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Kultur Regional Verlag Hentrich & Hentrich feiert Ankunft in Leipzig
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14:55 29.11.2018
Verlagseröffnung "HENTRICH & HENTRICH" im Ariowitsch-Haus in Leipzig. Von links: Prof. Julius H. Schoeps, Dr. Harro Jenss, Susanne Kucharski-Huniat, Sebastian Gemkow, Dr. Nora Pester und Küf Kaufmann. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Hier sind Sie genau richtig!“, begrüßt Sebastian Gemkow, Sachsens Staatsminister für Justiz, Nora Pester, Inhaberin des Verlags Hentrich & Hentrich. Seit September hat der Verlag für jüdische Kultur und Zeitgeschichte seinen Sitz in Leipzig, im Haus des Buches.

Am Mittwochabend hat er das im Ariowitsch-Haus gefeiert, Zentrum Jüdischer Kultur. Mit Grußworten von Sebastian Gemkow, Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat und Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Für Kaufmann, der 1990 aus. Leningrad nach Leipzig kam, seien die Bücher des Verlags von Anfang an „im persönlichen und im gesellschaftspolitischen Sinn“ wichtig gewesen. Das Haus des Buches sei der perfekte Ort für die Produktion, das Ariowitsch-Haus der perfekte Ort für die Präsentation.

Das klingt nach gemeinsamer Zukunft. Womöglich, sagt Nora Pester, hat die schon vor einem Jahr an diesem Ort angefangen: Im Dezember 2017 als die Musikwissenschaftlerin Tina Frühauf im Ariowitsch-Haus ihr Buch über Werner Sander, einen großen Vertreter der jüdischen Musik in der DDR, vorstellte: „Den Frieden endgültig zu festigen“. Erschienen ist es in der Reihe „Jüdische Miniaturen“.

Im März sollte die Miete in der Berliner Wilhelmstraße um über 100% erhöht werden, und ein neues Domizil wurde gesucht. Nora Pester wurde 1977 in Leipzig geboren, für sie ist es auch eine Rückkehr. „Schön, dass Sie da sind“, freut sich Kucharski-Huniat über diese neue Facette in einer Stadt, die „eine Stadt des Buches war und ist“.

„Wir sind kein Startup, wir haben schon einiges erlebt und erreicht“, sagt Nora Pester, „doch der schwierigste Weg liegt jetzt vor uns.“

Ein jüdischer Verlag habe auch eine gesellschaftspolitische Dimension, stehe „immer dazwischen, manchmal auch im Weg“, was nicht bedeute, in der Mitte angekommen zu sein. „Wir sind auch ein Demokratieunternehmen“, das „an die Öffentlichkeit geht und die Debatte sucht“. Was wir heute Erinnerungskultur nennen, sei gar nicht so alt. Als Gerhard Hentrich 1982 zunächst die Edition Hentrich gegründet hat, steckte die Aufarbeitung noch in ihren Anfängen.

Bis heute, sagt Nora Pester, seien viele Fragen nicht beantwortet: „Weil sie nicht gestellt werden.“ Sie wolle „auch dem lebendigen, selbstbewussten Judentum eine Stimme geben“. Dazu passte die Eröffnung des Abends durch den Leipziger Synagogalchor mit Segen, Kiddush und dem Volkslied „Hava nagila“.

„Wir wollen uns mit dem Historischen ins Gegenwärtige einmischen“, sagt die Verlegerin, „lebendig - aber nicht trivial, anschaulich - aber nicht oberflächlich, günstig - aber nicht billig.“ So wie mit der Reihe „Jüdische Miniaturen“, aus der Harro Jenss sein Buch über den jüdischen Arzt Kurt Boas vorstellt, eine Spurensuche auch in Sachsen.

Oder so wie Julius H. Schoeps in seinem Buch „Düstere Vorahnungen. Deutschlands Juden am Vorabend der Katastrophe“, aus dem er einen Abschnitt liest. Es fragt nach Anpassung und Vertreibung, Vernichtung und Rückkehr - und steht damit exemplarisch für das Verlagsprogramm, das pro Jahr bis zu 50 Bücher umfasst.

Gegen Geschichtsvergessenheit, körperliche und verbale Angriffe - gegen Antisemitismus „brauchen wir ein intellektuelles Rüstzeug und Erinnerungen“, sagt Sebastian Gemkow. Er wünscht „uns allen Mut, wenn es die Situation erfordert und wenn es darauf ankommt“.

Von Janina Fleischer

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