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Kultur Regional „Thriller Live“ in Leipzig: Nah an der Legende
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17:53 23.01.2019
Michael-Jackson-Darsteller Kieran Alleyne während der Interpretation von „Smooth Criminal“. Quelle: André Kempner
Leipzig

Unter den zahlreichen Michael-Jackson-Tribute-Shows gilt „Thriller Live“ als Goldstandard: Der „King of Pop“ soll die Proben der ihm bereits zu Lebzeiten gewidmeten Show auf Video gesehen und goutiert haben. Vier Wochen vor der Premiere im Sommer 2009 starb Jackson jedoch und die Show stand fortan erst Recht im Zeichen der Denkmalpflege.

Seit nunmehr zehn Jahren läuft die Produktion im Londoner West End, zwischendurch tourt das Ensemble um den Globus, um Millionen von Jackson-Fans mit der sogenannten Original-Show zu beglücken. Am Dienstagabend gastierte „Thriller Live“ im Rahmen der Deutschland-Tournee in der Arena Leipzig.

Vier Dekaden Musikgeschichte

Den 2000 Zuschauern schallt zwar gleich zu Beginn das ikonische Thriller-Lachen entgegen, die nächsten zweieinhalb Stunden sind jedoch nicht allein dem ertragreichsten Album der Musikgeschichte gewidmet, sondern es werden alle Stilepochen des Meister interpretiert.

Gleich fünf Darsteller teilen sich die Aufgabe, Jackson zu imitieren – ein jeder mit besonderen Stärken (Gesang, Tanz) und Schwächen (Gesang, Tanz). Im Verbund mit einem Dutzend Tänzern stehen sie im Laufe der 30 Stücke mal alleine oder zu mehreren auf der Bühne.

Das Michael-Jackson-Musical “Thriller“ in der Arena Leipzig am 22. Januar 2019.

Erinnerungen an die „Jackson Five“

Im ersten Abschnitt des chronologisch angelegten Werks haben sie jedoch keine Chance gegen den jüngsten Interpreten des Abends, der den kindlichen Jackson in Reihen der „Jackson Five“ mimt und die Besucher schon wegen seines Niedlichkeitsfaktors begeistert. Nach den souligen Motown-Jahren („I Want You Back“, „ABC“, „Who’s Loving You“) und einem Mischmasch späterer Jackson Five- und Michael Jackson-Songs wird die Disco-Ära mit den Liedern des „Off the Wall“-Albums (1979) eingeleitet.

Das Publikum hat zu diesem Zeitpunkt bereits einen Favoriten innerhalb der Darsteller-Riege ausgemacht: Kieran Alleyne, der in weißem Anzug, Schlips und Hut über die Bühne pest, nach jeweils kurzen Einlagen aber wieder verschwindet – sozusagen als Einstimmung auf die Thriller-Kracher, die da noch kommen sollten. Alleyne kommt dem Idol jedenfalls optisch und gestisch (Griff an den Hut, Griff in den Schritt, einfallende Haarsträhnen) am nächsten.

Begeisterungsfähiges Publikum

Auch ohne die größten Hits ist die Stimmung in der ersten Show-Hälfte dank Titeln wie „Don’t Stop ’Til You Get Enough“ und „Can You Feel It“ prächtig – da hätte es die Publikumsanimation zwischendurch nicht gebraucht. Zumal man sich nach der Aufforderung, sich stehend einzugrooven, gleich wieder hinsetzt. Besser wäre es gewesen, auf die Bestuhlung vor der Bühne zu verzichten – so hätte man sich nicht ständig für Ellbogen-Rempler beim Sitznachbarn entschuldigen müssen: Die Leute sind gekommen, um zu tanzen.

Nach der Pause eine Abfolge von Welthits: „Beat It“, „Smooth Criminal“, „Thriller“. Am stärksten sind die Auftritte, wenn die Jackson-Darsteller zusammen singen, Alleyne dabei um sie herum wirbelt und Furchen in die Bühne zieht, dass es qualmt – das Tanzen beherrscht er besser als das Singen, weshalb er solo nur jene Nummer interpretiert, bei der es mindestens genauso auf das Gekeuche und Gejaule ankommt: „Bille Jean“.

Das Gesamtpaket stimmt

Stimmlich ragt aus dem Quintett eine Frau heraus: Ina Seidou, deren Timbre dem frühen Jackson am nächsten kommt. Bei den anderen Darstellern ist die Diskrepanz auch optisch etwas groß: So wirkt es unfreiwillig komisch, dass sich ausgerechnet der glatzköpfige, leicht beleibte Rory Taylor aufs Windpodest stellt, wo doch nicht wirklich viel zum Wehen und Aufblasen vorhanden ist.

Aber den Machern geht es augenscheinlich nicht um die besten Doubles, sondern um die authentische Umsetzung der Songs. Dass dies gelingt, liegt an den stimmigen Kostümen, den unter anderem vom früheren Michael Jackson-Choreagrafen LaVelle Smith inszenierten Tänzen und der hinter der Bühne versteckten Band, die für das Etikett „Live“ verantwortlich zeichnet. Die Zuschauer verabschieden das Ensemble nach „Black Or White“ mit stehenden Ovationen.

Von Maximilian König

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