Wilden Westen. Gleich unten an der mit Scheinwerferbatterien und länglichen Bildschirmen dreigeteilten Bühnenrückwand kann sich, wer will, einen Drink genehmigen. The Boss Hoss haben nicht nur ihre akustischen Novitäten mitgebracht, sondern gleich an den Gaumen gedacht. Erst schlürft die Band, dann bühnenwirksam zwei Verlobte und gegen Ende der gut zweieinhalbstündigen Show lädt Hoss Power die Damen aus der ersten Reihe zum Kurzen auf die Bühne. Eine Band zum Anfassen sozusagen.

Das pure Country-Feeling

Musikalisch ist es da längst ein Fest, haben die beiden Protagonisten mit ihrem eingangs formulierten Wunsch, alle Schäfchen einzusammeln, die gute Tat nicht nur im Song „Good Deed“ beschwört. Der rhythmischen Feuerbälle bedarf es da gar nicht mal mehr, das pure Country-Feeling, die rauchig lebenserfahrene Stimme gepaart mit einprägsamen Melodien nimmt man den beiden Frontmännern auch im 15. Bühnenjahr gerne ab.

Einfach beautiful

Doch genug haben sie an diesem Abend noch lange nicht: Die großen Nummern vergangener Jahre wie „Break For Me“ oder „Never Ever Stay At My Heart“ beflügeln schließlich Boss Burns, sich von der Menge einmal quer übers Parkett surfen zu lassen. Ob das Feuerball-umrankte „Dos Bros“, die von hunderten Smartphone-Lichtern beschienene „Jolene“ oder der federnde Groove des erfolgreichsten Hits „Don’t Gimme That“ mit Backgroundchor frisch aus dem Publikum: The BossHoss legen an diesem Abend einen starken Tourauftakt ganz im Zeichen ihres neuen Albums Albums hin: einfach beautiful!

Von Torsten Fischer

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