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Kultur Regional Sommerfest im Bachmuseum lockt Klein und Groß ins Bosehaus
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14:39 08.07.2018
Sommerfest im Bachmuseum (v.l.): Johanna (4), Georg (5), Carolin Gräbsch (39), Claudia Marks(49), Isabel Peuker (39) mit Sohn Benedikt (1) und Robert Peuker (52) beim Noten schreiben und zeichnen mit alten Federn. Quelle: André Kempner
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Sommer, Sonne, Badespaß? Von wegen: Direkt ins Bachmuseum führte der Weg am Sonnabend hunderte Mädchen und Jungen. Auf dem Programm: schreiben mit der Gänsefeder. Genau wie einst Johann Sebastian Bach. Keine Chance also für den Badesee! Der kann warten, dachten sich auch die älteren Besucher und freuten sich auf das Sommerfest im Innenhof des Museums. Entspannung versprach zudem der barocke Hausgarten dahinter. Ebenfalls ein Grund zum Kommen: „Bachs Schüler berichten“ – die aktuelle Sonderausstellung der Sammlung am Thomaskirchhof.

Kinder malen Buchstaben

Johanna (4) taucht die Feder ins Tintenfass und malt Buchstabe um Buchstabe. „Ich kann schon das Alphabet“, sagt das Mädchen und zeigt auf eine lange Liste. Tatsächlich: ein Zeichen schöner als das andere. Auch Tischnachbar Georg (5) verblüfft mit kaligrafischen Fertigkeiten. Schließlich handelt es sich bei der Schrift um jene, die im 18. Jahrhundert üblich war. Nun ja – ein bisschen Trickserei sei erlaubt: Die beiden Kinder haben eine Vorlage zur Unterstützung. „Ich male jeden Tag“, berichtet Johanna. Mama Carolin sitzt entspannt daneben und genießt gemeinsam mit ihren Freunden Isabel und Robert Peuker die Atmosphäre im schattigen Innenhof des Bachmuseums.

Drucken mit Blüten und Blättern

Schatten finden die Besucher auch in der museumspädagogischen Werkstatt. „Wir drucken mit Blüten und Blättern“, lädt Museumspädagogin Claudia Marks zum Mitmachen ein. Etwas Farbe auf Schafgarbe, Seifenkraut oder Goldrute und ab aufs Papier damit. Alle Pflanzen seien auf Leipziger Wiesen gesammelt und nicht im Museumsgarten gepflückt. Denn dieser sei nach Vorbild gestaltet: Damals wie heute duften im einstigen Garten des reichen Kaufherrn Bose historische Rosen. Darüber hinaus ließen sich Boses barocke Zierbeete, Obstbäume und eine Sommerlaube anlegen. „So ein Hausgarten war damals äußerster Luxus. Die eng bebaute Innenstadt ließ eine Verwendung kostbarer Flächen normalerweise nicht zu. Die berühmten barocken Gärten lagen nämlich alle hinter der Stadtmauer“, erklärt die Museumsfrau. „Innerhalb der Stadtmauer gab es in der wachsenden Handelsstadt lediglich zwei Gärten.“ Auch Bach sei oft zu Besuch bei Nachbar Bose gewesen. In dessen einstigem Wohnhaus berichten Jahrhunderte später Bachs Schüler über den Komponisten als Lehrer: Manchmal gab Bach vor „keine Lust zu informiren zu haben“, heißt es in den Aufzeichnungen.

Klangtest mit dem Clavichord

Dann bereitete er seinen Schülern unvergessliche Stunden, in denen er ihnen etwas vorspielte. Besonders liebte er das Clavichord. Er hielt es für das beste Instrument zum Studieren. „Wir laden Sie ein auf dem Clavichord zu spielen“, verführt ein kleines Schild zum Ausprobieren. Natürlich sei das Instrument kein originales aus Bachs Haushalt, so Marks. Zu groß wäre sicher die Ehrfurcht darauf zu spielen. Wie es wohl klingt? Das fragen sich die Besucher und tippen behutsam auf die Tasten. Zarte, gedämpfte Klänge füllen den Raum. Turbulenter geht es derweil im Innenhof zu: Puppenspielerin Meike Kreim ermuntert die Kinder zum Musizieren: Gemeinsames Singen – ganz wie zu Bachs Zeiten.

Von Ingrid Hildebrandt

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