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Maler Benedikt Leonhardt erhält Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung

„Einfach nur erfreuen“ Maler Benedikt Leonhardt erhält Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung

Er male auch deshalb, sagt Benedikt Leonhardt (33), weil er damit in einem Raum jenseits der Sprache unterwegs sein könne. Am Freitagabend hat er im Museum der bildenden Künste den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung erhalten.

Benedikt Leonhardt im Leipziger Bildermuseum

Quelle: André Kempner

Leipzig. Er male auch deshalb, sagt Benedikt Leonhardt (33), weil er damit in einem Raum jenseits der Sprache unterwegs sein könne. Freitagabend hat er im Museum der bildenden Künste den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung erhalten. Anschließend wurde seine Ausstellung „LUX“ mit neuen Arbeiten eröffnet. Und die Veranstaltung mit Hunderten Gästen – unter anderem aus Kultur, Wirtschaft und Politik – ging natürlich keineswegs sprachlos über die Bühne – auch wenn sich Leonhardts vielschichtige Abstraktionen tatsächlich dem allzu forschen Zugriff entziehen.

Die Österreicherin Christina Natlacen, Juniorprofessorin für Medien- und Kulturwissenschaft an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), spricht in ihrer Laudatio etwas an, was im Kunstbetrieb manchmal unter den Tisch fällt: Zuallererst seien Benedikt Leonhardts Werke „Bilder, an denen man sich einfach nur erfreuen kann: nämlich an ihren leuchtenden Farben, an ihren komplexen Oberflächen, an ihren in die Tiefe gehenden Strukturen“.

Seine Bilder sind abstrakte, leuchtende Farbflächen, "an denen man sich einfach erfreuen kann". Am 1. Dezember wurde der Künstler Benedikt Leonhardt, in Leipzig geboren und ausgebildet, mit dem LVZ-Kunstpreis ausgezeichnet. Zur Eröffnung seiner Solo-Ausstellung im Museum der bildenden Künste kamen frühere Preisträger, Kunstprofessoren, Museumsdirektoren, Politiker, Unternehmer und natürlich der Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung.

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Natlacen kennt den Preisträger seit Ende 2013. Da war sie gerade in Leipzig und an der HGB angekommen. Leonhardt war einer der ersten Studenten, deren theoretische Diplomarbeit sie betreute. „Ich habe selten jemanden mit solcher Entschlossenheit seine Pläne formulieren gehört.“ Museumsdirektor Alfred Weidinger zeigte sich in seiner einführenden Rede beeindruckt von der „unglaublichen Passion“, der Präzision und dem Willen, sich durchzusetzen. Ausdrücklich dankte er seinem Vorgänger Hans-Werner Schmidt, der als damaliger Jury-Vorsitzender im März Leonhardt vorgeschlagen hatte.

Natlacen beschreibt dessen Arbeitsweise so: „In zahlreichen Vorgängen wird jede Leinwand mehrfach bearbeitet. Farbe wird aufgetragen, sie wird in bestimmte Bahnen gelenkt, verwischt, überrakelt und durch eine neue Schicht ergänzt. Die Bildoberfläche fungiert als Einschreibungsfläche für Farberscheinungen, wie man sie sonst nirgendwo zu sehen bekommt.“

Diese abstrakten Gemälde, in denen der Künstler auf immer wieder neue und faszinierende Weise Farbmomente zum Pulsieren bringe, würden keineswegs außerhalb unserer zeitgenössischen Wirklichkeit siedeln, erläutert Natlacen weiter. Denn Ausgangspunkt seien Bilder unserer alltäglichen digitalen Gegenwart, die allesamt von Handy- und Computerdisplays stammen. „Es sind einzelne statische Momente, die dem ständigen Bilderfluss unserer Gesellschaft entrissen sind.“ Das Besondere an seiner Kunst sei allerdings, dass sie einen ganz entscheidenden Gegenentwurf anzubieten habe. „Denn die Betrachtung seiner Gemälde ermöglicht genau andere Erfahrungen als die digitalen Fotografien. Seine Werke können nur in der Gegenwart rezipiert werden, sie erfordern die reale Präsenz einer Person vor der Leinwand. Sie erschließen sich auch nur dann, wenn man Zeit und Aufmerksamkeit mitbringt. Sie sind damit der digitalen Flüchtigkeit und Schnelllebigkeit konträr entgegengesetzt.“

Am 1. Dezember wurde der Maler Benedikt Leonhardt mit 12. LVZ-Kunstpreis ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung und der Vernissage seiner Soloausstellung waren Gäste aus Kultur, Politik und Wirtschaft anwesend. Das sagen die Gäste zu Leonhardts Bildern.

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Zuvor hatte die Leipziger Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) den LVZ-Kunstpreis als einen jener Preise gewürdigt, mit denen in dieser Stadt künstlerisches Engagement ausgezeichnet wird. „Kulturelle Preise bedeuten für ihren Träger oft einen Meilenstein in ihrer künstlerischen Entwicklung, sie können zum Erfolg in der nationalen und internationalen Kunstszene beitragen. Dafür steht exemplarisch Neo Rauch, der 1997 mit dem LVZ-Kunstpreis geehrt wurde.“

Auf die Geschichte dieser Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 10 000 Euro, der Erstellung eines Katalogs sowie einer Museumsausstellung verbunden ist, verweist auch LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert: „Seit mittlerweile 22 Jahren wird der Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung an junge Künstlerinnen und Künstler verliehen, die noch am Beginn ihres Schaffens stehen.“ Er sei als Zeichen der Ermutigung gedacht und solle über den Preis hinaus fördern. „Was zum 100. Geburtstag der Leipziger Volkszeitung als gute Idee entstand, wird seitdem erfolgreich fortgeführt.“ Sagt Steigert und überreicht die Auszeichnung an Benedikt Leonhardt. Der bedankt sich herzlich – und der Rest ist donnernder Applaus, Jubel und dichtes Gedränge in einer Ausstellung, die man gesehen haben sollte, in Ruhe allerdings.

LVZ-Kunstpreis 2017, Benedikt Leonhardt: LUX; bis 4.2. 2018 im Museum der bildenden Künste in Leipzig; zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen (88 Seiten, 17,90 Euro)

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