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Kultur Regional Frei.Wild: Wohlfühltexte mit anrüchiger Note
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23:42 16.04.2018
8000 Fans kamen, um die Band Frei.Wild in der Leipziger Arena zuerleben. Quelle: André Kempner
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Leipzig

8000 Fans haben am Montagabend "ihre" Südtiroler in der Leipziger Arena gefeiert. Proteste gegen das Konzert der Deutschrocker Frei.Wild, wie etwa am Freitag in Bremen, gab es keine. Das lag vielleicht auch daran, dass die Veranstalter so gut wie keine Werbung für das Konzert gemacht hatten. Der skandalumwitterten südtiroler Band wird regelmäßig vorgeworfen, Lieder mit nationalistischen Texten zu singen, so dass auch Rechtsextreme mit ihnen sympathisieren. Im Herbst waren zwei Männer mit Klamotten, die einen der beiden als Fan kennzeichneten, in Connewitz attackiert worden.

Insgesamt ist der Grundtenor auf der Bühne aber eher kuschelig. Frei.Wild besingt die Freundschaft, die Liebe. Überraschend: Sänger Philipp Burger kündigt "verbotene Liebe, verbotener Kuss" an – als Lied "für ein bisschen mehr Toleranz und Offenheit", um "Grenzbäume zu öffnen". Der Sänger des Quartetts, der wegen seiner früheren Nähe zur rechten Szene häufig kritisiert wird, wiegt die Leipziger mit geistreichen Liedzeilen wie "wer nicht kämpft, kann nur verlieren" durch den Abend. Das Lied "Herz schlägt Herz" erinnert mehr an Schlager als an anrüchige Rocker.

Vor rund 8000 Fans spielten am Montag die Deutschrocker von Frei.Wild in der Arena Leipzig ihr gleichnamiges Album auf der Rivalen und Rebellen-Tour. Fotos: André Kempner

Gleichzeitig übt Burger Medienkritik, er ist mit der Kritik an seiner Band nicht einverstanden: In einem Artikel sei Frei.Wild als völkisch und frauenfeindlich dargestellt worden. "Vielleicht seid ihr der Grund dafür, dass wir jetzt da stehen, wo wir jetzt sind", fügte er provokant hinzu.

Das Publikum in der Arena scheint teilweise weniger auf ein gutes Image bedacht: Es ist stark von jungen Männern mit sehr kurzen Haaren, Muskeln und schwarzen Fan-T-Shirts dominiert. Lieder wie "Männer aus Stahl" der Bitterfelder Vorband Goitzsche Front heizen die Stimmung ein und feierten ein patriarchales Weltbild. Bei den ersehnten Stars, die erst eineinhalb Stunden nach Konzertbeginn auf die Bühne traten, betäuben die einen Fans überschüssige Energie mit Bier. Andere ließen den Aggressionen beim Pogo zu Liedern wie "Südtirol" freien Lauf. "Du bist mein Heimatland", "das schönste Land der Welt" singen sie, die gewisse nationale Heimat-Note darf eben nicht fehlen.

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