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Zum Tod des Dramaturgen und Intendanten Wolfgang Hauswald

Früherer Leiter des Leipziger Schauspiels Zum Tod des Dramaturgen und Intendanten Wolfgang Hauswald

Er wollte alles, bloß kein seichtes Theater. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Werner Hauswald ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Regisseur, Dramaturg und ehemalige Intendant leitete das Schauspiel Leipzig in einer schwierigen Zeit.

Wolfgang Hauswald versunken bei der Arbeit

Quelle: Andreas Birkigt

Leipzig. Der Theatermann Wolfgang Hauswald ist – wie erst jetzt bekannt wurde – still und leise am 30. Januar im Alter von 80 Jahren gestorben. Jahrzehntelang hatte er in Leipzig gewirkt. Als Dramaturg des Schauspiels betreute er die Entwicklung neuer Stücke, war Leiter der Autorenwerkstatt und in den 80er Jahren zeitweise stellvertretender Generalintendant. Volker Braun, Werner Heiduczek oder Joachim Nowotny schätzten seinen Rat. Er war keiner der lauten, aufdringlichen, sondern eher einer, der ruhig und mehr hinter den Kulissen agierte, aber sich dennoch couragiert für neue Stücke einsetzte. Nur einmal griff er beherzt zu und das Ensemble unterstützte ihn dabei. Als im Herbst 1989 der Leipziger Generalintendant Karl Kayser nach einer Tagung in Berlin nicht auf seinen Sessel zurückkehrte und das aus fünf Sparten vereinte Theaterkombinat sich wieder in seine Einzelteile zerlegte, wurde er Intendant des Schauspielhauses mit seinen Spielstätten in der Bose- und Gottschedstraße (Neue Szene) und dem Kellertheater.

Vier Jahre lang amtierte Wolfgang Hauswald, ehe er aus dem Amt gekegelt wurde. Im Inneren waren es einige Theaterschaffende, die gegen ihn rebellierten, von Außen ließ ihn die städtische Administration fallen, weil er doch ein Alt- und Parteikader gewesen sei. Wolfgang Engel beerbte ihn.

Dabei hatte Hauswald keine schlechte Spielplangestaltung betrieben. In seine Amtszeit fielen Uraufführungen unter anderen von Holger Teschke, Jo Fabian, Eugen Ruge sowie mehr als ein halbes Dutzend Ballette der Truppe um Irina Pauls. Neben der Choreografin bekamen jüngere Regisseurinnen und Regisseure wie Konstanze Lauterbach, Peter Brasch, Lutz Graf, Dietrich Kunze eine Chance, ebenso bewiesen Schauspieler wie Martina Eitner, Dieter Bellmann, Hans-Joachim Hegewald oder Friedhelm Eberle, dass ihnen das Inszenieren liegt. Die Auswahl der Stücke reichte von Klassikern bis zu Zeitgenossen wie Christoph Hein, Werner Schwab und George Tabori. Sein Verdienst mag auch gewesen sein, dass Hauswald versuchte, das seit Jahrzehnten gewachsene Ensemble zusammenzuhalten. Nur mangelte es trotz unterschiedlichster Spektakel in Räumen und auf Treppen des Schauspielhauses – die gut angekommen sind - ansonsten an Publikum. Die Reisefreiheit animierte wohl viele Leipziger, lieber die Welt zu erkunden, als bedeutungsträchtiges Theater von Autoren aus aller Welt zu konsumieren.

Wolfgang Hauswald ist in Swinemünde geboren, hatte Theaterwissenschaft an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig studiert, ehe er als Chefdramaturg der Bühnen in Neustrelitz, Erfurt, Karl-Marx-Stadt, Dresden 1980 nach Leipzig kam. Zu seinen bleibenen Verdiensten zählt, das sollte manche nicht vergessen, dass er zusammen mit Jürgen Hart von den academixern und Rainer Otto von der Leipziger Pfeffermühle 1991 die Leipziger Lachmesse ins Leben rief, die heute europaweit einen exzellenten Ruf genießt. Nach seinem Weggang aus Leipzig war er Intendant in Zwickau und 2000/2001 des vereinten Theaters Plauen-Zwickau, ehe Wolfgang Hauswald in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Von Rolf Richter

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