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Kultur Regional Leipziger Schreibwerkstatt „BuchTeens“ fördert Talent und Toleranz
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17:26 04.05.2018
Die Buchteens besprechen Ihre Texte: Autorin Anna Kaleri mit Leona (15), Emma (10), Maria (14) und Josefine (14). Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

„Kinder lieben Geschichte“ – mit diesem Credo arbeitet der Leipziger Buchkinder-Verein seit Jahren mit Mädchen und Jungen, und kreiert mit ihnen gemeinsam allerliebste Bücher. Jetzt bekommt die Lindenauer Gruppe Verstärkung durch die „BuchTeens“. Mithilfe der Leipziger Autorin Anna Kaleri ist das noch junge Kulturprojekt gestartet.

„Die Jugendlichen sind so phantasievoll, eigentlich brauchen die keine Autorin“, sagt Kaleri. Doch aus ihrer Arbeit mit angehenden Schriftstellern weiß sie: Als Teenager probieren junge Leute neue Ausdrucksformen, brauchen vielleicht auch mehr Reibung und Schreib-Handwerk, um ihre Geschichten zu Papier zu bringen. Das bietet sie nun an.

Blick in die Werkstatt des Buchkinder e.V. In der Werkstatt haben nun auch die BuchTeens ein Zuhause gefunden. Quelle: Dirk Knofe

Talente und Toleranz fördern

Der Kurs ist kostenlos. „Die Schreibwerkstatt steht allen offen, unabhängig vom Geldbeutel“, so Buchkinder-Geschäftsführerin Birgit Schulze Wehninck. Mit dem Angebot werde eine Lücke zur Talentförderung in Leipzig geschlossen, und niemand soll wegen wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Hürden ausgeschlossen werden.

Für ein Jahr steht die Finanzierung: Die Leipziger Freimaurer vom Emirat Shrine Club Leipzig sichern das Projekt erstmal ab. Sie finden dadurch ihre Ziele gut vertreten: Persönlichkeit, Begabung und Toleranz zu fördern, sei ihr Anliegen, sagt Sebastian Kliefoth.

Mitmachen ist einfach. Einmal im Monat gibt Anna Kaleri Jugendlichen von zehn bis 16 Jahren in den Buchkinder-Räumen in der Alten Post Lindenau nun ein Forum. Spielerische Übungen, vor allem aber Raum für die eigenen Geschichten und ein respektvoller Austausch stehen im Mittelpunkt. In drei Stunden, jeweils von 16 bis 19 Uhr, bekommen die jungen Schreibtalente zum Beispiel Tipps, wie sie ihre Themen sinnlich, treffend und berührend beschreiben können.

Ob mit Schreibmaschine, am Laptop, mit dem Bleistift oder Kugelschreiber – Geschichten finden bei den Buchteens ihren Weg. Quelle: Dirk Knofe

Zwischen Krimi und Fantasy

Emma (10) probiert das schon aus, arbeitet an einer größeren Kriminalgeschichte. Maria und Klara (12/13) entwickeln ihre eigene Fantasy-Welt. Und natürlich wünscht sich jeder, der schreibt, auch Leser. Die Texte werden per Mail verschickt, so haben alle genug Zeit, sie zu lesen. In der Gruppe besprechen die Teens später ihre Storys nach klaren Regeln, erklärt Anna Kaleri.

Klar, dass zu einem Text nicht alle dieselbe Meinung haben. Aber wie man Kritik sachlich und konstruktiv äußert, bekommen die jungen Teilnehmer ganz nebenbei mit. Auch der Umgang mit Kritik wird so ganz selbstverständlich geübt – „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Autorentätigkeit und gleichzeitig Grundelement des Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft“, erklärt der Buchkinder-Verein.

Mit Anna Kaleri hat der Buchkinder-Verein eine Kreative gefunden, die das bereits mit viel Engagement befördert: Als Initiatorin des Vereins „Lauter Leise – Kunst und Demokratie in Sachsen“ initiiert sie Literatur-Lesungen abseits der sächsischen Metropolen. Hier wie dort gilt: Das Leise soll hörbar werden.

Wer mitmachen möchte, findet auf der Buchkinder-Verein-Webseite alle Kontaktdaten.

Von Evelyn ter Vehn

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