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Kultur Regional Keine Herzinfarkte: Burlesque-Show der Firebirds im Haus Leipzig
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17:03 11.03.2018
Die Firebirds mit ihrer Burlesque-Show im Haus Leipzig – mit The Pearlettes und der Tänzerin Kiki La Bise (auf der Torte). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mit „Old Time Rock ’n’ Roll“ geht es los, nostalgisches Schmachten nach besseren Zeiten mit Rums. Das macht Stimmung, das Publikum im fast ausverkauften Haus Leipzig klatscht im Takt. Sänger und Schlagzeuger Guido Gentzel führt routiniert mit Charme und Humor durch den Abend, und auch die anderen Firebirds zeigen sich als Alleskönner. Die fünf Leipziger Musiker sorgen für einige Höhepunkte, ob im A-cappella-Quartett die Harmonien nur so klingen oder sie sich auf der Parkbank musikalisch anhimmeln. Zwischendurch tanzt Pianist Alexander Teich auf dem Klavier oder mit Mademoiselle Kiki la Bise.

Man schaut den Herren gerne zu, obwohl sie ihre Kleidung anbehalten. Auf und ab geht es zwischen Balladen und rockigen Klassikern, bei denen besonders Henning Plankl mit jedem seiner Saxofon-Soli heraussteht. Leider kühlt sich die Stimmung, sobald sie mal hochgekocht ist, schnell wieder ab. Sehr passend nennt Gentzel es „von der Druckstarre in die Ekstase“. Und danach wieder zurück.

Später muss sich das Gesangstrio The Pearlettes neben den Firebirds behaupten. In ihrem Repertoire haben sie neben Swing-Klassikern wie „Bei Mir Bistu Shein“ im Doo-Wop-Stil auch etwas für die jüngeren Generationen. Nach einem kleinen Monolog über Selbstliebe und positives Körpergefühl setzen sie zu Justin Biebers „Love Yourself“ an. Ohne sich als „Belieber“ zu outen, kann man doch ganz sicher sagen: In diesem Song geht es nicht gerade um Selbstliebe. Schön anzuhören ist es trotzdem.

Vorbei, als es gerade am Schönsten ist

Als die erste Tänzerin die Bühne betritt, steigt die Spannung: Rita Lynch, die italienische Primadonna in Smoking und Zylinder haucht kleine Sprachübungen ins Publikum, bevor sie zeigt, was ihre Stimme noch alles kann. Und dann fliegt das erste Kleidungsstück, viel zu schnell ist das Lied beendet, und die Firebirds betreten wieder die Bühne. Auch bei der Berlinerin Mademoiselle Kiki la Bise, die sinnlich und ganz in Rot zu Louis Armstrongs Version von „La Vie en Rose“ tanzt, und bei der Schweizerin Zoe Scarlett ist es vorbei, wenn es gerade am Schönsten ist – und man bleibt etwas enttäuscht zurück. Vielleicht liegt das auch an den Zuschauern, denn die Versuche der Tänzerinnen, mit dem Publikum zu spielen, laufen oft ins Leere.

Gegen Ende der Show sorgt Zoe Scarlett dann doch noch für einen Höhepunkt, wenn sie sich mit Unterstützung der Pearletts sogar zu einem (viel zu) kurzen Fächertanz hinreißen lässt und ganz die Diva gibt. Ein Abend mit guter Musik, Witz und ein wenig nackter Haut. Herzinfarkte gab es aber nicht.

Von Tabea Burchgart

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