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Kultur Regional Spionagethriller aus Houston
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18:48 26.10.2018
Michael Pullara im Club International in Leipzig Quelle: Kempner
Leipzig

1993 wird ein US-Agent in Georgien erschossen. Der mutmaßliche Mörder, ein junger Georgier, ist schnell gefasst – zu schnell. Das befand der Houstoner Jurist Michael Pullara und machte sich in Georgien auf eine Spurensuche, die Jahrzehnte dauern sollte und die höchsten Ränge der amerikanischen und georgischen Politik hinaufreichte.„The Spy Who Was Left Behind“ heißt der Thriller, den Pullara nun im Rahmen des Leipziger Literarischen Herbstes im Club International Leipzig präsentierte. Der Autor ist gleichzeitig Gast der „Houston Week“. Anna Flora Schade hat mit ihm gesprochen.

Erzählen Sie kurz vom Fall Freddie Woodruff?

Freddi Woodruff kannte ich persönlich, ich ging mit seinen Schwestern aufs College. In den 90ern ging er als Ausbilder einer Task Force nach Georgien und wurde dort während einer Autofahrt erschossen.

Bei den Berichten über den Mord gab es Unstimmigkeiten. Was bewegte Sie zu weiteren Recherchen?

Ich las in der Zeitung über den Mord. Schnell wurde ein junger Mann verhaftet, der wohl gemeinsam mit anderen in einem Auto saß, das auf der anderen Straßenseite fuhr. Aus einem FBI-Bericht aber geht hervor, dass in dem Wagen des getöteten keine Einschusslöcher gefunden worden waren. Und die ermittelte Einschussrichtung passte nicht zur Verhaftung.

Wie ging es weiter?

Bei der Autopsie wurde das Gehirn entnommen und vermutlich dabei die Kugel entfernt, so dass der Mord jeder beliebigen Waffe zugeordnet werden konnte. Derlei Dinge sprachen dafür, dass da ein unschuldiger Mann im Gefängnis saß. Mein Ziel war es schließlich, den jungen Mann dort rauszuholen. Ich bekam dafür einen Auftrag von der Familie des getöteten Freddie Woodruff. Und dann ging es natürlich darum, die Ermittlungen neu aufzurollen.

Das gelingt Ihnen schließlich auch, so viel sei immerhin verraten. Wie war es für Sie als Jurist, nun einen solchen Thriller zu schreiben?

Also ob mein Buch wirklich poetisch ist, das weiß ich nicht. Aber ich glaube, es ist sehr transparent und gut zu lesen. Außerdem lernen die Leser meine logische und argumentative Denkweise kennen. Meine Gegner im Gericht meinten, das habe ihnen schon viel geholfen.

Ihr Buch gibt es bis jetzt nur auf Englisch. Wie kommt es, dass sie dennoch hier in Leipzig lesen?

Ich lernte Franka (die Organisatorin des Literarischen Herbstes, Anm. d. Red.) in Houston kennen, und sie lud mich nach Leipzig ein. Ich nahm das gerne an.

Von Anna Flora Schade

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