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Kultur Regional Tausende feiern zu Schlager, beim Summeropening und mit Kiefer Sutherland
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17:39 10.06.2018
Tausende Leipziger feierten am Wochenende mit Dieter Thomas Kuhn, beim Summeropening im Belantis und mit Kiefer Sutherland (von links). Quelle: Kempner
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Leipzig

Ultimative Vergnügungssucht  unter freiem Himmel: Am Wochenende war einiges los in Leipzig. Die Palette reichte von Schlager bis zu einem Hollywood-Star.

Los ging es bereits am Freitagabend. Da lockte wie jedes Jahr Schlager-Cover-Meister Dieter Thomas Kuhn seine durchgeknallten Fans vor die ausverkaufte Parkbühne. Besondere Huldigung gebührte dem kürzlich gestorbenen Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“). Ein kleines Tränchen, das in der Hitze über dem Sonnenblumenmeer der bunt dekorierten Kuhn-Freaks verdunstete. Übrigens, wer kein Ticket mehr ergattert hat: Am 13. Juli schwitzt der Papst des schlechten Geschmacks in Dresden (Elbufer) und am 17. August nochmal auf der Parkbühne Leipzig (Karten unter www.ticketgalerie.de / LVZ-Geschäftsstellen).

Schlagerparty mit Sonnenblumen: Dieter Thomas Kuhn hat am Freitagabend seine Fans auf der Parkbühne begeistert. Auf seiner „Für immer und dich“-Tour machte er in Leipzig Station.

Am Samstag ging’s schwungvoll weiter mit der Energy Summeropening Party im Belantis (konnte ja keiner ahnen, dass der Sommer schon seit einem Monat da ist). Über 5000 Feierwütige ließen sich auch vom Regen nicht beeindrucken, um 30 Live-Acts und DJs zwischen Achterbahnen,  Fluch des Pharao und Co. zu erleben. Höhepunkte setzten Alex Christensen, die Ostblockschlampen, Fcksht Squad und Chartstürmerin Lea („Leiser“, Foto Mitte oben); für Stimmung sorgte auch Julian von Radio Energy.

30 Live-Acts und DJs waren am Samstagabend beim Summeropneing im Belantis. Höhepunkte setzten Alex Christensen, die Ostblockschlampen, Fcksht Squad und Chartstürmerin Lea.

Auf einen Drink mit Kiefer Sutherland

Wer wollte, konnte außerdem mit einem echten Hollywood-Star einen trinken gehen. Kiefer Sutherland kommt am Samstag gleich mit einem Glas Whiskey auf die Bühne. Der Mann hat für seine Rolle als knallharter Cop Jack Bauer in der Serie „24“ einen Emmy, einen Golden Globe und mehrere Kisten weiterer Preise gewonnen. Die MTV-Awards kennen die hübsche Kategorie „Bester Filmschurke“ – Sutherland durfte den goldenen Popcorn-Topf für sein Spiel in „Die Jury“ und „Nicht auflegen!“ nach Hause nehmen.

Auf der Parkbühne gibt der 51-Jährige den Kneipen-Kumpel, trägt schwarze Jeans, Weste, Pullover und eine eigentümliche Kreuzung aus Halstuch und Krawatte. Nach drei Titeln zündet er sich eine Kippe an, zwei Nummern später unterbricht er das Konzert kurz, um den Fans ausführlich mit dem Whiskey zuzuprosten. Zwischen den Songs berichtet er von Kneipenerlebnissen, stellt fest, dass viele seiner Songs vom Alkohol handeln. Lässiger Typ. Ist auch nicht sauer, dass vor der Bühne ein nur paar hundert Menschen stehen, das Areal allenfalls zur Hälfte gefüllt ist. Freut sich, dass überhaupt jemand da ist, um völlig unbekannte Songs zu hören. Sagt er. Kommt bescheiden rüber, der Herr Emmy-Gewinner.

Hollywood-Star Kiefer Sutherland war am Samstag auf der Parkbühne in Leipzig. Auf die Bühne bracht er gleich ein Glas Whiskey mit.

Die völlig unbekannten Songs bewegen sich zwischen Country, Americana und Mainstream-Rock. Ein paar Fans sind mit Cowboy-Hüten da, einige haben ihre Kinder dabei. Der Star hat eine Truppe hervorragender Musiker um sich. Sutherland und Band erfinden nicht gerade den Rock‘n‘Roll neu, aber spielen Musik, die gute Laune macht. Zum Beispiel „Going Home“, geradlinige Pop-Rock-Nummer mit einem Top-40-Refrain. Oder das Slow-Rock-Stück „Can‘t Stay Away“, das mit seiner bluesigen Wucht an Bruce Springsteen erinnert. Oder die Liebesballade „I‘ll do anything“, die trotz (oder gerade wegen) ihrer Schlichtheit berührt.

Bei den getragenen Nummern klingt Sutherland ein bisschen wie Bob Dylan. Nur dass er nicht so nuschelt, schließlich leiht der Schauspieler in Animationsblockbustern wie „Monsters vs. Aliens“ den Figuren seine unglaubliche Stimme. Manchmal hören sich die Songs wie gesungene Hörbücher an.

Blitze am Himmel

Wie bestellt, liefert das Wetter zum Konzert den atmosphärischen Spannungsbogen. Die ersten Tropfen fallen schon mit den Auftakt-Akkorden. Pünktlich zur Highway-Hymne „Open Road“ jagen Blitze über den Himmel, riecht es nach Frühling auf dem Land. Kurz vor dem großartigen Tom-Petty-Cover „Honey Bee“ beginnt es zu gießen wie aus Eimern. Sutherland erweist sich einmal mehr als Kumpel, bittet die Fans, sich ganz hinten unter die überdachten Streifen zu stellen. Ein paar Dutzend Vernünftige leisten Folge, einige Besucher sind offenbar aufs Schlimmste gefasst gewesen, werfen Regencapes über und sehen nun aus wie wandelnde Einmann-Zelte. Der Rest wird einfach nass.

Timing wie in einem Kinofilm: Zu den Bindfäden aus der Regenwolke donnert sich die Band durch eine fette Psychorock-Nummer. „All she wrote“ hat eine Prise Doors, einen Hauch Jimi Hendrix – ergibt dank Regen eine deftige Portion Woodstock. Die Band spielt das Set ohne weitere Ansagen durch. Gerade die Rock-Nummern machen Sutherland sichtlich Spaß. Schauspieler hin, Emmy-Gewinner her – der will spielen. Deswegen hängen Sutherland und Band die Zugaben auch ohne Pause an. Der Wettergott scheint nur darauf gewartet zu haben – und stellt den Regen zu den Schluss-Balladen wieder ab.

Also erzählt Sutherland noch einen rührenden Schwank aus seiner Jugend, ist seinem Vater (Hollywood-Star Donald Sutherland) dankbar, dass in dessen Auto ein Dylan-Album lag, singt „Knocking On Heavens Door“ vom Meister. Was für ein schöner Abschluss für einen feucht-fröhlichen Abend mit einem Filmstar.

Mark Daniel

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