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22:02 26.08.2018
Gut gelaunt: Elif gastierte mit ihrer Band auf der Leipziger Parkbühne. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Regenschauer und Wind sind sicher nicht der beste Ausgangspunkt für ein Open Air Konzert. Das man sich von solchen kleinen Widrigkeiten aber nicht aufhalten lässt, zeigte der Auftritt von Elif auf der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park am Samstag.

Bevor Elif die Bühne betritt, nehmen zunächst Klan und ihre Band sie für sich ein. Die in Leipzig aufgewachsenen Brüder Stefan und Michael setzen mit Songs wie „Woran glaubst du?“ und „Lang lebe die Liebe“ mit eingängigem Deutschpop groovige Sounds und große Themen auf die Agenda. Das ist ein passender Einstieg für den Rest des Abends, obwohl dieser doch unerwartet fröhlich wird.

Die aus Berlin-Moabit stammende Sängerin und Songschreiberin Elif Demirezer ist trotz allem für melancholische, selbstreflexive Songs bekannt. Als sie, pragmatisch in eine wasserabweisende Sportjacke gehüllt, zu den Klängen von „So leicht“ auf die Bühne kommt, weht der Wind zwar kühl, es geht aber trotzdem sofort die Sonne auf. Schon bei der ersten hohen Note zeigt sich: Elif ist bei allerbester Laune. Sie hüpft, lacht unbefangen, imitiert mit den Händen eine Trompete und bringt das Publikum zu „High 5“ zum Mitklatschen. Nach ihrem energiegeladenen Einstand begrüßt sie ihre Fans und lobt ihre fünfköpfige Band: „Mein Name ist Elif und ich habe eine wunderbare Band mitgebracht. Und das beste, ihr habt euch mitgebracht!“

Dann wird es mit „Schwarz, weiß, grau“ – Zeit für die nachdenklichen und sehr persönlichen Texte und Klänge, die Elifs Markenzeichen sind. Die 25-Jährige zeigt viele Facetten, von den live deutlich rockigeren Klängen von „200 Tage Sommer“ über ihre sehr herzlichen und oft witzigen, aber dennoch irgendwie tiefgreifenden Geschichten und hin zu ihrer verletzlichen Seite bei „Auf halber Strecke“. Das Publikum macht all diese Emotionen mit und viele gehen bei den intimeren, ruhigeren Songs auf Kuschelkurs. Musik verbindet eben, und Elif verbindet ihre unterschiedlichen Seiten zu einem charismatischen Ganzen.

So kommen die Fans in den Genuss einer orientalisch angehauchten Version von „Regenstadt“, zu der Elif die Handgelenke tanzend durch die Luft gleiten lässt, und auch die Band bewegt sich mit. Zu den großen Stärken im Zusammenspiel mit ihren Musikern gehören die stets gelungenen Backing Vocals, die bei Songs wie „In deinen Augen“ und „Umwege gehen“ für einen vielschichtigen Sound sorgen. Bei „Fort Knox“ erklärt sie, dass viele ihrer Meinung nach Angst haben, tief in die Liebe zu gehen und bittet ihr Publikum, so richtig tief mitzusingen. Schmunzelnd bittet Elif um einen weiteren Gefallen: Es soll „Nichts tut für immer weh“ so laut singen, dass es ihr Ex-Freund in Berlin hört.

Die Zugaben werden wieder persönlich, mit „Doppelleben“, dem namensgebenden Song ihres letzten Albums von 2017, bevor sie zu einer fulminanten Version von „Unter meiner Haut“ mit den Fans auf die Knie geht. Den Abend beschließt die Sängerin alleine mit ihrer Gitarre und Marlene Dietrichs „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“. Elif, so scheint es, gehört nur sich und der Musik.

Von Miriam Heinbuch

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