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Kultur Lawrence: „Ich habe fürchterliche Angst vorm Tod“
Nachrichten Kultur Lawrence: „Ich habe fürchterliche Angst vorm Tod“
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11:25 03.01.2017
Jennifer Lawrence als Aurora und Chris Pratt als Jim Preston in dem Film „Passengers“. Quelle: epd
Los Angeles

Vor etwas mehr als einem Jahr fand Jennifer Lawrence heraus, dass sie für den Film „American Hustle“ weniger Gage bekam als ihre männlichen Kollegen. Die Schauspielerin wurde wütend, sie machte es öffentlich. Wie denkt sie heute darüber?

Frage: Frau Lawrence, Sie gelten als Vorkämpferin, wenn es um Gehaltsunterschiede in Hollywood geht. Jetzt bekommen Sie für Ihre Rolle in „Passengers“ 20 Millionen Dollar, Ihrem Partner Chris Patt wurde nur die Hälfte angeboten.

Jennifer Lawrence: Es ist mir nie darum gegangen, wie viel ich verdiene. Ich wurde auch vorher schon mehr als gut bezahlt. Was mich freut, ist, dass endlich darüber gesprochen wird, dass Frauen auf der ganzen Welt noch immer weniger für denselben Job bekommen als Männer. Und deshalb auch weniger haben, um ihre Familien zu ernähren.

Könnten Sie sich einen anderen Beruf vorstellen?

Klar! Am ehesten als Journalistin bei einem Klatschmagazin.

Warum denn ausgerechnet das?

Ich fände es total cool, fiktive Storys über echte Leute zu verfassen. Ich habe eine ausgesprochen ausgefallene Fantasie.

Bereuen Sie es, berühmt zu sein?

Prominenz ist ein Geschenk mit Nebenwirkungen. Dein Leben wird beschnitten. Das hat mich wütend gemacht, als ich jünger war. Zum Glück bin ich über diese Phase hinweg und kann nun auch die positiven Seiten sehen. Ich habe einen Job, den ich über alles liebe. Und ich kann mich für Dinge einsetzen, die mir wichtig sind. Neulich war ich in Uganda für Unicef. Und wen treffe ich dort? Jennifer Lopez, die auch gerade mit Unicef unterwegs war. Was für eine kleine Welt.

Wenn Sie die Chance hätten, für ein paar Tage völlig anonym zu sein, ...

… dann würde ich die Stille genießen. Einfach allein sein und ohne die Sorge zu haben, dass mich ständig jemand anstarrt. Ich hätte ein Glas Wein in der Hand und würde in den Himmel schauen. Und wahrscheinlich nach fünf Stunden vor Langeweile ausrasten.

Wie schaffen Sie es, mit dem Karrierestress umzugehen?

Ich habe eine Wellnessroutine entwickelt. Wenn ich besonders viel arbeite, erhöhe ich mein tägliches Work-out-Pensum. Nach einem Flug will ich immer richtig schwitzen, weil ich so die Bazillen aus meinem Körper herausschwemme. Außerdem schlafe ich dann besser. Lachen hilft ebenfalls. Deshalb schau ich mir auch regelmäßig Folgen von „Modern Family“ an und richte mir mein Hotelzimmer häuslich ein.

Wie sieht das aus?

Wenn ich schon so selten daheim bin, dann bring ich mein Zuhause einfach mit. Zum Beispiel hab ich immer dieselben Kerzen im Gepäck wie ich sie zu Hause habe. Wenn es möglich ist, bringe ich auch meinen Hund mit. Ich brauche diese Routine.

In Ihrem neuen Film „Passengers“ geht es um Sterblichkeit. Haben Sie Angst vor dem Tod?

Ich habe fürchterliche Angst vor dem Tod. Ich will nicht sterben, und doch ist es unausweichlich. Das ist hart zu akzeptieren. Dass ich vorher auch noch durch die Wechseljahre gehen muss, ist ein doppelter Schlag (lacht). Also, ich freue mich ganz bestimmt nicht auf die Zukunft.

Würden Sie es in Erwägung ziehen, sich einfrieren zu lassen. In der Hoffnung, dass man in Zukunft Wege findet, wieder zum Leben erweckt zu werden?

Nein. Wenn die Natur entscheidet „Ich habe genug von Jennifer Lawrence“, dann werde ich das akzeptieren. Dann wird das mein Ende sein.

Der Film beschäftigt sich auch mit der Frage, ob ein Leben auf einem anderen Planeten möglich ist.

Der Gedanke ist schon sehr cool. Unsere Erde wird schließlich nicht größer, da kann das nur hilfreich sein.

Mit der Erde sind wir bisher allerdings wenig pfleglich umgegangen ...

Wir sind nicht perfekt und müssen Verantwortung für Dinge wie den Klimawandel tragen. Ich hoffe, dass wir es schaffen können, einige Schäden wieder rückgängig zu machen. Auch im Interesse nachfolgender Generationen.

Wünschen Sie sich eigentlich Kinder?

Ich denke schon darüber nach. Meine Kinder würden auf jeden Fall eine völlig andere Kindheit haben als ich.

Was wäre anders?

Ich bin in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen, meine Kinder würden ohne all die Sorgen und Probleme groß werden, die mich zu der Person gemacht haben, die ich heute bin.

In „Passengers“ waren Sexszenen eine Premiere für Sie. Waren Sie nervös?

Und wie. Doch wenn man das erst einmal hinter sich hat, realisiert man, wie unnötig alle Sorgen vorher waren. Liebesszenen vor der Kamera sind die wohl unsexyste Sache der Welt.

Sie klingen wie jemand, der mit sich im Reinen ist.

Das stimmt, ich könnte nicht glücklicher mit meinem Leben sein.

Von RND/Dierk Sindermann

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