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Kultur Regional Leipziger ist bester deutscher Gitarrist
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07:02 06.06.2018
Viktor Stryapin (14) hat viele Interessen, doch sein liebstes Hobby ist die Gitarre. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Dass er Zeit am Smartphone vertrödelt, das passiert Viktor Stryapin eher selten. Der 14-jährige Leipziger hat viele Hobbies, sein liebstes ist die Musik. Seit acht Jahren spielt er Gitarre. Drei Mal pro Woche hat er Unterricht bei Uciteli Rostislav an der Musikschule Johann Sebastian Bach, davon ein Mal im Duett mit seinem besten Freund Alexander Podolnyy.

Der Teenager nahm schon an vielen Wettbewerben teil, zuletzt räumte er bei „Jugend Musiziert“ auf Bundesebene ab: Er gewann den Ersten Preis – als Einziger in seiner Altersklasse mit der Höchstpunktzahl von 25 Punkten. Damit ist der Leipziger der beste Gitarrenspieler seiner Altersgruppe in der gesamten Bundesrepublik.

„Das war Anspannung pur“

Der dunkelhaarige Junge mit Sturmfrisur, in T-Shirt und kurzen Hosen, erinnert sich noch genau an den Moment der Punktverkündung. 48 Teilnehmer hatten in seiner Altersstufe vorgespielt, er war der letzte. „Ich wurde dann auch bei der Vergabe ganz zum Schluss aufgerufen. Das war Anspannung pur. Insgesamt gab es nur vier Mal einen ersten Preis. Das kam dann so unerwartet, das war unglaublich.“ Aufgeregt war er vor seinem Auftritt nicht. „Früher war ich richtig nervös, mit der Erfahrung hat sich das gegeben“, erzählt er.

In Viktors Zimmer in der elterlichen Wohnung in Gohlis steht nicht nur eine Gitarre, sondern auch ein Klavier. Seit sieben Jahren spielt er das Tasteninstrument, aber die Gitarre fordert ihn mehr, sagt er. An den Zimmerwänden hängen Urkunden und Plakate von verschiedenen Musikwettbewerben, Fotos aus Kinderzeiten, aufgeklebte Puzzles. Daneben Zeugnisse weiterer Erfolge, diesmal allerdings sportlicher: Medaillen. Viktor schwimmt seit der ersten Klasse im Verein, drei Mal pro Woche geht er zum Training.

Würde er sich als ehrgeizig bezeichnen? Der Achtklässler überlegt kurz und sagt dann: „Wenn ich mit einer Sache anfange, will ich es gut machen. Manchmal übertreibe ich es auch und versuche, alles perfekt zu machen.“

Täglich übt er mindestens eine Stunde

Am Wochenende trifft sich der Schüler mit Freunden zum Fußball, mixt Musik, hört vor allem Deep House und Trap. Er sammelt Münzen, beschäftigt sich mit Fotografie und Videoschnitt, seine liebsten Schulfächer sind neben Kunst, Sport und Musik auch Englisch und Französisch. Werden die vielen Hobbies neben der Schule nicht anstrengend? „Es kann schon anstrengend werden. Aber nur selten. Alles macht mir wirklich Spaß und ist sehr abwechslungsreich“, sagt Viktor.

Sein Fokus liegt aber auf der Gitarre. Täglich übt er mindestens eine Stunde, vor Wettbewerben zwischen anderthalb und zwei. Seit zwei Jahren wird er von der Kulturstiftung des Landes Sachsens gefördert. Im Rahmen des Programms bekam er außerdem eine wertvolle Gitarre des Instrumentenbaumeisters Christoph Sembdner als Leihgabe.

Wenn es „weiter so gut läuft“, wie Viktor sagt, kann er sich vorstellen, Musik zu studieren. Theoretisch hätte er auch Lust, noch ein weiteres Instrument zu lernen. Aber dafür, sagt er und grinst, fehle ihm gerade schlicht die Zeit.

Von Sophie Aschenbrenner

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