Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Regional Weiblich, jung liest ...
Nachrichten Kultur Kultur Regional Weiblich, jung liest ...
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:55 27.09.2018
LLH-Projektleiter Steffen Birnbaum und Franka Reinhart. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Frauenquote stimmt. Bei rund 50 Prozent liegt sie beim 22. Leipziger Literarischen Herbst (LLH), der vom 23. bis 31. Oktober stattfindet und dessen Programm Am Donnerstag vorgestellt wurde. Es ist nicht die einzige Neuerung, die Beteiligten sind auch jünger als in zurückliegenden Jahren. Z0udem ist das Festival eingebettet in die Houston Week. Unter dem Titel „Building Bridges – Brücken bauen“ steht im 25. Jahr der Städtepartnerschaft Leipzig – Houston die US-amerikanische Literatur im Fokus, was sowohl amerikanische Autorinnen und Autoren als auch Übersetzungen ins Licht der Aufmerksamkeit rückt.

Das hat zu einem Programm geführt, das „stärkere kuratorische Züge trägt“. Und das wiederum zu einer „strikteren Auswahl“ als bisher. Franka Reinhart, die neue Co-Projektleiterin neben Steffen Birnbaum, hofft deshalb, niemanden vor den Kopf zu stoßen. Es galt, auf Kritiker aus den Vorjahren zu reagieren, die ein Potenzial der Verjüngung und thematischen Öffnung sahen. Solche Veränderungen ernten nicht nur Zustimmung, es gebe auch kritische Stimmen, sagt Franka Reinhart, die sich seit einem Jahr mit dem neuen Programm befasst hat, die selbst mit einer Leipziger Delegation in Houston war, wo sie auf Vielfalt und Aufgeschlossenheit stieß. Reinhart arbeitet als freiberufliche Übersetzerin, überträgt Jugendliteratur, Sach- und Fachbücher sowie Krimis aus dem Englischen ins Deutsche. Am Freitag beispielsweise liest sie im Rahmen des Übersetzertags im Haus des Buches.

Neu ist auch die Festivallounge im Restaurant „Luigi’s“ in der Katharinenstraße 12, gleich neben dem Museum der bildenden Künste. Das Obergeschoss ist eingerichtet für Begegnungen, aber auch für Veranstaltungen wie die Performance mit Spoken-Word-Künstlerin Deborah D.E.E.P. Mouton und dem Leipziger Poetry-Slammer Malte Rosskopf am 27. Oktober oder tags darauf den literarischen Dialog der Lyriker Rich Levy und Kevin Prufer.

Insgesamt gestalten über 100 Autoren, Musiker, Moderatoren, Schauspieler und andere Mitwirkende das Programm, das sich aus gut 30 Veranstaltungen zusammensetzt: Lesungen, musikalisch-literarische Abende, Poetry Slams und Podiumsdiskussionen.

Von den zehn amerikanischen Autoren kommt die Hälfte aus Houston. Gleich zur gemeinsamen Eröffnung der Houston Week und des 22. LLH am 23. Oktober im Alten Rathaus wird eine Brücke nach Amerika geschlagen: Irene Dische, in New York aufgewachsene Tochter eines deutschen Biochemiker-Paares, liest aus ihrem Roman „Schwarz und Weiß“.

Am 25. Oktober trifft und interviewt der Leipziger Schriftseller Clemens Meyer im UT Connewitz seine Übersetzerinnen Roberta Gado und Katy Derbyshire, die ihn öfter auf Leserreisen begleiten. Derbyshire übersetzte „Die Nacht, die Lichter“ und „Im Stein“ ins Englische; Gado hat „Als wir träumten“ preisgekrönt ins Italienische übertragen und arbeitet mit ihrem Co-Übersetzer Riccardo Cravero an „Die stillen Trabanten“.

„Ohne Literaturübersetzer gäbe es keine Weltliteratur“, hat der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago mal gesagt. „Die Lange Nacht der Literaturübersetzung“ geht dem nach. Am 29. Oktober werden im Kupfersaal die Ergebnisse eines Workshops präsentiert, in dem neun Übersetzer zwei Tage mit den Texten der Lyriker Deborah D.E.E.P. Mouton, Kevin Prufer und Rich Levy gearbeitet haben. Die Ergebnisse dürften denkbar verschieden ausfallen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Lyrik-Jazz-Performance von Nora Gomringer und Philipp Scholz, die sich am 26. Oktober in der Galerie KUB vor der Dichterin Dorothy Parker verneigen. Und nicht nur nebenbei soll dieser Literarische Herbst, wie Steffen Birnbaum sagt, „das Grundverständnis für demokratische Prozesse in Deutschland und den USA stärken“.

22. Leipziger Literarischer Herbst: 23. bis 31. Oktober; für die meisten der Angebote an vielen verschiedenen Spielorten der Stadt ist der Eintritt frei das komplette Programm steht auf www.leipziger-literarischer-herbst.de

Von Janina Fleischer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Sympathie ist spürbar, Chaos wird nachvollziehbar. Kerem Schamberger und Michael Meyen haben ein Buch über „Die Kurden“ geschrieben, in dem sie die Entwicklung der kurdischen Bewegung nachzeichnen. Am 3. Oktober gibt es eine Buchvorstellung mit Diskussion im Leipziger Pöge-Haus.

27.09.2018

Mit „Fish ’n’ Chips“ steht seit langem mal wieder ein Länderschwerpunkt im Zentrum der Leipziger Jazztage. Sie bieten sozusagen den Soundtrack zum Brexit und ein Programm, das mehr vereint als große Namen.

26.09.2018
Kultur Regional Festival zeitgenössischen Theaters und Tanzes - Ausblick auf die Leipziger euro-scene

Drauf gepfiffen? Die 28. euro-scene Leipzig ergründet ab dem 6. November die Musik in Tanz und Theater – trotz finanzieller Kürzung. Festival-Chefin Ann-Elisabeth Wolff gibt einen Ausblick auf ein Programm mit hochkarätigen Gästen wie Alain Platel und Nikolas Habjan. Am Samstag beginnt der Vorverkauf.

26.09.2018