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Kultur Weltweit Herbert Grönemeyer: „Ich will den Menschen Mut machen“
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12:43 07.11.2018
Will die Gesellschaft zusammenhalten: Herbert Grönemeyer in Berlin. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Berlin

„Jeder ist gefragt, sich zu engagieren“, sagt Herbert Grönemeyer: „Die Zeit ist nicht mehr danach, auf dem Sofa herumzusitzen.“ Der 62-jährige Musiker hat nicht still gesessen. Er hat an einem neuen Album gearbeitet, seinem 15. Am Freitag, dem 9. November erscheint es. Der Name ist Programm: „Tumult“. Es geht um innere Aufruhr, aber auch „um diese nervösen Zeiten, in denen wir leben“.

Den Rechten Kante zeigen

Die wichtigste Frage dieser Zeiten sei: „Wie rücken wir zusammen, damit wir den Rechten Kante zeigen? Dass wir zusammenstehen, und damit hat es sich“, sagte er bei der Vorstellung von Tumult im schicken Berliner „The Stue“. Zugleich müsse man sich auf einen langen Prozess einstellen: „Dann haben wir es einfacher.“

16 Stücke umfasst das Album, das atmosphärische Klänge mit starken Rhythmen verbindet, die doch vor allem die Leinwand bilden, auf der Grönemeyer mit seiner Stimme und seinen Texten malt. Es dürfte das nächste Nummer-eins-Album des Künstlers sein, dessen Platten allesamt seit „4630 Bochum“ von 1984 die Spitze der deutschen Charts eroberten. Mal geht es in seelische Tiefen („Warum“), mal ins große Glück („Mein Lebensstrahlen“).

Single „Doppelherz“ mit Rapper BRKN

Doch prägend sind die politischen Lieder wie die teils auf Türkisch gesungene Vorabsingle „Doppelherz“ mit Rapper BRKN, die von der Sehnsucht nach dem Anderen erzählt. Am Ende ginge es jedoch auch immer um die Frage, so Grönemeyer: „Ist es ein guter Song?“ Politik sei auch nichts anderes als Zusammenleben. Das sei durchaus „beschwingt und leichtfüßig“. Er wolle den Menschen Mut machen: „Das ist mein Job als Musiker.“

Das Album habe er gerade erst selber zum ersten Mal in Ruhe gehört, sagt er und fügt scherzend hinzu: „Ich denke, der Künstler hat Chancen. Man kann aber vielleicht an der Optik noch etwas machen.“ Gelöst wirkt er und guten Mutes. Und wenn es mit dem Album nichts wird? Dann setze er sich an die Rezeption – seiner Tanzschule.

Von Stefan Gohlisch / RND

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