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Kultur Weltweit Musik liegt in der Luft (I)
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11:21 08.07.2018
Die Blockflöte ist ein beliebtes Instrument der musikalischen Früherziehung – was der Grund dafür sein dürfte, dass man kaum je gute Blockflötenspieler hört. Quelle: Fotolia
Hannover

Musik wird in diesem Jahr zwei Millionen Jahre alt. Jedenfalls ungefähr, aber wenn man es jetzt nicht feiert, wird man den nächsten runden Geburtstag vermutlich verpassen.

Auf 10 000 Jahre mehr oder weniger – je nach Anschauung, Zeitrechnung und der immer noch aktuellen Fragestellung, was Gesang ist – kommt es am Ende auch nicht an. Außerdem ist der letzte Zeitzeuge, der von Anfang an dabei war, Keith Richards, dann vermutlich auch tot.

Happy Birthday also, Musik! Du hast die Welt verändert, du überwindest Grenzen, du liegst in der Luft, du bist Trumpf (das “f“ nicht vergessen), du bist wie eine Brücke und ein alter Freund, der keine Fragen stellt, du bist heiß, du bist cool, du bist hetero und schwul, du bist my first love and my last, music of the future and music of the past.

Die Wiege der Flötentöne liegt in Schwaben

Oder, um es mal ganz lässig auszudrücken: Musik ist die versteckte arithmetische Tätigkeit der Seele, die sich nicht dessen bewußt ist, daß sie rechnet. Hat Gottfried Wilhelm Leibniz gesagt, ausdrücklich mit ß und vermutlich nach zwei Glas Wein auf dem Abtanzball.

Was man eben so sagt, wenn man in der Streberclique vor den Chicks mal kraß einen raushauen will. Leibniz ist dann allein nach Hause gegangen.

Musik auf selbst gebauten Flöten ist deutlich jünger als zwei Millionen Jahre, irgendwo zwischen Altsteinzeit und Gheorghe Zamfir. Die Wiege der Flötentöne liegt in Schwaben, wer also auf Pur schimpft, soll froh sein, dass sie sich ihrer musikalischen Wurzeln bislang nicht besonnen haben und Abenteuerland auf der Blockflöte spielen.

Es gibt auch gute Blockflötenspieler

Blockflöte, ein altes schwäbisches Wort, das übersetzt “Mittel zum Zweck“ heißt, ist zum Synonym für musikalische Demut geworden. Blockflöte hat die Menschen und seine Nachbarn gelehrt, dass musikalische Früherziehung und die Geduld des menschlichen Ohrs Grenzen haben.

Blockflöte hat dem Begriff Folterinstrument eine zweite, kulturelle Ebene verliehen. Gewiss, es gibt auch sehr gute Blockflötenspieler. Aber warum hört man immer nur die anderen?

Aber wie sagt der verkannte Blockflötist: Musik ist die versteckte arithmetische Tätigkeit der Seele, die sich nicht dessen bewußt ist, daß sie rechnet. Apropos – nächste Woche an dieser Stelle: Musik und Außerirdische.

Von Uwe Janssen

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