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Kurzgeschichte von Clemens Meyer dient als Vorlage für neuen Film "Lebendkontrolle"

Kurzgeschichte von Clemens Meyer dient als Vorlage für neuen Film "Lebendkontrolle"

Sein Debütroman „Als wir träumten“ wurde bereits als Theaterstück inszeniert, jetzt ist eine Kurzgeschichte aus seinem preisgekrönten Buch „Die Nacht, die Lichter“ verfilmt worden.

Leipzig. Clemens Meyers 2008 erschienene Erzählung „Reise zum Fluss“ diente dem Berliner Regisseur Florian Schewe als Vorlage für seinen neuen Kurzfilm „Lebendkontrolle“. Der Streifen gewann auf der Berlinale in diesem Jahr den Preis des Deutsch-Französischen Jugendwerks Dialogue en perspective und soll im Programm des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) ausgestrahlt werden.

Als Kulisse für die Gemeinschaftsproduktion der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg und dem RBB diente im Juli 2009 die Justizvollzugsanstalt Görlitz. 20 Strafgefangene und vier Bedienstete waren daran beteiligt. „Unser Dreh mitten im laufenden Betrieb einer JVA, geregelt durch Ein- und Aufschlusszeiten, eingebunden in den Alltag der Insassen, war für das gesamte Team eine bleibende persönliche Erfahrung“, erinnert sich Regisseur Schewe. Als Schauspieler stand unter anderen der Bodyguard und Freund von Udo Lindenberg, Eddy Kante, vor der Kamera.

Im Mittelpunkt des rund 30-minütigen Films steht jedoch Mark (Gerdy Zint), der eine mehrjährige Haftstrafe absitzt und während eines kurzen Aufenthalts in Freiheit an sich selbst zu zerbrechen droht. Sein einziger Lichtblick ist es, seine Freundin Jessica (Franziska Jünger) wiederzusehen. Doch in der Nacht vor seinem Hafturlaub bittet ihn Zellengenosse Boxer (Eddy Kante), um einen Gefallen, der Mark auf seinen alten Weg zurück bringt.

In der Kurzgeschichte „Reise zum Fluss“ des Leipziger Autors Meyer würden mit wenigen Pinselstrichen starke Charaktere geformt, findet Schewe. „Figuren, die in sich geheimnisvoll sind, gebrochen und sich doch nicht verstecken. Der Einblick in die Lebensrealität der Häftlinge hat mich seit dem Lesen nicht mehr losgelassen. Eine dramatische Geschichte authentisch erzählt. Dieser Haltung wollten wir mit dem Film gerecht werden“, so der 1978 geborene Regisseur.

Die Jury des Deutsch-Französischen Jugendwerks lobte Lebendkontrolle auf der Berlinale als kraftvollen und berührenden Film, der von den immensen Schwierigkeiten des Strafvollzuges für die Insassen und deren Angehörigen erzähle. Die souveräne Inszenierung ziehe den Zuschauer in eine differenzierte und spannend erzählte Geschichte.

Wann Lebendkontrolle – laut Regisseur ein Knastbegriff für den morgendlichen Kontrollrundgang, bei dem die Beamten die körperliche Unversehrtheit aller Inhaftierten überprüfen – im RBB gezeigt wird, ist derzeit noch offen.

Robert Nößler

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