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Kultur Regional Vanessa Mai macht Schlager-Party in der Arena Leipzig
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15:02 09.05.2018
Vanessa Mai in der Arena in Leipzig. Quelle: Kempner
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Leipzig

 Die Tour stand unter keinem guten Stern. Erst ist Vanessa Mai in Rostock bei der Probe Ende April von der Bühne gefallen und hat sich am Rücken verletzt, weswegen sie ihre „Regenbogen“-Konzertreise unterbrechen musste. Dann gab es bei der Wiederaufnahme am letzten Wochenende in Düren auch noch eine Bombendrohung. Doch von derlei lässt sich die schöne 26-Jährige beim Auftritt in der Arena Leipzig nicht schrecken.

Die Choreographien seien ein wenig abgespeckt, sie könne und wolle nicht gleich wieder aufs Ganze gehen, ließ sie im Vorfeld wissen. Doch viel merkt man davon nicht. Vanessa Mai ist offenkundig bereits so weit wieder genesen, dass sie mit staunenswerter Energie und Ausdauer und auch sehr gekonnt über die enorme zweistöckige Glitzer-Blinker-Blitzgewitter-Regenbogen-Bühne wirbelt.

Auf ihrer Regenbogentour ließ sich Schlagerstar Vanessa Mai auch in Leipzig feiern. Rund 2000 Fans erlebten eine druckvolle Band und eine mitreißende Show. Fotos: André Kempner

Dennoch hatte sie offenbar das Gefühl, ihren Fans einen Ausgleich bieten zu müssen. Und so wurden analog zur Choreographie auch ihre Outfits ein wenig knapper. Allerdings startete diese Entwicklung beim Tanz auf höherem Niveau. Choreographisch ist also noch ziemlich viel übrig, textil nur sehr, sehr wenig. Aber sie kann’s tragen, die Vanessa Mai. Und auch die Koketterie mit ihrem makellosen Popo nimmt ihr niemand übel in der Arena, in der die Bühne an diesem traumschönen Vorsommerabend sehr weit hinten steht, und die gut 2000 bemerkenswert textsicheren Fans dennoch ziemlich viel Platz zum Feiern haben.

Druckvolle Band

Sieben Farben habe, lässt die auskunftsfreudige Künstlerin zu Beginn wissen, der Regenbogen, und sieben Töne habe die Musik. Nun ja, selbst bei dieser bemüht die druckvolle Band hin und wieder ein paar mehr. Aber auf weiten Strecken geht es ohnehin mehr um Melodien, denen sieben Töne reichen, und um die Beats darunter. Die sind recht flott, eher wie Eurodance pumpend als schlagerhaft bei Titeln wie „Wachgeküsst“ oder „Nie wieder“ oder „Tausendmal“ oder oder oder. Seltener lässt La Mai mal ein wenig Luft raus. Was schade ist. Denn in Fast-Balladen wie „Wo du bist“ zeigt sie, dass sie durchaus in der Lage ist, bei Bedarf Gefühl in ihren Gesang zu legen. Allerdings fällt dann auch der Hang zum Einheitsvokal deutlicher auf. Dann singt sie Silbenfolgen wie „Wähänn äss wahähkaläch Lahibä äss“. Sei’s drum – die vielen recht jungen und weiblichen Fans stört derlei nicht weiter, und deren männliche Begleiter bekommen so viel fürs Auge, dass eventuelle Einsprüche des Ohrs belanglos scheinen.

Zwischen den Songs zieht Vanessa Mai sich immer mal wieder um, artig die Farben des Regenbogens abarbeitend, plaudert charmant drauflos, bricht gar eine kämpferische Lanze für den Schlager an und für sich. Und immer wieder bremst sie übereifrige Saalordner ein, die finden, dass die Leute in der bestuhlten Arena auf die Stühle gehören. Auch sonst gibt die zierliche Frau da vorn sich unprätentiös und kumpelnd. Fast ist man geneigt, ihr zu glauben, dass sie hier einfach nur „geil abfeiern und Party machen“ will mit ihren Leipziger Lieblingsfans.

Liebe, Liebe, Liebe

Die rund zweieinhalb Bruttostunden mit Vanessa Mai, einem guten halben Dutzend Tanz-Profis, einem präzisen Dritteldutzend in der Band und einem knappen Dutzend Songs drehen sich im Wesentlichen um die Liebe. Die beglückende Liebe und die unerwiderte, die tragisch beendete Liebe und die leichfüßige, die Liebe in schiefen Bildern und schrägen Reimen, die Liebe in sieben Tönen und drei Akkorden, die Liebe von der Stange und in vorzugsweise geraden Rhythmen. Was das anbelangt, hat sich in der schönen Schlagerwelt über die Jahrzehnte wenig verändert. Füher war vielleicht mehr „Hossa“. Dafür ist heute mehr Lametta.

Vanessa Mai weiß offenkundig sehr präzise, was die Fans von ihr erwarten, und sie liefert ihr Produkt bereitwillig und im Übermaß – so lange es nicht um ihre Outfits geht. Die werden wohl auch nicht nennenswert mitwachsen, wenn im nächsten Jahr alles noch eines Nummer größer werden soll: Die nächste Tour ist schon in Vorbereitung. Am 14. November 2019 führt sie wieder nach Leipzig, erneut in die Arena. Schließlich heißt die neue Tour „Die Arena Tour“. Und weil die Leipziger Fans 2018 bereits von der ersten Minute an vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen sind, werden sie die Hütte in anderthalb Jahren vielleicht sogar ein wenig mehr füllen.

Von Peter Korfmacher

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