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Kultur Regional Die Deutschen nach dem WM-Aus: Schuld und Bühne
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11:55 12.07.2018
Natürlich der Hauptschuldige am Ausscheiden gegen den Fußballgiganten Südkorea: Nationalspieler Mesut Özil. Quelle: dpa
Leipzig

Wenn etwas misslingt oder gar Schlimmes passiert, dann sucht der Mensch Entlastung. Nichts beruhigt ihn so sehr wie die Präsentation eines Schuldigen. In analogen Gruppen und noch mehr in digitalen Schwärmen funktioniert dieses aus der Steinzeit mitgeschleppte Muster ganz hervorragend. Manchmal muss man sich den Sündenbock auch basteln oder – wie man heute sagt – ein Narrativ von ihm bilden. Die Figur des russischen Hackers ist so eins. Wenn bei irgendeinem Bundestagsabgeordneten der Wasserkocher im Büro schlappmacht, hat er seine Finger im Spiel. Was der Hacker nicht hinbekommt – z.B. in der englischen Provinz Nowitschok fallen lassen – muss „der Geheimdienstler“ richten.

Im Fußball stehen wir noch am Anfang, da ist es komplizierter, zumal die ARD die russisch-deutsche Moderatorin Palina Rojinski durch Moskau geschickt hat und erzählen lässt, dass in Russland nicht nur gefoltert werde. Sicher eine Doppelagentin, die Frau. Aber zurück zum Kern: Deutschland hat zweimal verloren, leider nicht gegen die Russen. Da die ja gedopt waren – wie sonst sollten die plötzlich so gut spielen, außerdem hat jemand beim Stürmer Artem Dzyuba ein Einstichloch am Arm gesehen – hätte man die Sache hier elegant erledigen können.

Aber so ...  holt man das vor der WM eingefrorene Schuld-Narrativ Mesut Özil wieder hervor. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat dazu zum Glück schon alles gesagt: „Auf die Idee, dass ein Foto mit Erdogan an der Niederlage gegen den Fußball-Giganten Südkorea Schuld sein soll, können auch nur DFB-Funktionäre nach drei Wochen Nachdenken kommen.“ Viel Spaß also bei der weiteren Suche, DFB!

Von Jürgen Kleindienst

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