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Kultur Leipzger Ball: Ganz ohne Operette geht die Chose nicht
Nachrichten Kultur Leipzger Ball: Ganz ohne Operette geht die Chose nicht
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23:59 05.05.2014

Doch im Haus Dreilinden wurde von der Feuerwehr kein Ball genehmigt, also ging es ins Marriott-Hotel.

Das diesjährige Motto "Dein ist mein ganzes Herz" sprach vielen Gästen aus der Seele. Einige bedankten sich zum 10. Ball mit Blumen, eine ehemalige Kinderärztin brachte ein selbst verfasstes Gedicht mit. Der Ball hat sein Profil als charmante, fast familiäre Veranstaltung gefunden. Schon wenige Minuten nach der Begrüßung wird getanzt - genauso lieben es die Gäste.

Vor zehn Jahren besaß Peter Zimmer noch nicht mal einen Smoking; den ersten bekam er von einem Herrenausstatter gesponsert. Seine Gattin Elke, Hobbyschneiderin, entwirft und näht sich jedes Jahr ihr Ballkleid selbst. Das Veranstalterehepaar hält seit Anbeginn zwei Grundsätze ein: Keine Sponsoren, alles bleibt in eigener Regie. Und keine Gratis-Karten für städtische VIP's.

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Operettenball 2014 im Marriott Hotel in Leipzig. Tolle Stimmung der Gäste beim Operrettenball. Auftritt der Band Angel Eyes.

"Wir kommen jedes Jahr aus Stuttgart. Meist bringen wir Freunde mit und belegen einen Zehnertisch", erzählten die Zahnärzte Uve (61) und Anneliese Schnabel (58). Sie haben von Nummer 1 bis 10 keine Ausgabe verpasst. Genau wie Doktor Ingrid (78) und Eberhart Polster (79), die 2007 an ihrem Tisch Professor Wolfgang Geier (76) und Gattin Petra (47) kennenlernten und seitdem befreundet sind.

Höhepunkte hat es auf den zehn Bällen etliche gegeben. Operettendiva Dagmar Koller aus Wien war Schirmherrin des ersten, auf dem sie vergnügt mit ihrem Gatten, dem Wiener Ex-Oberbürgermeister Helmut Zilk, tanzte. 2011 ließen die Gastgeber fürs Dessert echte Sachertörtchen aus Wien kommen. 2010 gab es zum Motto "My fair Lady" einen Hutwettbewerb und Sprechunterricht mit Professor Higgins alias Peter Zimmer. Der 65-Jährige kann das wirklich: Dieser Tage beginnt er seine neue Tätigkeit als Lehrkraft für Sprache und Sprechen an der Leipziger Uni, nachdem er gerade nach 45-jähriger Arbeit beim Rundfunk in den Ruhestand verabschiedet worden ist. "Als Rentner werde ich all meine Aktivitäten auf den Prüfstand stellen, aber für den Operettenball sieht es gut aus", schmunzelte der Leipziger, der auch die Konzerte am Bachdenkmal veranstaltet.

Der Ball findet immer an zwei Abenden hintereinander im Marriott-Hotel am Brühl statt. Am Wochenende servierte Zimmer wieder eine köstliche Mischung: fürs leibliche Wohl ein edles Menü, für Ohren und Tanzbeine Klassiker, Evergreens, Pop und Swing mit dem Leipziger Operettenball-Orchester und der Damenband Angel Eyes. Sogar ein Leih-Tänzer stand bereit, der Damen mit tanzmuffligen Männern übers Parkett schwenkte. Als Bonbon traten Publikumslieblinge der Musikalischen Komödie auf, die die Zuschauer zum Mitsingen begeisterten. Viel Beifall holten sich auch Nachwuchstalente der Hochschule für Musik und Theater aus der Klasse von Kammersängerin Regina Werner (64). "Operette ist schwer. man muss gesanglich sehr sicher sein, dazu tanzen und sprechen können und das Publikum mit Charme einfangen", so die Professorin. Sie glaubt fest, dass die Operette auch in Zukunft nicht untergeht: "Jeder Mensch hat doch Sehnsucht nach einer heilen Welt mit Harmonie, Liebe und Erfüllung."

In diesem Sinne geht es weiter mit dem Operettenball: Der 11. findet am 1. und 2. Mai 2015 unter dem Thema "Maienlust" statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2014

Kerstin Decker

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