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Kultur Regional „Lesen Sie dieses Buch!“ – Preis der Leipziger Buchmesse verliehen
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21:27 21.03.2019
Anke Stelling bedankt sich für die Auszeichnung. Sie gewann für "Schäfchen im Trockenen" (Verbrecher Verlag) den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 in der Kategorie Belletristik. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Leipzig

„Sie verstehen ja, Spannung zu erzeugen, das muss ich schon sagen“, sagt Harald Jähner, nachdem er den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik entgegengenommen hat. Die Jury würdigt sein Buch „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945– 1955“ (Rowohlt Berlin). In der Kategorie Übersetzung gewinnt Eva Ruth Wemme mit ihrer Übertragung von Gabriela Adamesteanus „Verlorener Morgen“ (Die Andere Bibliothek) aus dem Rumänischen.

Und Anke Stelling erhält den Belletristik-Preis – weil ihr Buch „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag) ein „scharfkantiger, harscher Roman“ sei, „der wehtun will und wehtun muss, der protestiert gegen den beständigen Versuch des besänftigt Werdens, der etwas aufreißt in unserem sicher geglaubten Selbstverständnis und dadurch den Kopf frei macht zum hoffentlich klareren Denken“ – so die Jury.

60.000 Euro Preisgeld

Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen. Für die Gewinner gibt es jeweils 15.000 Euro, die fünf Nominierten in jeder Sparte erhalten jeweils 1000 Euro.

Die Ausgezeichneten des Preises der Leipziger Buchmesse, Eva Ruth Wemme (Übersetzung, l-r), Anke Stelling (Belletristik) und Harald Jähner (Sachbuch), stehen gemeinsam auf der Bühne. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Drei Preise in drei Kategorien, aber nur eine Jury (mit sieben Juroren) – das erklärt Sprecher Jens Bisky damit, dass dem Preis „eine umfassende Idee von Literatur zugrunde“ liege. Er spricht von der Idee einer allgemeinen Literatur, in der Fiction und Non-Fiction zusammenhängen.

Beides seien Versuche, sich durch Nachdenken und in genauer und verständlicher Sprache einen Reim auf die Welt zu machen. Es gehe immer darum, den Zweifel beizubehalten, ihn aber genauer zu formulieren. „Alles Neue verdankt sich der Auseinandersetzung mit dem Überlieferten“, so Bisky.

Schöpferisches Talent

Das passt auf Harald Jähners Wolfzeit, selten, so die Jury, „hat ein Sachbuch Anschaulichkeit, dramaturgisches Gespür und Eloquenz so gekonnt in sich vereint. Wer dachte, über die Nachkriegszeit schon alles gewusst zu haben, wird hier noch fündig werden.“

An Eva Ruth Wemmes Übersetzung gefiel den Juroren, wie sie „ihr schöpferisches Talent erneut zum Vorschein“ bringe. „Denn zu den Zeitebenen, die hier aufeinanderprallen, kommen die Sprachebenen.“

Bei Übersetzungen werde ja immer auch das Original mit ausgezeichnet. Oder um es mit den Worten der Preisträgerin zu sagen: „Lesen Sie dieses Buch, es ist wirklich toll!“

Tag eins in der LVZ-Autorenarena: Unter anderem mit Feridun Zaimoglu, Ingrid Noll und Pavel Kohout startete die Leipziger Buchmesse 2019.

Von LVZ

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