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Leipziger Euro-Scene zündet ab Dienstag ein Feuerwerk der Tanzgeschichte

27. Ausgabe Leipziger Euro-Scene zündet ab Dienstag ein Feuerwerk der Tanzgeschichte

Am Dienstag ist es soweit: die Euro-Scene startet zu ihrer 27. Ausgabe. In diesem Jahr präsentiert das Festival zeitgenössischen europäischen Theaters und Tanzes Künstler aus sieben Ländern und widmet sich Pionieren der Tanzgeschichte.

Ein Kostüm des „Triadischen Balletts“.

Quelle: Wilfried Hösl

Leipzig. Die 27. „euro-scene Leipzig“ beginnt am Dienstag mit einem Meilenstein der Tanzgeschichte. Oskar Schlemmers „Triadisches Ballett“, mit abstrakt-geometrischen Kostümen 1922 in Stuttgart uraufgeführt, ist in einer Rekonstruktion im Leipziger Schauspiel mit dem Bayerischen Juniorballett München zu erleben. Das Programm des bis Sonntag dauernden Festivals zeitgenössischen europäischen Theaters und Tanzes widmet sich Pionieren der Tanzgeschichte, etwa Gret Palucca und Mary Wigman. Die polnische Choreografin Ola Maciejewska greift in „Bombyx mori“ den vor über 100 Jahren als Sensation gefeierten Schleiertanz der amerikanischen Tänzerin Loïe Fuller auf. Fuller nutzte als erste Künstlerin das Kostüm als Projektionsfläche für Licht.

Das „Triadische Ballett“ wurde 1977 vom Choreografen Gerhard Bohner rekonstruiert, mit dem Tänzer Ivan Liška in der Original-Besetzung. Liška, lange Jahre Solotänzer und zuletzt Direktor des Bayerischen Staatsballetts, hat die aktuelle Produktion des „Triadischen Balletts“ einstudiert. „Egal wo wir spielen, ob in Japan, Los Angeles oder Paris, die Zuschauer sind fasziniert. Sie verlassen unsere hektische Zeit und lassen sich ein auf die Bilder, den Tanz, die Farben, die Stimmungen und die manchmal feine, manchmal rabiate Musik“, sagte Liška gegenüber der LVZ. Auch Popkultur und Modemacher seien von Schlemmer inspiriert worden. „Ausgrabungen“ lautet das diesjährige Festival-Motto, das sich nicht nur auf Tanz-Rekonstruktionen stützt. Es bezieht sich ebenso auf aktuelle Theaterstücke, die von historischen Ereignissen oder kollektiven Erinnerungen ausgehen. Darunter Milo Raus „Five easy pieces“ („Fünf einfache Stücke“), das sich in stark abstrahierter Form mit den Verbrechen des belgischen Kindermörders Marc Dutroux auseinandersetzt. Rau gehört mit seinen oft dokumentarischen Theaterarbeiten zu den auffälligsten europäischen Regisseuren. Die Stadt Leipzig steuert gut die Hälfte des 590.000 Euro umfassenden Etats bei. „Wir wissen, was wir als Stadt an dem Festival haben“, sagte Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) im Vorfeld. Das Festival werde jedes Jahr sehr gut angenommen und biete die Möglichkeit, mit anderen Kulturen, Kunstformen und der Geschichte in Kontakt zu treten.

Insgesamt zeigt das Traditions-Festival zwölf Gastspiele aus sieben Ländern in 25 Vorstellungen. Zum 13. Mal wird im Rahmen des Festivals der vom flämischen Choreografen Alain Platel entwickelte Wettbewerb „Das beste deutsche Tanzsolo“ ausgetragen, offen für Profis und Amateure. Und mit steigender Anziehungskraft: René Reinhardt, künstlerischer Leiter des Wettbewerbs, kündigt Teilnehmer aus allen Kontinenten – außer Australien – an.

Dimo Rieß

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