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Kultur Regional „Ilse Bähnert, die lustige Witwe der Operette“ im Gewandhaus
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14:37 03.12.2018
Gastspiel von Tom Pauls mit dem Programm " Ilse Bähnert -Die lustige Witwe in der Operette " im Gewandhaus in Leipzig Foto: Andre Kempner Quelle: Kempner
Leipzig

Operette mal ganz anders: Ilse Bähnert, die berühmte lustige Witwe aus Sachsen, hielt das Publikum am Sonntag im Gewandhaus auf Trab. Wenn die etwas schrullige Dame einmal ins Plaudern kommt, ist sie so schnell nicht mehr zu bremsen. Mit Charme und Witz präsentiert sie gemeinsam mit der Elbland Philharmonie Sachsen und weiteren Gästen die größten Hits der Operettengeschichte – auf sehr eigene Weise.

Als lustige Operetten-Witwe Ilse Bähnert hat Tom Pauls gleich zwei Mal das Publikum im ausverkauften Gewandhaus zum Toben gebracht.

Schauspieler Tom Pauls, der die Figur vor über 20 Jahren ins Leben gerufen hat, verleiht seiner Paraderolle mit erfrischender Lebendigkeit immer wieder neue Charakterzüge. Frech wie eh und je, dabei liebenswert führt er durch den bunten Abend, erzählt muntere Anekdoten und verteilt kecke Sprüche, bei denen niemand, verschont wird. Fast ununterbrochen regnet es Lachsalven von den doppelt voll besetzten Rängen des großen Saals.

Aufgeweckt, locker und flockig

Auch musikalisch kommt das Publikum auf seine Kosten: Die Elbland Philharmoniker unter der Leitung von Ekkehard Klemm spielen die hinreißenden Melodien der beliebtesten Operetten-Schlager wie „Ich bin die Christel von der Post“, „Dein ist mein ganzes Herz“, „Lippen schweigen“ und den „Weibermarsch“ mit Hingabe, aufgeweckt, locker und flockig. Ein Gassenhauer jagt den nächsten, wenn die Filetstücke der großen Operetten „Der Vogelhändler“, „Die Fledermaus“, Die lustige Witwe“ oder „Im weißen Rössl“ auf dem Programm stehen.

Wenn die stimmlich ein wenig angeschlagene Ilse Bähnert – die leichte Heiserkeit gibt Pauls in der Rolle der alten Dame nur ein noch größeres Maß an Glaubwürdigkeit – nicht gerade eine solistische Einlage vorführt, bekommt sie tatkräftige Gesangsunterstützung von Sopranistin Jana Büchner und Tenor Sebastian Fuchsberger. Die beiden sorgen mit angemessen übertriebenem Pathos mal allein, mal im Duett für den nötigen Kitsch, der zu dieser Art von Musik irgendwie dazugehört. Und die lausbübische Bähnert mischt immer mit: Ob pantomimisch von der Seite her, gesanglich schmachtend mittendrin oder instrumental ausgestattet mit Kastagnette und Kuhglocke – irgendwie gibt sie immer ihren Senf dazu. Zur offensichtlichen Freude des Publikums.

Soektakuläres Solo-Intermezzo

Für eine weitere Bereicherung des kurzweiligen Abends sorgt das tumultierende Virtuosenspiel von Tubist Jörg Wachsmut, den Ilse Bähnert liebevoll als die „Kalaschnikow unter den Tubisten“ bezeichnet und dem sie, wie die meisten im Saal, spätestens nach dem spektakulärem Solo-Intermezzo zu Bachs Badinerie verfallen ist.

Standing Ovations nach ausdauerndem Johlen.

Von André Sperber

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