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22:06 29.05.2018
Das Theater der jungen Welt hat im Garten der Galerie für Zeitgenössische Kunst seine Zelte aufgeschlagen. TdjW-Intendant Jürgen Zielinski und Schauspieler Benjamin Vinnen verpassten gestern den Journalisten eine Abkühlung, ab Freitag wird gespielt.. Quelle: Dirk Knofe

Schauspiel Leipzig und Theater der Jungen Welt beginnen am Wochenende ihre jeweiligen Sommertheater. Das Schauspiel am Samstag mit der Premiere von Christopher Hamptons „Gefährliche Liebschaften“. Das Theater der Jungen Welt bereits am Freitag mit ... – Ja, mit was eigentlich?

„10.30 Uhr, großes Anzelten“ heißt es im Programm, was nach Campingplatz klingt. Eröffnet werden dabei aber die beiden – derzeit läuft der Aufbau – Theaterzelte im Garten der Galerie für Zeitgenössische Kunst, die zum Mittelpunkt des dreiwöchigen Theaterfestivals „Welt im Zelt“ werden mit Eigenproduktionen, Konzerten, interkulturellen Picknicks und gleich sieben Gastspielen aus Israel und der Koproduktion „Hannahs Grübchen“ mit dem AlHabama City Theatre Herzliya zum Abschluss des Festivals am 23. und 24. Juni. Der Israel-Schwerpunkt ist dem 70. Gründungstag des Landes gewidmet und, wie TdJW-Intendant Jürgen Zielinski verkündet, „der Höhepunkt der bisherigen Zusammenarbeit“. Seit 2002 findet ein enger Austausch mit israelischen Künstlern statt.

Festival auch in der HGB

„Neighbors“ macht den Auftakt in der Gastspielreihe (Fr und Sa, 11 Uhr, ab 10 Jahren): Eine bereits international gefeierte Komödie des Tel Aviver Nephesh Theatre über die Beziehung zweier Nachbarn, die sich zunächst wechselseitig als Belästigung empfinden. Ein Stück, das sich auch allegorisch deuten lässt und von Toleranz als Wert erzählt.

Für die spannende Handschrift des Choreografen Rami Be’er zieht das Festival in den Lichthof der benachbarten HGB (So, 19 Uhr; Mo, 11 Uhr). Die Kibbutz Contemporary Dance Company 2, eine der renommiertesten Compagnien Israels, tritt mit der Tanz-Performance „360 Grad“ in Dialog mit dem Publikum.

Die Reihe der Gastspiele wird ab Donnerstag, 10 Uhr, mit dem musikalischen und interaktiven Stück „Eh Oh! A Musical“ für Kinder ab 4 Jahren fortgesetzt. Gezeigt vom Arabisch-Hebräischen Elmina Theater aus Jaffa. Ein Theater, das sich selbst als Brückenbauer versteht in Israel.

So wie auch die Band „Sistanagila“ mit Musikern aus Israel und dem Iran kulturelle Klüfte überwindet. „Sistanagila“ spielen am 10. Juni gegen 20 Uhr zum Abschluss des Sommerfests, das das Ariowitsch-Haus auf dem GfZK-Gelände veranstaltet. „Ein Geschenk des Ariowitsch-Hauses an das Festival, gefördert vom Zentralrat der Juden“, sagt Zielinski.

Comedy-Impro für Kinder

Die Festival-Sonntage sind generell als Familien- und Begegnungstage angelegt mit Musik, Spielen und am kommenden Sonntag mit einem Klangfußballturnier (15 Uhr). Der Künstler Erwin Stache, in den vergangenen Jahren immer wieder Teil der TdJW-Sommertheater, entwickelt Klänge aus den Bewegungen der Spieler.

Begegnungen und Austausch sollen zum zentralen Element des Festivals werden, weshalb auch die meisten Gastkünstler Workshops anbieten. Darunter das Nephesh Theatre mit einem Comedy-Impro-Workshop für Kinder ab 6 Jahren (Fr, 12 Uhr).

Eine Stückentwicklung der TdJW-Theaterpädagogik feiert im Rahmen des Festivals am Freitag mit Vorstellungen um 11 und 18 Uhr Premiere. Leitfrage der „Geschichten vom Weggehen und Ankommen“ (ab 7 Jahren), aufgeführt im Theaterbus, ist: Wie viel Heimat passt in einen Rucksack? Die realen Erfahrungen von Leipziger Kindern mit dem Weggehen und dem Aufgeben von Heimat sind Grundlage des Stücks.

Keine leichtgewichtige Sommerkomödie

Im Gegensatz zum TdJW setzt das Sommertheater des Schauspiels in bewährter Form auf eine große Inszenierung vor der Kulisse des Gohliser Schlösschens. Ein Karussell steht im Zentrum der Bühne. Was man symbolisch lesen kann, geht es in „Gefährliche Liebschaften“ doch um ein Karussell der Leidenschaften und Verführungskunst. Die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, denen ein ausschweifender Lebensstil und erotische Zügellosigkeit gemein ist, spinnen aus unterschiedlichen Gründen eine gemeinsame Intrige. Mit dem Ziel, die Klosterschülerin Cécile und die tugendhafte Madame de Tourvel zu verführen.

Hamptons Theaterversion, von Alissa und Martin Walser ins Deutsche übersetzt, basiert auf dem Briefroman von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos von 1782. Ein Roman, der die Sittenlosigkeit der besseren Gesellschaft vor der Französischen Revolution entlarvt, und heute als eines der Hauptwerke der französischen Literatur gilt. Trotz amouröser Verwicklungen stehen weder Stoff noch Regisseur Markus Bothe für eine leichtgewichtige Sommerkomödie.

Bothe kommt aus der Musiktheater-Regie und hat an renommierten Häusern wie der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden und der Staatsoper Stuttgart inszeniert. 2010 wurde er für seine Inszenierung von „Roter Ritter Parzival“ am Deutschen Schauspielhaus Hamburg mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ im Bereich Kinder- und Jugendtheater ausgezeichnet.

Anne Cathrin Buhtz und Tilo Krügel spielen das intrigante Duo, das von der Lawine, die es losgetreten hat, selbst überrollt wird. Außerdem spielen Ellen Hellwig, Bettina Schmidt, Brian Völkner und Alina-Katharin Heipe, derzeit noch Schauspiel-Studentin und ab kommender Spielzeit neues Ensemble-Mitglied.

Zunächst bis 30. Juni und anschließend ab 17. August wird gespielt. Übrigens auch bei leichtem Regen. „Die Vorstellungen finden nur in absoluten Ausnahmefällen nicht statt“, sagt Schauspiel-Sprecherin Esther Ningelgen. Zur Not werden Regencapes an das Publikum ausgeteilt.

1. bis 24. Juni: Sommertheater TdJW „Welt im Zelt“ im Garten der GfZK; alle Termine: www.tdjw.de; Karten: 0341 4866016

„Gefährliche Liebschaften“, Premiere, Sa, 19.30 Uhr; Hof Gohliser Schlösschen (Menckestr. 23); Restkarten an der Abendkasse, Kartentelefon für weitere Vorstellungen: 0341 1268168

Dimo Riess

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