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Kultur Regional Leipzig zeigt wieder Courage – „Donots“ und Eko Fresh kommen
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18:03 24.04.2018
Das Musikfest gegen Rechts „Courage zeigen“ (Foto vom 30.4.2017) zieht vom Markt aufs Dach der Moritzbastei. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Leipzig tritt am Vorabend des 1. Mai wieder gegen Rassismus und Rechtsextremismus ein: Dann findet in der Messestadt die 21. Auflage des Open-Air-Festivals „Leipzig zeigt Courage“ statt. Mit dabei sind unter anderem die nordrhein-westfälische Punkrockband „Donots“, Rapper Eko Fresh und die palästinensische Gruppe „47 Soul“, wie die Veranstalter am Dienstag in Leipzig mitteilten.

Erstmals findet das Festival in diesem Jahr nicht mehr auf dem Marktplatz, sondern auf dem Dach der Moritzbastei nahe der Universität und dem zentralen Augustusplatz statt. Dort haben den Angaben nach rund 1.500 Besucher Platz. Grund ist ein Veranstalterwechsel, nachdem der bisherige Trägerverein „Leipzig Courage zeigen“ zu Jahresbeginn unter Verweis auf den großen Aufwand seinen Rückzug angekündigt hatte. Die Moritzbastei und der Verein Anker e.V. sprangen ein.

Leipzig zeigt Courage: Initiator Sebastian Krumbiegel (2.v.l.) und Unterstützer am Rande der Pressekonferenz 2018. Quelle: Kempner

Krumbiegel: Viele offene Türen

„Prinzen“-Sänger und Festival-Initiator Sebastian Krumbiegel sagte, nachdem das Open Air in den vergangenen Jahren etwas „verwässert“ sei, habe man sich diesmal wieder explizit um Künstler bemüht, „die hinter dem stehen, was wir transportieren wollen“. Krumbiegel stammt aus Leipzig und hatte das Festival erstmals 1998 als Protestaktion gegen einen Naziaufmarsch in der Stadt organisiert. Neben Hilfen der Stadt bekommt das Festival demnach von der Leipzig-Stiftung und der „Zeit“-Stiftung finanzielle Unterstützung.

Krumbiegel betonte, man könne den Musikern ihre Teilnahme „nicht hoch genug anrechnen“. Es sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, nur für eine Aufwandsentschädigung ein Konzert zu spielen, fügte er hinzu. Krumbiegel lobte den Einsatz von Stadt, Behörden und Zivilgesellschaft. Trotz der kurzfristigen Veränderungen hätten die Organisatoren „viele offene Türen vorgefunden“, so das ehemalige Mitglied des Leipziger Thomanerchors. „Wir werden dieses Festival am Leben erhalten, weil es nötig ist und ein wichtiges Zeichen“, betonte der Sänger.

Fabian: Leipzig ist Ort der Vielfalt

Leipzigs Jugendbürgermeister Thomas Fabian (SPD) erklärte, das Fest biete Kultur und Musik, sei aber vor allem eine politische Veranstaltung. Es solle zeigen, „dass Leipzig ein Ort der Vielfalt ist, an dem Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit entschieden entgegengetreten“ werde. „Ich denke, das ist heute wichtiger denn je“, betonte Fabian.

Schirmherr des Festes ist erneut Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) und Universitätsrektorin Beate Schücking werden zu Redebeiträgen erwartet. Die Moritzbastei ist neben der räumlichen Nähe auch über eine gleichnamige Stiftung eng mit der Leipziger Universität verbunden.

Schücking: Neugier auf das Neue

Schücking sagte, „Leipzig zeigt Courage“ stehe auch für das, was Wissenschaft ausmache. „Es steht für die Neugier auf das Neue und ist ohne das Fremde undenkbar“, betonte die Rektorin. Der freie Austausch von Gedanken schaffe in der Stadt eine Atmosphäre, die eine angstfreie Beschäftigung mit dem Neuen möglich mache und Menschen aus aller Welt zusammenbringe, so Schücking. Der ehemalige Pfarrer der Thomaskirche, Christian Wolff, sagte, es sei wichtiger denn je, für Pluralität, ein multikulturelles und -religiöses Zusammenleben und ein demokratisch starkes Europa einzutreten.

Von LVZ

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