Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Regional Gastland Tschechien stellt „Ahoj Leipzig!“ vor
Nachrichten Kultur Kultur Regional Gastland Tschechien stellt „Ahoj Leipzig!“ vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:04 28.11.2018
Über 200 000 Besucher werden vom 21. bis 24. März 2019 auf dem Messegelände erwartet. Quelle: Tom Schulze
Leipzig

Martin Krafl war 18, erzählt er, als tausende DDR-Bürger 1989 in der Deutschen Botschaft in Prag Zuflucht suchten. Nachdem sie ausreisen durften, blieben ihre Trabis zurück, standen in den Straßen Prags. Das war schön für die jungen Prager, für die Stadt war es ein Problem.

Martin Krafl wurde später Pressesprecher von Václav Havel, heute ist er heute Programmkoordinator für den Auftritt Tschechiens als Gastland der Leipziger Buchmesse vom 21 bis 24. März 2019 und hat am Mittwoch bei einem Pressegespräch das Programm „Ahoj Leipzig!“ vorgestellt, das eingebettet ist in ein deutsch-tschechisches Kulturjahr mit Lesungen, Filmen, Konzerten und Ausstellungen, rund 130 davon während der Buchmesse.

Programmkoordinator Martin Krafl. Quelle: André Kempner

Auf dem Messegelände werden die Besucher dann in der Glashalle von einer Skulptur begrüßt, die das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig für vier Tage ausleiht: Ein Trabi mit vier Menschenbeinen. „Quo Vadis“ heißt das Werk des tschechischen Künstlers David Cerný, das hier im Original ist. Die Kopie steht in Prag.

Buchmessedirektor Oliver Zille erinnert daran, dass es bald 24 Jahre her ist, dass Tschechien sich in Leipzig präsentiert hat, „damals wurden Transformationsprozesse diskutiert“. Heute sei die Euphorie weg, der Schwung auch, und die Frage stehe auf der Tagesordnung: „Wie können die demokratischen Errungenschaften verteidigt werden?“

Er freue sich auf die vielen neuen Stimmen, denn „meine Favoriten der Vergangenheit kenne ich – die neuen noch nicht“. Ein Bindeglied ist der 90-Jährige Pavel Kohout, er wird am 19. März in Haus des Buches zu Gast sein, gemeinsam mit seiner Tochter Tereza Boucková und seinem neuen Buch „Aus den Tagebüchern eines Europäer“, das 2019 im Osburg Verlag erscheint.

Pavel Kohout. Quelle: David Konecny

Mehr als 60 Neuerscheinungen werden in Leipzig vorgestellt, neben über 30 übersetzten Romanen sind das zehn Lyrikbände, fünf Sachbücher, drei Kinder- und Jugendbücher, zwei Comics und zwei Theater-Anthologien.

Zu den in Deutschland bereits bekannten Schriftstellern zählen Jaroslav Rudis, der mit seinem erstmals auf Deutsch verfassten Roman „Winterbergs letzte Reise“ (Luchterhand Verlag) und der Kafka Band kommt, Radka Denemarková mit „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ (Hoffmann und Campe) und Jáchym Topol mit „Ein empfindsamer Mensch“ (Suhrkamp).

Iva Pekárková Quelle: buchmesse

Zu den zum Teil noch zu entdeckenden Autoren gehört Iva Pekárková, die sich mit Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzt und deren Buch „Noch so eine“ (Wieser Verlag) die eigene Fluchterfahrung thematisiert. 1985 war sie, Jahrgang 1963, in die USA ausgewandert und wurde eine der wenigen weiblichen Taxifahrer in New York City.

Heute lebt die Autorin in London. Iva Pekárková wird im Dezember in Leipzig wohnen – im Rahmen des Residenzprogramms für den Austausch deutscher und tschechischer Schriftsteller. Der Gastauftritt hat längt begonnen.

www.ahojleipzig2019.de

Residenzprogramm für Autoren

Tschechien ist Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 (21.–24. März). Im Rahmen eines Residenzprogramms für den Austausch deutscher und tschechischer Schriftsteller leben und arbeiten fünf Autoren aus dem Nachbarland für jeweils einen Monat in Leipzig. Im Gegenzug erhalten fünf deutsche Autoren die Möglichkeit für einen Aufenthalt in Brünn (Brno). Unterstützt wird das Programm von der Mährischen Landesbibliothek, der Leipziger Buchmesse, den Städten Leipzig und Brünn und dem Goethe-Institut Prag sowie der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft. Bisher waren Petr Borkovec, Jaromír Typlt zu Gast, bis Anfang Dezember bleibt Kateřina Tučková in der Stadt. Von ihr ist gerade der Roman „Gerta. Das deutsche Mädchen“ (Klak Verlag) erschienen. Danach kommen noch Iva Pekárková und Lucie Lomová.

In Brünn sammeln Luise Boege, Bettina Hartz, Roman Israel, Isabelle Lehn sowie Bernhard Setzwein Eindrücke und Erfahrungen.

www.ahojleipzig2019.de

Von Janina Fleischer

"Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft" heißt die neue Ausstellung im Grassi Museum für Angewandte Kunst, die das Thema Bauen und Wohnen im Kollektiv umfassend beleuchtet. Auch Leipziger Projekte gemeinschaftlicher Architektur sind bis zum 17. März 2019 erlebbar!

28.11.2018

Im Jahr 2024 feiert das Grassi Museum für Angewandte Kunst das 150. Jubiläum seiner Eröffnung. Grund genug, um Fragen nach der Zukunft des Museums zu stellen. Und dazu gehört auch der vorm Museum liegende Johannisplatz. Die neue Ausstellung ist bis zum 17. März 2019 zu sehen!

28.11.2018

Das Grassimuseum für Angewandte Kunst blickt mit zwei neuen Ausstellungen in die Zukunft: Bei „Grassi future“ geht es um architektonische Visionen für den Johannisplatz. Die Schau „Together!“ widmet sich einer neuen Architektur der Gemeinschaft.

10.12.2018