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Kultur Regional Auf Soundinseln im Leipziger Noch Besser Leben
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15:08 21.07.2018
Haben ständig Hunger nach Elektro-Pop: die „Hunger“-Musiker Jörg Hochapfel (links) und Christoph Rothmeier. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Als das Konzert von „Hunger“ im Noch Besser Leben am Freitagabend losgehen soll, befinden sich genau fünf Leute im Zuschauerraum in der ersten Etage. Ein paar einsame Raucher sitzen vor dem Fenster an der Bar, begleitet von grauen Schwaden und Indie-Musik. Kein Wunder, dass Jörg Hochapfel und Christoph Rothmeier lieber noch etwas warten, bis sich mehr Leute einfinden, um ihre Musik zu feiern.

Duo nimmt sich nicht immer ernst

Seit 1996 ist das Elektro-Pop-Duo im In- und Ausland mit Konzerten oder Performances zu erleben, nimmt sich und seine Musik nicht immer ernst und experimentiert gern zusammen, ohne wirklich zusammenzuspielen. Hochapfel bedient die Keyboards, Rassel und Melodica, während Rothmeier am Schlagzeug und dem Drumcomputer tätig ist. Stimme geben sie beide, gleichzeitig oder abwechselnd.

Einstand erinnert an loopähnliche Kreation

Kurz vor Beginn des Gigs tänzelt Rothmeier über den Teppich, auf dem Schlagzeug und Keyboard stehen, Brille auf der Nase und Cap auf dem Kopf. Auf die Frage „Na, aufgeregt?“ antwortet er mit einem verschmitzten Grinsen und „Joa schon, aber is immer gut, ne?“. Er nimmt einen letzten Schluck von seinem Bier und das Keypiece des Bühnenoutfits wird übergeschmissen: ein kariertes Sakko mit aufgenähten Sternen an der Schulterpartie. Die Konservenmusik verstummt und nach ein paar Beleuchtungsproblemen („Siehst du mich hier überhaupt?“) kann es losgehen. Der Einstand des ersten Stückes erinnert an eine loopähnliche Kreation eines quengeligen Kleinkinds, das sein „Mjam, mjam“ in den Raum hämmert und anschließend mit einem Spielzeugauto Beschleunigungs- und Schaltgeräusche übt. Könnte auch eine heftige meditative Wirkung haben, wenn das Schlagzeug auf dem engen Raum nicht so unbarmherzig wäre. Aber das später eintreffende Auditorium absorbiert den Klang und stellt etwas mehr Balance im Raum her.

Künstler ziehen ihren Faden durch

Bei manchen Songs spielen beide Künstler auf ihren eigenen Soundinseln, lassen sich nicht aufeinander ein und ziehen ihren Faden durch. Das Schlagzeug rast vorneweg, das Keyboard humpelt hintendrein und verliert sich in seinem Sumpf, ungeachtet irgendwelcher Taktvorgaben. Beide nehmen die musikalischen Spielregeln nicht so ernst und ihre Fans damit für sich ein. Mit „Canibal Batida“ kommen ein paar Sommerklänge in den schwülen, vorhangverhangenen Raum, aber obwohl einige am Boden sitzende Zuhörer ungeduldig mit den Füßen wippen, wird nicht getanzt, sondern nur gelauscht. Der englische Text und die Instrumentalisierung verschwimmen zusammen in einem Toncluster und machen das Cool-im-Takt-Nicken zu einer echten Herausforderung.

Ansagen gibt’s nicht

Bei „Give Back To The Monkey Where The Monkey Belongs“ packen Hochapfel und Rothmeier ihre Pfeifkünste aus, lassen eine träumerisch gesungene Vokalisierung über hibbeligen Drums schweben. Nach den Songs kommt meist nur ein schüchternes „Danke“, Ansagen gibt’s nicht. Laut Eigenaussage ist keiner der beiden so richtig gut darin. Nach einem langsamen Fadeout des nächsten Songs stellt Hochapfel nüchtern fest: „Das Ende war schlecht.“ Spontane Lacher sind die Ernte. Das letzte Stück „(Hurts like) Brand New Shoes“ bietet einen lässigen Einstieg des Keyboards, entspanntere Beats des Schlagzeugs und noch einmal Lounge-Stimmung, bevor sich das verehrte Publikum in die laue Abendluft der Karl-Heine-Straße stürzt.

Von Katharina Stork

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