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Kunstpromoter Volker Zschäckel will weiter machen - Nur die Galerie fehlt ihm zum Glück

Kunstpromoter Volker Zschäckel will weiter machen - Nur die Galerie fehlt ihm zum Glück

Er ist standhaft, man könnte wohl auch stur sagen. Obwohl Kunstpromoter Volker Zschäckel, bald 60, seit Sommer vergangenen Jahres rein geografisch mit dem Sachsenplatz nichts mehr zu tun hat, hält er fest an der Kunst und einer Galerie, die seit mehr als 40 Jahren das Kunstleben Leipzigs mitbestimmt.

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Volker Zschäckel im Interim in der Dantestraße 6.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Galerie am Sachsenplatz, die es zumindest dem Namen nach noch gibt, ist nun in der Dantestraße in Möckern daheim. Zschäckel schaut hier, wenn er seine wenig inspirierenden heiligen Hallen in der Größe einer bescheidenen Mietwohnung betritt, nicht mehr rüber zum Bildermuseum, sondern auf ein Stück Park nahe eines Supermarktes. Hier trifft sich meist schon am Morgen die "Szene" und ist dabei, die eine oder andere Flasche Bier zu leeren.

Der Galerist lächelt anbetrachts seiner Blicke aufs "volle Leben". Trotz Mietkündigung in der Katharinenstraße versucht er, seinen Job so gut es geht zu machen. "Man muss doch im Gespräch bleiben, ich nutze vor allem das Internet, um mit meiner Kundschaft zu korrespondieren. Man kennt sich ja, wenigstens ein Vorteil nach all den Jahren der Arbeit mit und für die Kunst", sagt Zschäckel. Sein Depot ist reich gefüllt mit Bildern, die die Sachsenplatz-Galeristen in vielen Jahren zusammentrugen. Hinzu kommen aktuell jene Werke, die er am kommenden Sonnabend auf seiner Auktion im Glasfoyer des Mediencampus Villa Ida (ab 11 Uhr, Freitag Vorbesichtigung) anbietet. Nichts aus seinen eigenen Beständen wird zu haben sein, sondern Einlieferungen von Kunden, Freunden, Kollegen. Der Galerist spürt dabei mal wieder den Generationenwechsel: "Die Alten, meist um die 80, trennen sich von Bildern, weil die junge Generation oft kein Interesse an so einem Erbe hat. So kommt gute Ware preiswert auf den Markt."

Zschäckel will Interesse wecken. Er rühmt ein Bild von Will Semm, 1888 in Leipzig geboren, 1964 hier auch gestorben. Der Spät-Expressionist gehört zur sogenannten verschollenen Generation, seine "Kleinstadtlandschaft" erinnert Zschäckel an Legenden der Zunft, der Name Karl Schmitt-Rottluff fällt ihm ein. Zu den Raritäten, die unter den Hammer kommen, zählen Arbeiten der aus Halle stammenden Hermann Bachmann und Herbert Kitzel oder des 1907 in Leipzig geborenen Albert Hennig. Die bekannten Größen der Kunst von hier, die Mattheuer, Hachulla, Tübke und andere mehr sind bei Zschäckels Auktion mit fast 350 einzelnen Nummern ebenso präsent.

Der Galerist ohne Galerie wird weitermachen: "Was soll ich denn sonst tun?!" Ohne Kunst, wäre zu ergänzen, kann sich Zschäckel sein Leben partout nicht vorstellen. Zu so einem ureigenen Überlebenswillen kommen Ideen. Zu viele der "guten Leute, ob nun am Leben oder doch schon gegangen", haben heute keine Heimstatt mehr. Es geht darum, auf Jubiläen, die sonst oft vergessen sind, aufmerksam zu machen (so würde in diesem Jahr Werner Tübke 85 und so werden Frank Ruddigkeit und Heinz Zander 75). Zschäckel würde auch gern dazu beitragen, manch einen Künstlernachlass sinnstiftend zu erhalten: "Vielleicht gibt es ja dafür mal so was wie eine Initialzündung. Das Potenzial ist gerade in Leipzig überreich vorhanden."

@www.galerieamsachsenplatz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2014

Thomas Mayer

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