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Kultur Regional Oleg Jurjew ist tot
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15:21 06.07.2018
Schriftsteller Oleg Jurjew (1959-2018). Quelle: Stephan Jockel
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Leipzig

Der deutsch-russische Romancier, Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und Essayist Oleg Jurjew ist tot. Er starb in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 58 Jahren, teilte der Verbrecher Verlag mit. Dort ist sein Buch „Unbekannte Briefe“ erschienen, sein erster in deutscher Sprache geschriebener Roman.

Geboren wurde Oleg Alexandrowitsch Jurjew am 28. Juli 1959 in Leningrad als Sohn einer Hochschullehrerin für englische Sprache und eines Violinisten und Konservatoriumsdozenten. An der Leningrader Hochschule für Volkswirtschaft und Finanzen absolviert er ein Studium in der Fachrichtung Wirtschaftliche Mathematik und Theorie der Systeme.

1991 übersiedelte Jurjew mit seiner Familie nach Deutschland; er lebte mit seiner Frau, der Autorin Olga Martynova, und dem gemeinsamen Sohn, dem Übersetzer Daniel Jurjew, in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit Olga Martynova hat Oleg Jurjew die Hörspiele „Petersburger Zwillinge“ und „Versuch über die kasachische Steppe. Lieder aus Stalins Lagern“ verfasst. In ihrem Buch „Zwischen den Tischen“ begeben sich beide in einen essayistischen Dialog (Bernstein-Verlag, 2011).

Schrieb er in den 70er Jahren vor allem Gedichte, kamen in den 80er Jahren Bühnenstücke hinzu, später Übertragungen hauptsächlich aus dem Englischen. In deutscher Übersetzung erschienen „Leningrader Geschichten“ (Edition Solitude 1994), die Romane „Frankfurter Stier“ (Janus Press, 2001), „Spaziergänge unter dem Hohlmond“ (Suhrkamp, 2002), „Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise“ (Suhrkamp, 2003) und „Die russische Fracht“ (Suhrkamp, 2009).

Der 2017 erschienene Roman „Unbekannte Briefe“, eine Hommage an Jahrhunderte des Briefeschreibens, besticht mit Einfühlung, Witz und Geist. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Oleg Jurjew erhalten hat, zählt der Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg.

Von lvz

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