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Kultur Leipzig läutet den Bücherfrühling ein: Branche hat gegenüber Internetriesen zugelegt
Nachrichten Kultur Leipzig läutet den Bücherfrühling ein: Branche hat gegenüber Internetriesen zugelegt
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18:58 11.03.2015
Vom 12. bis zum 15. März präsentieren sich auf der Messe rund 2000 Verlage aus 42 Ländern mit ihren Neuerscheinungen. Quelle: dpa
Leipzig

„Haben wir in der Vergangenheit immer klar genug Position bezogen, wenn die Presse- und Meinungsfreiheit eingegrenzt wurde? Dieser Frage müssen wir uns stellen“, so Riethmüller. Unter dem Slogan „Für das Wort und die Freiheit“ will der Börsenverein bei der Messe auf die besondere Verantwortung von Verlagen, Autoren und Buchhandlungen hinweisen. Insgesamt präsentieren sich bei der Frühlingsschau der Branche bis zum Sonntag (15.3.) mehr als 2200 Aussteller.

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Der Buchhandel geht laut Alexander Skipis, dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, „mit großem Selbstbewusstsein und Optimismus“ in das neue Jahr. Zwar sei der Umsatz 2014 insgesamt um rund zwei Prozent gesunken. Der stationäre Buchhandel habe jedoch nur 1,2 Prozent verloren, sein Umsatzanteil sei damit gegenüber dem Online-Handel um etwa ein Prozent gestiegen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, so Skipis. „Wir haben gezeigt, dass wir es besser können als der Online-Handel, dass wir es besser können als Amazon.“ Insgesamt hat der deutsche Buchmarkt ein Umsatzvolumen von rund 9,5 Milliarden Euro.

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) forderte der Börsenvereins-Sprecher eine verbindliche Zusage der EU-Kommission, die Buchpreisbindung nicht anzutasten. „Sie ist der Garant für Qualität und Vielfalt unserer Branche“, sagte Skipis. So gebe es in Deutschland immerhin noch rund 6000 Buchhandlungen, in den USA seien durch den fehlenden Schutz nur mehr 1400.

Mehr als 170.000 Besucher erwartet

Beim Festakt am Mittwochabend wurde der rumänische Autor Mircea Cartarescu mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geehrt. Er erhielt die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine „Orbitor“-Romantrilogie, die inzwischen auch auf Deutsch vorliegt. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich um das gegenseitige Verständnis in Europa, vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, verdient gemacht haben.

Messeschwerpunkt ist dieses Jahr das 50-jährige Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen. Buchmesse-Direktor Oliver Zille sagte: „Ich wünsche mir, dass von unserer Messe ein Signal für das freie Wort, gegen Ausländerhass und Antisemitismus ausgeht.“ Erwartet werden auch zahlreiche israelische Autoren. So stellt Amos Oz, Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels, sein neues Buch „Judas“ vor.

Mit Spannung wird am Donnerstag die Vergabe des mit insgesamt  45 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreises erwartet. In der Kategorie Belletristik sind fünf Autoren nominiert: Neben Teresa Präauer und Ursula Ackrill auch Jan Wagner, Norbert Scheuer und Michael Wildenhain. In den Kategorien Sachbuch und Übersetzung gibt es ebenfalls je fünf Anwärter. Insgesamt erwarten die Veranstalter bis zum Sonntag allein auf dem Messegelände mehr als 170 000 Besucher. Daneben gibt es an zahlreichen Orten der Stadt das Festival „Leipzig liest“ mit rund 3000 Autoren. (mit dpa)

LVZ

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