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Kultur Regional Die Lipsi Lillies machen im Centralkabarett ihr „Grand Hotel Burlesque“ auf
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13:10 30.11.2018
Mitzi von Sacher, Mirielle Tautou, Roxie Heart, Simone de Boudoir und Mr. Rapido (v.l.) im Blauen Salon. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Man nähert sich dem „Grand Hotel Burlesque“, der Weihnachts-Dinnershow der Lipsi Lillies also, die am Donnerstagabend im ausverkauften Central Kabarett Premiere feierte, am besten streng objektiv mit der Frage: Was gibt’s hier für die 69 Euro Kartenpreis?

Bilder aus der burlesquen Dinnershow der Lipsi Lillies im Central Kabarett.

Zunächst einmal ein Vier-Gang-Menü, das eigentlich eines in drei Gängen ist. Denn den Vorab-Brotkorb als Gang zu etikettieren, erscheint doch allzu kühn. Der Rest aber ist erfreulich: Die karibische Linsensuppe mit Mandelsplittern ist fabelhaft und würde in der freien gastromonischen Wildbahn mit 7 Euro nicht überbezahlt sein, die Barbarie-Entenkeule mit Orangen-Thymian-Soße auf Rotkohl neben Kartoffelkloß ist wirklich gut und großzügige 18 Euro wohl wert, und die solide Delice Karamell zum Schluss mag mit 8 Euro fair veranschlagt sein. Macht zusammen 33 Euro – was die Frage aufwirft, was es für die restlichen 36 geben mag.

Schöne Aussicht

Zunächst einen schönen Raum mit Blick auf den großen Weihnachtsbaum sowie Lichter und Dächer des einschlägigen Marktes, dazu einen netten Service. Beides schwer zu taxieren – womit dann nur noch die „Burlesque Show“ der vom gelenkigen In-Unterhosen-Fensterputzer (sauber werden sie dabei nicht) Mister Rapido unterstützten Lipsi Lilies bleibt.

Burlesque also – ein weites Feld mit schwer zu bestimmenden Grenzen. Es wird nicht kleiner dadurch, dass Simone de Boudoir, Mirielle Tautou und Roxie Heart sowie „Concierge“ Mitzi von Sacher immer wieder betonen, alles sehr „burlesque“ zu machen in ihrem Grand Hotel gleichen Namens, von der Wäsche bis zum Aufräumen, der Massage bis zum Staubsaugen. Und dass Wikipedia uns aufklärt, bei der „Burlesque“ handele es sich um „eine Gattung des US-amerikanischen Unterhaltungstheaters hauptsächlich im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts“, hilft auch nicht weiter.

Partielles Blankziehen

Am konkreten Erlebnis im Blauen Salon ließe sich folgende Definition festmachen: Burlesque ist, wenn man’s trotzdem macht, wenn also Menschen Dinge, die sie mäßig (tanzen), kaum (Texte aufsagen) oder überhaupt nicht (singen) beherrschen, auf der Bühne tun und dabei hin und wieder partiell blankziehen. So etwas wie Bühnenpräsenz entwickelt von den Beteiligten allenfalls die üppige Mitzi von Sacher – aber selbst die hält es nicht für nötig, ihre Liebeserklärung an die neue Waschmaschine auswendig zu lernen und liest hemmungslos vom Blatt. Es muss also doch die Aussicht sein. Denn diese Fremdschäm-Revue kann niemand im Ernst mit 36 Euro eingepreist haben. Obschon der Vollständigkeit halber anzumerken bleibt, dass an manchen Tischen Vergnügtheit lautstark Bahn sich bricht. Wahrscheinlich sitzen da begnadete Witze-Erzähler.

Grand Hotel Burlesque“ im Central Kabarett, Vorstellungen: 3., 4., 8., 11., 12., 19., 20., 21. Dezember, 1., 2., 14. Februar, 1., 2., März; Karten (69) gibt’s unter anderem bei der Ticketgalerie im LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19, im Barthels Hof, Hainstr. 1, in unseren Geschäftsstellen, unter der gebührenfreien Hotline 0800 2181050 auf www.ticketgalerie.de sowie im Central Kabarett, Markt 9, Tel.: 0341 52903052 und unter www.dinnershow-leipzig.de

Von Peter Korfmacher

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