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Kultur am Körper: Mode-Absolventen präsentieren Kollektionen im Werk 2

Kultur am Körper: Mode-Absolventen präsentieren Kollektionen im Werk 2

Zwei Jahre lang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Als die Absolventen im Bereich Bekleidung der Bernd-Blindow-Schule am Freitagabend im gut gefüllten Werk 2 ihre Modedesigns präsentieren, ist der Höhepunkt ihrer Fachausbildung erreicht.

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Die eigene Handschrift: eine von 21 gänzlich unterschiedlichen Kollektionen der Bernd-Blindow-Absolventen 2013.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Unter dem Thema "FKK" wurde an- statt ausgezogen, die Kultur am Körper eben mit textiler Freiheit umgesetzt. 21 Kollektionen, 21 Handschriften, 21 sehenswerte Ergebnisse.

Stroboskop. Am Ende des Catwalks flackern die Outfits im Blitzlicht, dann schreiten die Models los. 20 Meter vor, 20 Meter zurück tragen sie die Kleidungsstücke, an denen die Blindow-Schüler mehrere Monate lang gearbeitet haben: Glänzende Satin-Kleider schickt etwa Maria Decker über den Laufsteg, Nadja Lippemeier entsendet eine helle Hose umhüllt von weißer Spitze, Hendrik Rödel inszeniert einen gestreiften Ganzkörperanzug, während Marek Bernacki mit eingenähten Elementen aus Kunststoff-Gewebe auffällt und Sarah Bieser schwarz-rote Lack-Stücke reizen lässt - mit ihrem Material werden auch die Posen der Models eindeutiger. Im Hintergrund läuft für jeden Absolventen ein mit viel Herzblut gemachter Video-Trailer - erstellt von Schülern der Grafikklasse.

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Leipzig. Zwei Jahre lang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Als die Absolventen im Bereich Bekleidung der Bernd-Blindow-Schule am Freitagabend im gut gefüllten Werk 2 ihre Modedesigns präsentieren, ist der Höhepunkt ihrer Fachausbildung erreicht. Unter dem Thema "FKK" wurde an- statt ausgezogen, die Kultur am Körper eben mit textiler Freiheit umgesetzt.

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Einen ganzen Tag lang hat die Vorbereitung für die 60-minütige Fashion-Show gedauert. Für Nervosität sei da gar keine Zeit gewesen, sagt Mira Kröck. "Und dann war alles furchtbar schnell vorbei." Das Thema "FKK" als groben Überbau hätten sie und ihre Mitschüler ganz bewusst gewählt, um der individuellen Gestaltung keine Schranken oder Schubladen zu setzen. Und doch Verbindungen zuzulassen.

So hat sich Mira Kröck mit den Anfängen jener Nacktkultur beschäftigt und deren Verbundenheit zur Natur zum Thema ihrer Entwürfe gemacht. Seide aus biologischer Tierzucht ist deshalb die Basis ihrer Kollektion geworden. Des Weiteren sind ihre Stücke so zugeschnitten, dass sie zu möglichst vielen Anlässen passen. "Man soll sie eben länger als nur eine Saison tragen." Nachhaltigkeit wolle sie damit ansprechen.

Nicole Fabian fasst ihre Ideen unter dem Slogan "Nach dem Leben Trachten" zusammen, Anstoß dazu fand sie auf einer polnischen Hochzeit an der ukrainischen Grenze im vergangenen Sommer. Die slawische Tradition und Mentalität hätten sie inspiriert, daneben auch die Trachten des Spreewaldes. Altmodisch sei ihre Kollektion aber keinesfalls. "Ich habe ja kein Dirndl entworfen, sondern gängige Schnitte mit Stoffen und Verzierungen kombiniert, die das Ganze in Richtung der Trachten bringen."

Bernd-Blindow-Schulen gibt es in ganz Deutschland, sie sind staatlich anerkannte private Fachschulen. Den Ausbildungszweig Bekleidung gibt es hier seit zehn Jahren, "Bekleidungstechnische Assistentin" fachdeutscht der Ausbilder. Im Unterschied zu den Mode-Designern der Burg Giebichenstein in Halle setzt diese Ausbildung mehr bei Handwerk und der Verbindung zur Industrie an, Materialkunde, Herstellungstechnik, Software für Schnittkonstruktion und Grafik stehen in zwei Jahren auf dem Stundenplan. "Wir sind die Schnittstelle zwischen Designern und Produzenten", sagt Mira Kröck, Kommende Woche bewirbt sie sich bei Jack Wolfskin. Andere Absolventen gründen Modelabel oder gehen als Garderobiere zum Film.

Nicole Fabian will sich später noch zur Maßschneiderin ausbilden lassen. Ihre Kleidungsstücke will die 26-Jährige aber auf jeden Fall behalten. "Für kein Geld der Welt würde ich die verkaufen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2013

Tobias Ossyra

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