Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Weltweit „Mademoiselle Neila“ – Sind die Rechten gar nicht so?
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit „Mademoiselle Neila“ – Sind die Rechten gar nicht so?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 12.06.2018
Der Professor verändert die Studentin, was wiederum ihn verändert: Neïla Salah (Camélia Jordana) und Professor Pierre Mazard (Daniel Auteuil). Quelle: Foto: Universum
Anzeige
Hannover

Wieder so eine „Wachstumskomödie“ über den Weg von der Ruppigkeit zur Sanftmut, von der Kleinkariertheit zur inneren Größe. In der die Titelfigur, die junge und „brillante Mademoiselle Neila“, so lange geschliffen und poliert wird, bis ihre Brillanz nicht mehr zu übersehen ist.

Daniel Auteuil und Camélia Jordana sind ein „Traumpaar“

Und in der sich ihr „Schleifer“ und „Polier“, der Juraprofessor Pierre Mazard, mählich in die ihm erst verweigerte Publikumssympathie einschmiegt. Bis klar ist, dass er doch kein wortreich bullernder, intellektueller Rassist ist, sondern das sein Herz aus Gold auch nur mal wieder gewienert werden musste.

Regisseur Yvan Attal hat mit Daniel Auteuil und (Sängerin) Camélia Jordana ein Traumpaar der Unkorrektheit am Start. Der biestige Senior und die durchaus wehrhafte Studentin werden vom Drehbuch zusammengeschweißt. Als die Erstsemesterin Neila Salah mit einiger Verspätung zur ersten Vorlesung über Römisches Recht im Saal eintraf, hat Mazard sich in eine Tirade mit antimuslimischen Schlenkern hineingesteigert.

Dem Zuschauer wird eine Gutfühlzeit garantiert – doch Vorsicht!

Der grimmige Alte soll die gedemütigte und stinkwütende junge Frau nun für einen Rhetorikwettbewerb der Hochschulen vorbereiten. Als Wiedergutmachung. So wills der Unipräsident. Schafft er es nicht, kann der auch im Kollegium ungeliebte Dozent den Hut nehmen.

Das ist über weite Strecken unterhaltsam, mit einer kleinen Romanze angereichert, und garantiert dem Zuschauer eine Gutfühlzeit wie bei „Monsieur Pierre geht online“ oder „Monsieur Claude und seine Töchter“, und wie die zahllosen französischen Komödien sonst heißen, die in Deutschland mit kassenträchtigen Anrede-Titeln versehen werden.

Gibt ihm aber auch das beruhigende Gefühl, dass die Rechten gar nicht so rechts sind. Und da sollte er sich mal bloß nicht täuschen.

Von Matthias Halbig / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Schwedin Lykke Li verabschiedet sich mit ihrem vierten Album „So sad so sexy“ vom Indiepop. Trap und Hip-Hop regieren. Das ist halb so schlimm.

11.06.2018

Ein Jahr früher als erwartet haben „Die Ärzte“ am Samstag ihr Comeback gefeiert – als Zugabe beim Konzert der „Beatsteaks“ auf der Berliner Waldbühne. Auch sonst war es ein denkwürdiger Abend.

10.06.2018
Kultur Weltweit Selbstporträts und Klassiker-Parodien: Otto Waalkes als Maler - Der Rüssel zum Erfolg

Otto Waalkes geht unter die Maler. Das Frankfurter Carictura Museum zeigt in “Otto – Die Ausstellung“ den Komiker als Selbstporträtisten und Parodisten. Seine Bilder sind verblüffend virtuos.

10.06.2018
Anzeige