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Kultur Leipziger Künstler kritisieren Lüpertz’ Beethoven-Plastik vor dem Museum
Nachrichten Kultur Leipziger Künstler kritisieren Lüpertz’ Beethoven-Plastik vor dem Museum
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10:00 09.11.2016
Markus Lüpertz vor seiner Beethoven-Plastik.  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Die Diskussion um Markus Lüpertz’ Beethoven-Plastik vor dem Museum der bildenden Künste in Leipzig reißt nicht ab. Jetzt haben Leipziger Künstler in einem Offenen Brief deutliche Kritik an der fast drei Meter hohen Bronze-Plastik geäußert, die vor gut einem Monat enthüllt worden war. Sie halten dem Maler und Bildhauer „Dilettantismus“ vor. Wir dokumentieren den Brief im Wortlaut:

„Nachdem es einem Herrn Balkenhol erlaubt worden ist, auf dem erhabenen Sockel Max Klingers seine Zutat zu Richard Wagner zu postieren, ist uns nun in der Katharinenstraße eine bunte Bronze vor Augen gesetzt, die – nach Meinung des Verfertigers Lüpertz – Ludwig van Beethoven angemessen sei. Dem Dilettantismus wird gestattet, Genies auf das ihm zugängliche Mittelmaß herabzusetzen. Nach unserem Empfinden steht es der würdigen Stadt Leipzig, einer Stadt der Hochkultur, schlecht zu Gesicht, Unzumutbares sich zuzumuten.“

Das Schreiben wurde von den Schriftstellern Werner Heiduczek, Peter Gosse und Helmut Richter sowie bildenden Künstlern wie Gerhard Kurt Müller, Siegfried Thiele und Baldwin Zettl unterschrieben. Weitere Unterzeichner sind Herbert Kästner, Horst Nalewski, Günter Richter, Klaus Schuhmann, Ottomar Treibmann und Gert Wunderlich.

Lüpertz’ über eine Tonne schwerer, aus zwei Figuren bestehender Bronzeguss existiert in zwei Fassungen, eine steht seit 2014 im Bonner Stadtgarten. Er ist das Ergebnis einer bereits vor Jahrzehnten begonnenen Auseinandersetzung des langjährigen Direktors der Kunstakademie in Düsseldorf mit dem Leipziger Max Klinger, dessen Beethoven-Darstellung er immer wieder im Museum besuchte und die er nach eigenem Bekunden bewundert. In den kommenden Jahren sind weitere Beiträge des Künstlers für das Museum der bildenden Künste geplant. Dabei, so das Museum, gehe es unter anderem um eine Auseinandersetzung mit Gipsen Max Klingers.

Bei der Enthüllung seines Kunstwerks hatte Lüpertz betont, dass es sich dabei keineswegs um ein Denkmal im klassischen Sinne handele. Kritik sei er zwar gewohnt, diese sei aber keineswegs beabsichtigt. „Ich hoffe doch, dass Leipzig da etwas großzügiger und toleranter ist und versucht, das Künstlerische zu sehen, die Absicht“, sagte er damals.

Von jkl

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