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Kultur Regional Ruff as Stone bieten feine Rock-Soul-Schule
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14:01 26.11.2018
Ruff As Stone im Anker. Quelle: André Kempner
Leipzig

Es war im Grunde eine Art Heimspiel. Ruff as Stone – eine Rock’n’Soul Combo. Bestehend aus der Powerstimme von Austin Howard, dem Bassisten Rob Tree, dem Gitarristen Lutz Künzel und seinem etwas bekannteren Bruder, dem Prinzen-Mitbegründer Tobias Künzel an den Drums. Alle vier vereinigen wahrscheinlich über 140 Jahre professionelle Musikerfahrung auf sich. Als aktive Musiker, aber auch als Produzenten, Songwriter sowie im Fall von Howard auch als Schauspieler und Entertainer. Doch so recht überspringen mochte der Funke am Freitag in der neuen kleinen Bühne des Ankers nicht.

Gelungener Auftakt mit Moonecho

Schon die Vorband war kein ferner Import, sondern Leipziger Eigengewächs. Moonecho waren angekündigt als ehrlicher, handgemachter Rock und genau das lieferten die Jungs ziemlich schnörkellos. Mit Verzicht auf Coverversionen spielte die vier, die gerade ihr erstes Album aufgenommen haben, die Grundversionen des echten und einfachen Rock. Mal mit mehr Wumms mal eher ruhig, bestritten sie die ersten 45 Minuten des Abends und konnten dabei durchaus auf ein wohlwollendes Publikum zählen, das sie mit warmem Applaus goutierte.

Ganz feine Schule

Nach kurzem Umbau dann der Auftritt für den Headliner. Austin Howard mit seiner kräftigen aber ebenso dynamischen Stimme, angetan in einem schwarz-rot-durchsichtigen Hemd und natürlich mit stylischem Hut sah aus wie der Zeitmaschine aus den 1970ern entsprungen. Am Mikrofonständer baumelten ein Angora-Fuchsschwanz und ein Traumfänger – irgendwo zwischen Woodstock, James Brown und Aretha Franklin bewegte sich die Performance. Und Howard gab alles, um sein Publikum zu begeistern. Schon bald konnte er nur noch mit einem Handtuch im Nacken agieren, so sehr zappelte und rockte er. Musikalisch ist Ruff as Stone ganz feine Schule. Bassist Rob Tree versteht es, mit schnellen Bass-Spuren die Dynamiken der Songs herauszuarbeiten, Lutz Künzel liefert dazu eine zumeist sehr metallisch klingende E-Gittare und Tobias Künzel neben dem obligatorischen Beat auch jede Menge verspielter Einlagen. Für Fans des Rock-Souls also die perfekte Grundlage, um auf einer der Welle der Verzückung zu schwimmen. Doch die Leipziger ließen sich nur schwer aus der Reserve locken. Vereinzelt wurde zwar getanzt, doch die Mehrheit beließ es bei freundlichem Kopfnicken und warmem Applaus, derweil man sich an seinem Bier fest hielt. Man goutierte das Treiben auf der Bühne, ohne aber selbst allzu aktiv zu werden.

90 Minuten aus dem Rock-Koffer

Dabei setzte Ruff as Stone, die mit „Put your smile on“ in diesem Jahr gerade ein neues Album herausgebracht haben, nicht nur auf schlagkräftige eigene Songs, sondern lieferten auch sehr gute Version von alten Klassikern ab. So entkleideten sie den 1978er-Song „Everybody is Winner“ von Chocolate dem Pop-Gewand und legten stattdessen den großen Rock-Brokat an, überhaupt ließen sich einige der musikalischen Ausflüge im Glamrock verorten, was auch am großen Hang zu Gitarrensoli lag. Nach rund 90 Minuten wurde dann der Rock-Koffer wieder eingepackt – mit einem Lächeln.

Von Torben Ibs

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