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La La Land in Leipzig: Traum mit Ryan Gosling und Emma Stone

Hundertköpfiges Orchester La La Land in Leipzig: Traum mit Ryan Gosling und Emma Stone

Der Soundtrack kommt nicht vom Band, sondern wird live vom hundertköpfigen Orchester zum Film gespielt: Bei „La La Land in Concert“ geht die Oscar-gekrönte Musik unter die Haut. Im Januar kommt die Show auch nach Leipzig.

Gewann für La La Land den Oscar: Emma Stone. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Ryan Gosling bringt als Sebastian die Herzen vieler Frauen zum Schmelzen. Emma Stone verkörpert die junge Schauspielerin Mia brillant und wird dafür mit dem Oscar belohnt. Aber „La La Land“ wäre kein Publikumsmagnet ohne die ebenfalls Oscar-prämierte Filmmusik von Justin Hurwitz. Die geht ins Ohr, davon lebt die Liebesgeschichte. „City of Stars“, „Another Day of Sun“: Sämtliche Ohrwürmer sind gleichzeitig fröhlich und traurig, hoffnungsvoll und melancholisch, findet Hurwitz. „Ich denke, genau das ist doch das Leben.“

In „La La Land in Concert“ wird die aufblühende, manchmal nachdenkliche Musik von einem Symphonieorchester unterstrichen. Bassgitarre, akustische Gitarre, Schlagzeug, Harfe und zwei Klaviere ergänzen die klassische Besetzung. Das Licht geht aus, gespanntes Warten des Publikums. Eine Frau trägt das gelbe Kleid, mit dem bald auch Emma Stone über die Leinwand tanzt. Eine feierliche Atmosphäre macht sich beim Kinobesuch in der Konzerthalle breit. Das Orchester setzt an, der Film beginnt.

Rund hundert Musiker spielen beinahe ohne Pause den Soundtrack live zum Film, der auf Großleinwand läuft – punktgenau und imposant. Da ist Mia, die keine Lust hat auszugehen und von ihren Mitbewohnerinnen überredet wird – musikalisch, versteht sich. „Man kann den Film auf der Leinwand verfolgen oder aber den Musikern zusehen“, sagt Komponist Hurwitz. Er hat mehrere Jahre an den eingängigen und stimmungsvollen Melodien für den Film gearbeitet. In „La La Land“ floß viel Herzblut, es sei harte Arbeit gewesen, genau die richtigen Töne zu finden, sagt Hurwitz. Regisseur Damien Chazelle und der Komponist kennen sich aus dem Studium, sie verbindet die Liebe zur Filmmusik. Und eine Freundschaft.

Am 9. Januar tritt das Tschechische Nationale Symphonieorchester in der Arena in Leipzig auf und spielt live zum hochgelobten Musical-Film. Bei der Europapremiere des Projekts in Manchester spielte das Novello Orchestra zum Film.

Besonders die Genauigkeit, mit der die Solisten an Klavier und Trompete exakt zu den Musikszenen einsetzen, ist beeindruckend. Erst die Technik ermöglicht das: Auf Bildschirmen vor Dirigent David Mahoney und den Musikern läuft der Film, ein visuelles Metronom schlägt den Takt, die Stimmführer tragen zudem Kopfhörer. Taktwechsel sind dadurch sehr sauber. Das ist auch unerlässlich. Fehler würden hier sofort ins Gewicht fallen: Immerhin spielt das Orchester live zum Gesang von Emma Stone, Ryan Gosling und John Legend.

Exakter könnte der Pianist Tomáš Klement zum lässig am Klavier sitzenden Sebastian gar nicht spielen. Blickt man zu dem Live-Musiker auf der Bühne der Bridgewater-Hall in Manchester, so meint man, tatsächlich den Schauspieler vor sich zu haben. Nicht nur die Musik hat Klement verinnerlicht, scheinbar auch die Rolle seines Leinwand-Doubles.

Gerade zu Beginn des Films wird viel gesungen. Die Mischung aus den etwas übersteuerten Sängern und der Begleitung durch das pompöse Orchester überfordert die Sinne der Zuschauer beinahe. Dann, die Handlung auf der Leinwand gewinnt an Fahrt, finden die Streicher das wohlig romantische Gefühl des Films. Sie tasten sich gefühlvoll an der Handlung entlang.

Mia und Sebastian steppen im Morgengrauen durch Los Angeles, gehen ins Kino und entdecken die Liebe zueinander. Sebastian führt Mia in die Welt des Jazz ein: Die Bläser des Orchesters fangen diese verruchte Stimmung rund um Ryan Gosling ein und schmettern sie dezent den Zuschauerrängen entgegen. Man hat Lust, auf seinem Sitz im Takt zu wippen. Gleichzeitig kann man den Blick nicht vom Pianisten wenden.

Die Besetzung setzt kurz vor der Pause an zum Höhenflug und Mia und Seb schweben auf der Leinwand durchs Planetarium. Dann küssen sie sich – wie sollte es anders sein. Applaus schwillt an, im Foyer fließt Sekt. Es ist kein gewöhnlicher Kinoabend. Eher ein festlicher Abend für Liebhaber der Filmmusik.

Auf der Leinwand wird in La La Land weiter gesungen, getanzt, geschmachtet und verzweifelt. Insgesamt ist die zweite Hälfte des Films aber weniger kitschig, rasanter und das überraschende Ende hat dem verträumten Werk wohl die Oscars eingebracht.

Musikalisch überzeugt ein Trompetensolo. Auch Gitarre, Bassgitarre und klassisches Schlagzeug sind beinahe im Dauereinsatz. Finale. Mia besucht mit ihrem Mann Sebs Jazzclub und spielt in Gedanken sämtliche Eventualitäten eines anderen Lebens durch. Bei diesen surrealen Einstellungen – immer mit grandioser Kameraführung – werden erst durch die sauber zum Höhepunkt hinspielenden Instrumente die Nuancen der Komposition Hurwitz’ hörbar. Dadurch wirkt gerade dieser Teil des Films mit Orchester wesentlich eindrucksvoller und differenzierter als ohne. Die Musik geht unter die Haut. Die akustischen Schwingungen liegen förmlich in der Luft. Der musikalisch bewegende Abspann ging in Manchester leider im Applaus und den Standing Ovations des vorwiegend jungen Publikums unter.

Durch die musikalische Komponente gewinnt der mit sechs Oscars ausgezeichnete Film von Damien Chazelle zusätzlich an Stimmung. Dennoch lassen sich der hübsche Ryan Gosling und die schauspielerisch talentierte Emma Stone die Show nicht stehlen.

„La La Land in Concert“ gastiert am 8. Januar im Tempodrom Berlin und am 9. Januar in der Arena Leipzig. Karten zwischen 64 und 98 Euro gibt es unter anderem in der Ticketgalerie, in den LVZ-Geschäftsstellen unter der gebührenfreien Ticket-Hotline 0800 2181050 und www.ticketgalerie.de.

Theresa Held

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