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Kultur Regional Karussell bringen neues Album auf den Markt
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19:01 02.05.2018
Hören sich im Naunhofer Tonstudio die Endmischung des neuen Titels „Meine Stadt“ an: Bandmitbegründer Wolf Rüdiger Raschke (70) und sein Sohn Joe (38). Quelle: Thomas Kube
Naunhof

„Sie verteilen das Glück mit ihrer Musik und bringen ein Stück Jugend zurück“, textete Joe Raschke, Frontmann von Karussell. Und er meint damit: Karussell. Das neue Album der Leipziger Band, das diesen Titel enthält, kommt am 11. Mai in den Handel, heißt „Erdenwind“ und knüpft musikalisch an Traditionen der Gruppe an.

Im kleinen Naunhofer Tonstudio, in dem schon der größte Karussell-Hit, „Als ich fortging“, entstanden war, sitzen Raschke und sein Vater Wolf Rüdiger, hören sich die Endmischung von „Meine Stadt“ an. Das Lied hat das Zeug, an den alten Erfolg anzuknüpfen, geht bereits nach wenigen Takten ins Ohr. Als erste Auskoppelung läuft er seit wenigen Tagen in einigen Radiosendern.

Der 38-Jährige schildert darin seine Erfahrungen mit Leipzig, ohne den Ortsnamen je zu nennen. Eher ein Stimmungsbild, eine Ode an die Stadt, in der der Naunhofer aufwuchs und in der er immer noch viel Zeit verbringt. Eine dem Menschen gewidmete Poesie, kein Aneinanderreihen von Sehenswürdigkeiten.

Von Rock bis Pop

Mit seiner Erzählweise erinnert der Song an die Balladen der Band. Karussell wäre aber nicht Karussell, wenn auf der Scheibe nicht auch andere Musikrichtungen Einfluss fänden. Etwas Rock, viel Pop in vielfältiger Ausführung, sogar ein bisschen Anlehnung ans Liedermacher-Genre beim Titel „Frei sei der Mensch“, an dessen Anfang Stimme und Gitarre dominieren, bis die anderen Instrumente hymnenartig einfallen. Mit seinen Wortspielen einer der tiefgründigsten Texte.

Aber selbst er kommt ohne den Zeigefinger aus. „Wir wollen nicht belehren, sondern Gedanken aktivieren“, sagt Joe Raschke. „Wie der Zuhörer die Sache sieht, bleibt ihm selber überlassen.“ Karusselltypisch mixt die Band Alltagsgeschichten von Freude und Enttäuschungen mit aktuellen Tagesthemen, poltischen wie auch wirtschaftlichen Fragen. Unterhaltsam, unaufdringlich, und trotzdem nicht lapidar.

„Als ich fortging“ sollte 1987 nicht erscheinen

Welcher Titel den Publikumsgeschmack am meisten treffen wird, vermag Gründungsmitglied Wolf Rüdiger Raschke nicht vorherzusagen. „Dass ,Als ich fortging’ 1987 derart einschlug, hat niemand geahnt. Keiner von uns wollte den Titel mit auf die Platte nehmen, aber ich überzeugte die Band, es doch zu tun“, erinnert sich der 70-Jährige und bekennt mit einem Schmunzeln: „Wir hatten mehrere überraschende Nummer-eins-Hits. Andererseits dachten wir von manchen Liedern, sie würden auch so erfolgreich sein, und keinen haben sie interessiert.“

Die meisten Instrumentalspuren der aktuellen CD nahm die Band – wie es Tradition ist – im Naunhofer Tonstudio auf. Eingesungen hat sie bei den Hansa-Studios am Potsdamer Platz in Berlin, in denen schon solche Größen wie David Bowie, Depeche Mode und U2 Welthits mixten. „Dort können wir selber entscheiden, was wir tun, an Feinheiten feilen und notfalls noch mal ein paar Akkorde nachspielen, die kräftiger rauskommen sollen“, erklärt Joe Raschke.

Album-Release in der LVZ-Kuppel

Das Resultat wurde auf die Tonträger gepresst. Am 7. Mai wird der Radiosender RSA ab 20 Uhr in einem zweistündigen Special die Scheibe vorstellen. Hautnah präsentiert wird sie am 15. Mai in der Kuppel der Leipziger Volkszeitung am Peterssteinweg, zunächst in einer Pressekonferenz und ab 20 Uhr für alle Liebhaber. Außerdem beginnt diesen Monat die Tournee der Band, zunächst durch Clubs, ab Juni auch mit Open-Air-Konzerten, unter anderem im August zum Sommermusikfestival auf dem Leipziger Markt und am 21. September in Machern. Die meisten Auftritte laufen an der Ostsee. „Dort machen viele Urlaub, da stehen Tausende vor der Bühne“, sagt Wolf Rüdiger Raschke, der hauptberuflich mit seiner Familie das Naunhofer Hotel „Rosengarten“ betreibt.

Der hohe Norden ist zum Teil daran schuld, dass die Fans auf eine neue CD so lange warten mussten – die letzte war 2011 erschienen. „Wir hatten zwischendurch mehrere Projekte, unter anderem den Kinofilm ,Vier Tage auf Hiddensee’ und die Sozialdokumentation ,Ela singt’, die 2017 in Schwerin den Vielfaltspreis erhielt“, erklärt Raschke senior. Am jetzigen, dem mittlerweile neunten Studioalbum sei in den vergangenen zwei Jahren gearbeitet worden. Und zwar mit der „Mission, zu treffen den Ton jeder Generation“, wie sein Sohn Joe in dem der eigenen Band gewidmeten Song reimte.

LVZ Live

Karussell präsentiert das neue Album „Erdenwind“ in der LVZ-Kuppel im Peterssteinweg 19, am 15. Mai, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr). Nach „Loslassen“ sind persönliche Erfahrungen, Emotionen und Begegnungen verantwortlich für die Entstehung dieses facettenreichen Albums. Die individuelle Handschrift der Komponisten macht die Songs unverwechselbar. Die erste Single „Meine Stadt“ widmet Frontman Joe Raschke seiner Heimatstadt Leipzig.

Tickets erhalten Sie bei der Ticketgalerie im LVZ-Foyer (Peterssteinweg 19) und im Barthels Hof (Hainstraße 1), in allen LVZ-Geschäftsstellen, unter www.ticketgalerie.de und an der Tickethotline 0800 2181 050. Der Eintritt kostet 10 Euro, 7,50 Euro mit Abo-Plus-Vorteil für Abonnenten.

Von Frank Pfeifer

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